Mysterium, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Mysteriums · Nominativ Plural: Mysterien
Aussprache
WorttrennungMys-te-ri-um (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Mysterium‹ als Grundform: ↗Mysterien
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
gehoben tiefes Geheimnis
Beispiele:
ein Mysterium begreifen, erschließen
in die Mysterien des Weltalls eindringen
Und niemals würde ein Mensch dieses Mysterium [der Liebe] ergründen können [Kellerm.Totentanz252]
Religion das Geheimnis des Glaubens, besonders das Sakrament
2.
nur im Plural
a)
historisch kultische Feiern zu Ehren einer Gottheit, an denen nur Eingeweihte teilnehmen durften
Beispiele:
die dionysischen Mysterien
Mysterien feiern
übertragen Zeremonien
Beispiel:
[Freeses] weihten mich in ihre häuslichen Mysterien ein [PenzoldtErdenwurm193]
b)
Mysterienspiele
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Mysterium · mysteriös · Mystik · mystisch
Mysterium n. ‘Geheimlehre, Geheimkult, religiöses Geheimnis’. Übernahme (16. Jh.) von lat. mystērium, griech. mystḗrion (μυστήριον) ‘Geheimnis, Geheimlehre, geheimer Kult, innerstes Wesen einer Religion’, zu griech. mýstēs (μύστης) ‘wer die Augen schließt’, dann ‘der (in die eleusinischen Mysterien) Eingeweihte’, zum Grundwort griech. mýein (μύειν) ‘sich schließen, zusammengehen, den Mund, bes. aber die Augen (ver)schließen, einschlummern’. Vgl. afrz. mistere, frz. mystère, engl. mystery (14. Jh.). Das antike Mysterium ist mit dem Schweigegebot der Eingeweihten verbunden, das christliche ist eine Glaubenssache, die durch die Vernunft allein nicht erklärbar ist. mysteriös Adj. ‘rätselhaft, geheimnisvoll, unerklärlich’ (18. Jh.), frz. mystérieux (15. Jh.). Mystik f. Form religiösen Erlebens, die durch Verinnerlichung, Versenkung und Ekstase eine Vereinigung mit dem Göttlichen anstrebt (16. Jh.), bes. im Mittelalter als religiöse Bewegung verbreitet; hervorgegangen aus den gleichbed. Verbindungen mlat. theologia, unio mystica als Eindeutschung der substantivierten fem. Form des Adjektivs lat. mysticus ‘zum Geheimkult, zu den Mysterien gehörig, geheim, geheimnisvoll’, spätlat. auch ‘die Geheimnisse der christlichen Religion betreffend’, griech. mystikós (μυστικός) ‘zu den Mysterien gehörig, geheim’, wozu auch mystisch Adj. ‘zur Mystik gehörig, geheimnisvoll’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Geheimnis · ↗Phänomen · ↗Rätsel · ↗Wunder  ●  Buch mit sieben Siegeln  ugs., fig. · ↗Chiffre  geh., franz.
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auferstehung Dreifaltigkeit Empfängnis Eucharistie Feinkostladens Frisiersalons Inkarnation Kontingenz Kulte Magie Menschwerdung Mysterien Mythen Oratorien Rosenkranzes Trinität antiken eingeweiht enträtseln entzaubert ergründen erotische eucharistischen evoziert göttlichen heidnischen hellenistischen lüften orphischen unergründlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mysterium‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich zähle mich dazu, selbst wenn es rational nicht begreiflich ist, sonst wäre es ja kein Mysterium.
Süddeutsche Zeitung, 09.12.2004
Wenn die Zahl der Verordnungen plötzlich steigt, weil wir mehr Ärzte haben, dann bleibt das trotzdem ein Mysterium.
Der Spiegel, 01.02.1993
Ihn nimmt das Mysterium des Todes gefangen, das er entdecken möchte.
Die Zeit, 19.06.1952, Nr. 25
Ist nicht auch das Gold ein Mysterium unter den Mineralien?
Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 330
Kurz, der Ausdruck Medizin wurde für sie gleichbedeutend mit dem Wort Mysterium.
May, Karl: Winnetou IV, Berlin: Neues Leben 1993 [1910], S. 14
Zitationshilfe
„Mysterium“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mysterium>, abgerufen am 20.09.2017.

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