Nörgelei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungNör-ge-lei
Grundformnörgeln
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
(dauerndes) Nörgeln
2.
nörgelnde Äußerung, Bemerkung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nörgeln · Nörgelei · Nörgler
nörgeln Vb. ‘verdrießlich tadeln, mäkeln, kritteln’ gelangt Ende des 17. Jhs. aus dem Md. ins Hd., vgl. hess. omd. nergeln, nirgeln ‘undeutlich sprechen, knurren, keifen, tadeln, kritteln’. Aus Schreibungen wie nürgeln und nirgeln (Goethe), nergeln (Lessing) bilden Adelung und Campe in die Literatursprache eingehendes nörgeln. Mit der Iterativbildung sind vergleichbar nd. nl. nurken ‘knurren’, nd. auch ‘murren, verdrießlich sein’, nl. auch ‘sich zanken’, anord. snǫrgla ‘röcheln’. Außergerm. vergleichen sich lit. niauróti ‘brummen’, niurnė́ti ‘murmeln, knurren, schnurren’, snarglỹs ‘Nasenschleim’, lett. nurrāt ‘schnurren’, nirgt ‘die Zähne zeigen’, nerkstēt ‘winseln, jammern’, die (mit unterschiedlichen Suffixen) auf die lautnachahmende Wurzel ie. *(s)ner-, *(s)nur- ‘murren, knurren’ zurückgeführt werden können, zu der auch ↗schnarchen, ↗schnarren, ↗schnurren (s. d.) gehören. S. auch ↗Norne und ↗Narr. Nörgelei f. Nörgler m. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(kleinliches) Herumkritisieren · Beckmessertum · Herumkritisiererei · Kritikasterei · ↗Krittelei · ↗Meckerei · ↗Mäkelei · Nörgelei · Rumgemecker  ●  ↗Bekrittelung  selten · ↗Gemecker  Hauptform · ↗Beckmesserei  geh. · ↗Bemäkelung  geh., selten · ↗Genörgel  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anlaß Kritik Schluß abtun aufhören ertragen ewig kleinlich notorisch schaden ständig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nörgelei‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die häufig zu hörende kulturkritische Nörgelei am Fernsehen ist mir eher suspekt.
Der Tagesspiegel, 22.06.2000
Die Nörgelei der Opposition sei fehl am Platz, betonte der Politiker.
Die Welt, 28.01.2000
An dieser Nörgelei wären die Stones in den achtziger Jahren beinahe zerbrochen.
Der Spiegel, 27.06.1994
Schadet nichts, ich habe seine Nörgelei auch satt und habe ihm das auch geschrieben.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 7972
Als sie ihn über seine Schmerzen klagen hörte, verbat sie sich diese unnütze Nörgelei.
Heym, Georg: Der Dieb. In: Deutsche Literatur, Berlin: Directmedia Publ. 1998 [1911], S. 10721
Zitationshilfe
„Nörgelei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nörgelei>, abgerufen am 18.10.2019.

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