Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Nabob, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Nabobs · Nominativ Plural: Nabobs
Aussprache 
Worttrennung Na-bob
Herkunft aus nabobengl ‘englischer Beamter, der in Indien Reichtum erwarb’ < nuwwābarab (نواب, Plural), nāʾib (نائب, Singular) ‘Stellvertreter’
eWDG

Bedeutungen

1.
Titel mohammedanischer indischer Fürsten; Statthalter im Reiche des Großmoguls
2.
übertragen steinreicher Mann
Beispiel:
Der andere [Bankdirektor], ein Halunke […] brachte seine Beute in Sicherheit und ist heute ein angestaunter, mit Orden bedeckter Nabob [ Wasserm.Maurizius520]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nabob m. ‘reicher, prachtliebender Mensch’, Entlehnung (Mitte 18. Jh.) von engl. nabob ‘englischer Beamter, der in Indien Reichtum erwarb’, zuvor ‘Statthalter des Großmoguls’ (des ehemaligen mohammedanischen Herrschers in Indien), in dieser Bedeutung über port. nababo aus Hindi navāb, bengal. nabāb, nach arab. nuwwāb (Plur.), naʼib (Sing.) ‘Stellvertreter’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Krösus · (ein) Nabob · (ein) Reicher · (ein) Schwerreicher · Finanzgröße · Finanzkapitalist · Finanzmagnat · Geldaristokrat · Milliardär · Millionär · Superreicher · reicher Mann  ●  (ein) Rockefeller  ugs. · Geldsack  derb · Pfeffersack  ugs.
Oberbegriffe
  • führende Figur
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Nabob‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nabob‹.

Verwendungsbeispiele für ›Nabob‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Aussterben der Nabobs stellt die großen Hotels vor große Probleme. [Die Zeit, 25.01.1988, Nr. 04]
Dafür lassen die einheimischen Nabobs ihr Geld gelegentlich auch mal im eigenen Land arbeiten. [Die Zeit, 18.02.1980, Nr. 07]
Da der Nabob selbst niemals weiß, wie reich er ist, so wird sein Vermögen von jedem, der ihn nicht kennt, genau angegeben. [Stettenheim, Julius: Der moderne Knigge. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1902], S. 19547]
Minister, Botschafter, Aristokraten und Nabobs aus aller Welt verkehrten hier gerne. [Süddeutsche Zeitung, 17.08.1996]
Anderswo wurde der Übergang dadurch erleichtert, daß neureiche arabische Ölscheichs sich bemühten, die Plätze der neuarmen Nabobs einzunehmen. [Die Zeit, 29.02.1988, Nr. 09]
Zitationshilfe
„Nabob“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nabob>.

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