Nacharbeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Nacharbeit · Nominativ Plural: Nacharbeiten
WorttrennungNach-ar-beit
Wortzerlegungnach-Arbeit
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2018

Bedeutungen

1.
nachträglich zu leistende Arbeit (Lesart 1), durch die etw. verbessert, ergänzt o. Ä. wird
Beispiele:
Ausgedruckte Objekte kommen in der Regel nicht fertig aus dem [3-D-]Drucker, sondern benötigen noch Nacharbeit: So müssen etwa überschüssiger Kunststoff oder mitgedruckte Stützstreben vorsichtig entfernt werden. [Bild, 11.10.2016]
Angesichts der jahrelangen Qualitätsprobleme bei den Schnellzügen – die Mängelliste reicht von Bremsen über Toiletten, Klimaanlagen, Kupplungen und Achsen – setzt die Bahn auf eine engere Kooperation mit Siemens schon bei Design und Produktion. Sie verlangt eine höhere Zuverlässigkeit […], um aufwendige Nacharbeiten zu vermeiden. [Die Zeit, 13.02.2011 (online)]
Soll sich die Architekturlehre künftig etwa als Appendix der Ingenieurwissenschaften verstehen […]? […] Der unbedachte Mangel an Präzision und die Unschärfe der Berichtziele befördern […] Spekulation. Eine vertiefende Auseinandersetzung dürfte man wohl als Nacharbeit an dieser Stelle erwarten. [Der Tagesspiegel, 01.02.2004]
Eine Prüfung der Eintragungen der letzten Monate zeigt als Schwerpunkte Stillstandszeiten wegen innerbetrieblicher Transportverzögerungen, wegen nicht rechtzeitiger Lieferung von Einzelteilen aus der Abteilung Kleinmechanik, wegen verspäteter Materiallieferungen. Ausfallzeiten entstanden durch Nacharbeiten wegen mangelnder Qualität. [Berliner Zeitung, 17.07.1976]
Oft geht es auch darum, nach der Fertigstellung eines Teiles kleine Nacharbeiten auszuführen, die mit einer Handsäge wesentlich leichter fallen als mit elektrischen Sägen. [Bernd Käsch, Heimwerker-Handbuch: Wiesbaden: Falken-Verlag Erich Sicker 1968, S. 45]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: manuelle Nacharbeit
als Genitiv-/Akkusativ-/Dativobjekt: der Nacharbeit bedürfen; Nacharbeit erfordern
2.
Arbeit (Lesart 1), die aus bestimmten Gründen nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt erfolgt und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird
Beispiele:
Die fehlende Arbeitszeit könnte durch flexiblere Überstundenregelungen oder Nacharbeit ausgeglichen werden. [Bild am Sonntag, 01.01.2006]
Als Maßnahmen für »erzieherische Einwirkungen«, die ein Lehrer ergreifen darf, nennt das nordrhein-westfälische Schulgesetz zum Beispiel Ermahnungen, Briefe an die Eltern, den Ausschluss von der Unterrichtsstunde oder eben auch Nacharbeit unter Aufsicht. [Spiegel, 24.08.2016 (online)]
Die Bauwirtschaft sollte dem Beispiel des Garten- und Landschaftsbaus folgen, wo die witterungsbedingten Arbeitsausfälle in der Schlechtwetterzeit durch Vor- und Nacharbeit in der witterungsgünstigen Jahreszeit ausgeglichen werden. [Süddeutsche Zeitung, 07.03.1997]
Kollokation:
in Koordination: Vor- und Nacharbeit

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausschuß bedürfen erforderlich erfordern erheblich intensiv kostspielig manuell notwendig nötig vermeiden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nacharbeit‹.

Zitationshilfe
„Nacharbeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nacharbeit>, abgerufen am 17.09.2019.

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