Nachen, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Nachens · Nominativ Plural: Nachen
Aussprache
WorttrennungNa-chen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Nachen‹ als Letztglied: ↗Fischernachen
eWDG, 1974

Bedeutung

dichterisch Kahn, Boot
Beispiel:
Über diesen grauenvollen Schlund / Trägt kein Nachen, keiner Brücke Bogen [Schiller1,194]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nachen m. ‘Kahn, Boot’, ahd. nahho (11. Jh.), mhd. nache, asächs. nako, mnd. (selten) āke, mnl. ake, achche, nl. aak, aengl. naca ‘Nachen, Einbaum’, anord. nǫkkvi ‘Boot’, eigentlich ‘ausgehöhlter Baumstamm’ (germ. *nakwa-), haben keine außergerm. Anknüpfungsmöglichkeiten. Geht man von einer frühen Bedeutung ‘aus einem Stamm gehauenes Boot, Einbaum’ aus, so ist eine allerdings unsichere Verbindung mit aind. nágaḥ ‘Baum, Berg’ und ein daraus gewonnener Ansatz ie. *nogu̯o- bzw. *nagu̯o- ‘Baum’ möglich. Oder kann in der Wortgruppe eine germ. Weiterentwicklung der Wurzel ie. *nāu- ‘Schiff’, vgl. aind. náuḥ, griech. ná͞us (ναῦς), lat. nāvis ‘Schiff’, gesehen werden? Nachen (dessen -n aus den flektierten Kasus) gilt heute am Mittel- und Niederrhein (in den Mundarten Achen, Aken, Ache mit Schwund des anlautenden, als Rest des unbestimmten Artikels empfundenen Nasals wie im Nl.); anderwärts von Kahn und Boot verdrängt. In der Literatursprache bis zur Klassik insgesamt selten gebraucht, gilt Nachen seitdem als dichterisch bzw. gehoben.

Thesaurus

Synonymgruppe
(kleiner) Kahn · ↗(kleines) Boot · ↗Barke · Bötchen · ↗Fischerboot · ↗Gondel (Venedig)  ●  Nachen  süddt., poetisch · ↗Weidling  regional · ↗Zille  regional
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

See besteigen lustig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nachen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwei Stunden später tuckert aus weiter Ferne ein Nachen an.
Die Zeit, 09.11.2009, Nr. 45
Man sprang von oben, von hilfreichen Händen unterstützt, in den schaukelnden Nachen.
Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 02.03.1914
Man flocht Bäume aneinander zu Flößen und hatte etliche Nachen bereit.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 191
Auch konnte Ruth, die zuweilen im Nachen die Schwäne fütterte, an der sogenannten tiefen Stelle des Weihers verunglückt sein.
Hauptmann, Gerhart: Der Narr in Christo Emanuel Quint, Berlin: Aufbau-Verl. 1962 [1910], S. 407
Während Elsa glückselig den Bruder umarmt, entschwindet der Nachen mit dem Gralsritter, von einer Taube gezogen, in der Ferne.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 199
Zitationshilfe
„Nachen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nachen>, abgerufen am 21.05.2019.

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