Nachfolgestaat, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Nachfolgestaat(e)s · Nominativ Plural: Nachfolgestaaten
Aussprache[ˈnaːχfɔlgəˌʃtaːt]
WorttrennungNach-fol-ge-staat
WortzerlegungnachfolgenStaat1
DWDS-Vollartikel, 2019

Bedeutung

Staat¹ (1), der auf dem Territorium eines zerfallenden oder sich verkleinernden Staates die Nachfolge (1) mit allen völkerrechtlichen Rechten und Pflichten antritt; Sukzessionsstaat
Beispiele:
Als Nachfolgestaat (auch Sukzessorstaat oder dementsprechend Sukzessionsstaat) wird im allgemeinen Sprachgebrauch ein Staat genannt, der das Staatsgebiet oder einen Teil eines zerfallenden oder sich verkleinernden Staates erwirbt oder auf dessen Territorium neu entsteht. [de.wikipedia.org, 20.03.2019, aufgerufen am 30.10.2019]
Die Republik Türkei ist der Nachfolgestaat des Osmanischen Reichs. [Der Standard, 09.05.2007]
So erklärt sich die frühe Konvergenz zwischen den Nachfolgestaaten des Großdeutschen Reiches der BRD, der DDR und Österreich, die alle in ihrer je eigenen Färbung an die Helden des antifaschistischen Kampfes erinnerten und kaum von den Opfern sprachen. [Berliner Zeitung, 03.07.1998]
Am 5. Juni einigten sich die 29 Unterzeichnerstaaten des KSE-Vertrags vom 19. November 1990 […] auf einer außerordentlichen Konferenz mit acht Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR (Rußland, Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Kasachstan, Moldova, Ukraine) auf ein Zusatzabkommen, das die Übernahme des Vertrags auf ihr Territorium vorsieht. [Archiv der Gegenwart, 2001. Zitiert nach: Archiv der Gegenwart, 1992, Bd. 62.]
Sowohl in der Ukraine als auch in Rußland, den größten und bedeutendsten sowjetischen Nachfolgestaaten, trägt der Nationalismus moderate Züge. Die Führung in der Ukraine macht die Staatsbürgerschaft nicht von Sprache und Volkszugehörigkeit abhängig[…]. Dies deutet darauf hin, daß die meisten Menschen nicht blind einem Nationalismus-Trend folgten, sondern von der Sehnsucht getrieben wurden, sich vom verhaßten kommunistischen Zentrum loszusagen – mit anderen Worten: Politische Freiheit war ihnen ebensowichtig wie ethnische Zugehörigkeit. [Die Zeit, 01.05.1992, Nr. 19]
Die DDR ist ein Nachfolgestaat des Deutschen Reiches, das im Feuer der Niederlage des Hitlerfaschismus untergegangen ist, also weder in seinen Grenzen, noch völkerrechtlich, noch staatsrechtlich weiter existiert. [Berliner Zeitung, 10.08.1968]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: jugoslawische, sowjetische Nachfolgestaaten
mit Genitivattribut: Nachfolgestaaten der Sowjetunion; ein Nachfolgestaat des Osmanischen Reichs

Thesaurus

Synonymgruppe
Nachfolgestaat · Sukzessorstaat
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anerkennung Donaumonarchie Einwanderer Finanzhilfe GUS Imperium Kolonie Monarchie Ostblock Reich Rußland Sowjetimperium Sowjetunion Spätaussiedler UdSSR Weißrußland ander anerkennen asiatisch aufteilen beid fünfzehn jugoslawisch karolingisch muslimisch slawisch sowjetisch zentralasiatisch zweitgroß übrig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nachfolgestaat‹.

Zitationshilfe
„Nachfolgestaat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nachfolgestaat>, abgerufen am 13.12.2019.

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