Nachschub, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Nachschub(e)s · Nominativ Plural: Nachschübe
Aussprache
WorttrennungNach-schub
Wortbildung mit ›Nachschub‹ als Erstglied: ↗Nachschubstaffel · ↗Nachschubtruppe · ↗Nachschubweg
 ·  mit ›Nachschub‹ als Letztglied: ↗Munitionsnachschub · ↗Truppennachschub · ↗Verpflegungsnachschub
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
das Versorgen, besonders der kämpfenden Truppe, mit neuem Material zur Ergänzung entstandener Lücken
Beispiele:
im Nachschub gab es Stockungen
den Nachschub von Munition, in der Verpflegung unterbrechen
2.
neues Material, das besonders der kämpfenden Truppe zur Ergänzung entstandener Lücken dient
Beispiele:
Nachschub benötigen, erhalten
der Nachschub wurde aus Flugzeugen abgeworfen
vor Ladenschluß hab ich Nachschub an Karten gekauft [H. KantAula93]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schub · Schubkarren · Schubkarre · Schublade · Nachschub · Schuber
Schub m. ‘das Schieben, Stoß, was auf einmal geschoben wird, Schiebefach, die Kraft, mit der ein durch Rückstoß bewegter Körper angetrieben wird’, Verbalabstraktum zu dem unter ↗schieben (s. d.) behandelten Verb. Mhd. schup ‘Aufschub, Fristverlängerung, das Schieben der Schuld auf einen anderen, Beweismittel, Strafe’ ist zunächst ein Ausdruck der Rechtssprache. Erst vom 16. Jh. an wird Schub (wohl als Neubildung zum Verb) in allgemeinerem Sinne verwendet und steht für ‘Stoß’ (16. Jh.; s. auch ↗Schubs), ‘was auf einmal geschoben wird, eine gewisse Menge’ (17. Jh., z. B. ein Schub Brot, Semmeln), ‘Schiebelade, -fach’ (um 1800) und (im physikalisch-technischen Bereich) ‘Kraft, mit der etw. vorwärts getrieben wird’. Schubkarren m. Schubkarre f. ‘einrädriger Karren, der geschoben wird’ (16. Jh.), Schuffkarren (15. Jh.). Schublade f. ‘Lade oder Kasten, die zum Öffnen und Schließen heraus- und hineinzuschieben sind’ (16. Jh.). Nachschub m. ‘Hinterhergeschobenes zur Ergänzung einer (Versorgungs)lücke’ (15. Jh.), vor allem im militärischen Bereich ‘Versorgung der Truppe mit Proviant, Munition und mit frischen Einheiten’. Schuber m. Gerätebezeichnung für eine Sache, die geschoben wird, ‘Riegel’, in die etw. geschoben wird, ‘Umhüllung, Futteral’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Nachschub · ↗Zufuhr

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausrüstung Ersatzteil Kriegsmaterial Landweg Logistik Munition NATO-Truppe Raumstation Treibstoff Verpflegung Versorgungsgut Verstärkung Vietcong Waffe abschneiden ausbleiben besorgen feindlich heranbringen heranschaffen herbeischaffen hermüssen nordvietnamesisch ordern stet stetig stocken unterbinden versiegen versorgen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nachschub‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Umgekehrt versorgen an jedem Tag mehr als 100 Lkw das Lager mit Nachschub.
Die Welt, 06.10.2005
Sie benötigten Nachschub, also Geld, um neue Dosen kaufen zu können.
Wondratschek, Wolf: Mozarts Friseur, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 70
Kurz bevor wieder Nachschub aus der Luft eintraf, schrieb er sein Testament.
Süddeutsche Zeitung, 25.06.1997
Ohne steten Nachschub würden sie aus den von ihnen zeitweise okkupierten Gebieten völlig verschwinden.
Natzmer, Gert von: Tierstaaten und Tiergesellschaften, Berlin: Safari-Verl. 1967, S. 206
Der geringe Nachschub an Ärzten und Schwestern ist freilich enttäuschend.
Eilers, W.: Iran. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 19527
Zitationshilfe
„Nachschub“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nachschub>, abgerufen am 18.09.2019.

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