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Nachteil, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungNach-teil (computergeneriert)
Wortzerlegungnach-Teil
Wortbildung mit ›Nachteil‹ als Erstglied: ↗nachteilig  ·  mit ›Nachteil‹ als Letztglied: ↗Kostennachteil · ↗Wettbewerbsnachteil
eWDG, 1974

Bedeutung

Schaden, eine ungünstige, negative Begleiterscheinung
Gegenwort zu Vorteil
Beispiele:
keinen, einen erheblichen Nachteil haben
weder Nachteile noch Vorteile durch, von etw. haben
diese Entscheidung wird mir, für dich materielle Nachteile bringen
daraus sind mir Nachteile entstanden, erwachsen
jmdm. gegenüber im Nachteil (= benachteiligt) sein
gehoben das kann dir einmal zum Nachteil gereichen
sie hat sich zu ihrem Nachteil verändert, entwickelt
das hat einen Nachteil, hat den großen Nachteil, dass ...
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Teil · teilen · Teilung · teilbar · abteilen · Abteilung · erteilen · mitteilen · Mitteilung · verteilen · teilhaftig · teils · Anteil · Anteilnahme · Gegenteil · gegenteilig · Nachteil · nachteilig · benachteiligen · Vorteil · übervorteilen · teilhaben · Teilhaber · teilnehmen · Teilnahme
Teil m. n. ‘Stück eines Ganzen, Einzelheit, Anteil’, ahd. (8. Jh.), mhd. teil m. n., asächs. dēl m., mnd. dēl m. n., mnl. nl. deel n., aengl. dǣl m., engl. deal, got. dails f. sowie ahd. teila f. ‘Teilung’ (9. Jh.), mhd. teile f. ‘Teilung, Zugeteiltes’, anord. deila f. ‘Teilung, Zwiespalt, Streit’, got. daila f. ‘Teilnahme’ (germ. *dail- mit unterschiedlicher Stammbildung) und aslaw. dělъ ‘Teil’, russ. (älter) del (дел) ‘Teilung’ sind Bildungen mit l-Suffix, die mit lit. dailýti ‘teilen’ zusammenstimmen. Weitere Verknüpfungen bleiben unsicher. Zu einer Wurzel ie. *dā(i)-, *dī̌- ‘teilen, zerschneiden, zerreißen’? Oder stammt der germ.-baltoslaw. Ausdruck aus einer Substratsprache? teilen Vb. ‘ein Ganzes in Einzelstücke zerlegen’, ahd. teilen, teilōn (8. Jh.), mhd. teilen, asächs. dēlian, mnd. mnl. dēlen, deilen, nl. delen, aengl. dǣlan, engl. to deal, anord. deila, got. dailjan, Bildung zum Substantiv; dazu Teilung f. ahd. teilunga (um 900), mhd. teilunge, und teilbar Adj. ‘so beschaffen, daß man es teilen kann’ (15. Jh.). abteilen Vb. ‘einteilen, trennen, absondern’, mhd. abeteilen ‘(gerichtlich) aberkennen, vermögensrechtlich abfinden, einen Teil von einem Ganzen trennen’; vgl. got. afdailjan ‘ein Zehntel abgeben’. Abteilung f. ‘Abtrennung, Loslösung, Abschnitt, Teil eines Ganzen’, (militärisch) ‘Gliederungseinheit der Truppe’, auch ‘Bereich der Verwaltung und Arbeitsorganisation’ (18. Jh.), mhd. abeteilunge ‘Abtrennung, Loslösung’, frühnhd. ‘Erbteilung’ (16. Jh.), auch ‘Eisenbahnabteil’ (2. Hälfte 19. Jh.), s. ↗Abteil. erteilen Vb. ‘(auf Grund einer Verfügungsgewalt eine Aufgabe, eine Berechtigung) zuteil werden lassen’, ahd. irteilen ‘Recht zuteilen, ein Urteil aussprechen, einen Rat, Befehl geben’ (8. Jh.), mhd. erteilen ‘ein Urteil sprechen, richten, verurteilen, als Urteil zuerkennen, teilen’. Dazu ↗Urteil, s. d. mitteilen Vb. ‘etw. wissen lassen, benachrichtigen, anvertrauen’, mhd. miteteilen ‘Rat geben, etw. mit jmdm. teilen, jmdm. zukommen lassen, übergeben’; Mitteilung f. ‘Nachricht, Meldung, Benachrichtigung, Bekanntgabe’ (16. Jh.). verteilen Vb. ‘(ein Ganzes in einzelnen Stücken) ausgeben’, ahd. firteilen ‘des Anteils berauben, verurteilen’ (10. Jh.), mhd. verteilen ‘ver-, zerteilen, bei einer Teilung übergehen, enterben, den Anteil absprechen, eines Anteils berauben, durch Urteil absprechen, verurteilen, verdammen, verfluchen, verwünschen’. teilhaftig Adj. ‘Anteil habend’, mhd. teilhaftic, teilheftic. teils Adv. ‘teilweise, zum Teil’ (17. Jh.), aus der genitivischen Fügung mhd. eines teiles, frühnhd. (eines) theils ‘zum Teil, einige’, wohl entstanden aus Verbindungen, in denen Teil als Ergänzung zum Verb auftritt. Anteil m. ‘zustehender, zufallender Teil, innere Anteilnahme, Beteiligung’, mhd. anteil; die übertragene Bedeutung ‘Mitgefühl’, besonders in der Wendung Anteil nehmen, entsteht im 18. Jh.; dazu Anteilnahme f. ‘(innere) Beteiligung, Mitgefühl’ (19. Jh.). Gegenteil n. ‘den Gegensatz zu etw. anderem Darstellendes’, mhd. gegenteil ‘Gegenpartei im Rechtsstreit’; im heutigen verallgemeinerten Sinne seit dem 16. Jh.; gegenteilig Adj. (16. Jh.). Nachteil m. ‘Umstände, die jmdn. beeinträchtigen, jmdm. schaden’ (15. Jh.), als Gegenwort zu älterem Vorteil, s. unten; nachteilig Adj. (15. Jh.).; benachteiligen Vb. ‘zurücksetzen, nicht das gleiche zugestehen’ (16. Jh.). Vorteil m. ‘günstiger Umstand, Gewinn, Nutzen’, ahd. forateila f. ‘Belohnung, Zuteilung’ (8. Jh.), mhd. vorteil m. n. ‘Teil voraus, Vorausempfang, Vorrecht’, mnd. vordēl n.; übervorteilen Vb. ‘Vorteil über jmdn. erringen, überlisten, betrügen’ (15. Jh.). teilhaben Vb. ‘beteiligt sein, teilnehmen’, ahd. teil habēn (8. Jh.), mhd. teil haben; Teilhaber m. ‘Mitberechtigter an Eigentum, besonders Geschäftseigentum’ (Anfang 18. Jh.), Kompagnon verdrängend. teilnehmen Vb. ‘sich beteiligen, mitmachen, mitempfinden, mitfühlen’, ahd. teil neman (8. Jh.), mhd. teil nemen; Teilnahme f. ‘Beteiligung, das Beteiligtsein, Mitgefühl’ (18. Jh.), älter Teilnehmung.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kehrseite · Nachteil · negative Seite  ●  (die) andere Seite der Medaille  fig. · Kehrseite der Medaille  fig. · ↗Schattenseite  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
Benachteiligung · Nachteil · ↗Schaden · ↗Übertölpelung · ↗Übervorteilung
Ökonomie
Synonymgruppe
Defizit · ↗Einbuße · ↗Fehlbetrag · ↗Minus · Nachteil · ↗Verlust · ↗Verlustgeschäft  ●  Unterschuss  veraltet · ↗Miese  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Nachteil  ●  ↗Haken  ugs., fig. · ↗Pferdefuß  ugs., fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(einziger) Nachteil · ↗Minuspunkt · ↗Schwachpunkt · ↗Wermutstropfen
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Betrug Kauf Nutzen Untreue Verbraucher Vorteil Vorzug abwiegen abwägen aufwiegen ausgleichen ausschlagen befürchten beruflich entscheidend entstehen erheblich erleiden erwachsen finanziell gereichen gravierend kompensieren schwerwiegend steuerlich strukturell vermeiden wettmachen wirtschaftlich überwiegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nachteil‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie haben nur einen Nachteil: Sie taugen nicht für die Praxis.
Die Zeit, 05.06.2012, Nr. 23
Für die betroffenen Bauern hat das zu erheblichen wirtschaftlichen Nachteilen geführt.
Die Welt, 27.01.2005
Aber die Nachteile bürokratisch-zentralistischer Planung treten auch hier ans Licht.
Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 432
Ihnen darf aus der Wahrnehmung dieses Rechts kein Nachteil entstehen.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - E. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 22111
Nur einen Nachteil haben diese Bäume, sie sind nicht gerade billig.
Rosenzweig, Gerhard: Unsere Modelleisenbahn, Gütersloh: Bertelsmann Verlag 1966, S. 91
Zitationshilfe
„Nachteil“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nachteil>, abgerufen am 17.08.2019.

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