Nachtigall, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Nachtigall · Nominativ Plural: Nachtigallen
Aussprache 
Worttrennung Nach-ti-gall
Wortbildung  mit ›Nachtigall‹ als Erstglied: Nachtigallengesang · Nachtigallenschlag · Nachtigallgesang
eWDG

Bedeutung

unscheinbarer, rostbraun gefärbter Vogel, der im dichten Laubholz nahe der Erde nistet und dessen melodischer Gesang im Mai besonders in der Stille der Nacht ertönt
Beispiele:
die Nachtigall singt, schlägt, flötet, trillert, schluchzt
sie lauschten dem Gesang, Schlag, Lied der Nachtigallen
eine Nachtigall hören
berlinisch, salopp, scherzhaft Nachtigall, ick hör' dir trapsen (= aha, ich merke, was beabsichtigt ist)
dichterischFrau Nachtigall
sie singt wie eine Nachtigall (= sie hat eine sehr schöne Stimme)
Das macht, es hat die Nachtigall / Die ganze Nacht gesungen [ Storm8,197]
übertragen
Beispiele:
Jenny Lind wurde wegen ihres herrlichen Soprans ›die schwedische Nachtigall‹ genannt
sprichwörtlichwas dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall (= des einen Nachteil ist des anderen Vorteil)
Martin Luther, die Nachtigall von Wittenberg [ WeismantelRiemenschneider205]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nachtigall f. Der Name des besonders nachts singenden Vogels ahd. nahtagala (8. Jh.), mhd. nahtegal, asächs. nahtigala, mnd. nachtegāl(e) (woraus schwed. nächtergala, näktergal), mnl. nachtegāle, nl. nachtegaal, aengl. nihtegala, nehtegala, engl. nightingale (germ. *nahti-galōn) ist gebildet aus dem unter Nacht (s. d.) behandelten Substantiv und einer Ableitung von dem in ahd. (um 800), aengl. galan ‘singen’, besonders ‘Zauberformeln (singend) hersagen, verzaubern, behexen’, anord. gala, auch ‘krähen’, mnl. galen ‘Lärm machen’ vorliegenden germ. Verb (germ. *galan ‘singen’); vgl. dazu ahd. (9. Jh.), mhd. asächs. galm ‘Schall, Ton, Lärm, Geräusch’, ahd. galstar (9. Jh.), mhd. galster ‘Gesang, Zaubergesang, Zauberei, Betrug’. Die Wortgruppe ist verwandt mit gellen (s. d.) und den dort genannten außergerm. Formen. Der westgerm. Vogelname bedeutet eigentlich ‘Nachtsängerin’.

Typische Verbindungen zu ›Nachtigall‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nachtigall‹.

Verwendungsbeispiele für ›Nachtigall‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Wind stößt stark, die Zweige rauschen gewaltig und die Nachtigallen schlagen hell zusammen. [Stramm, August: Sancta Susanna. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 38732]
Selbst die Nachtigall, die auf ihrem Zweig singt, ist es. [Die Zeit, 20.02.1998, Nr. 9]
Im Jahr 1943 verfaßte er ein Buch mit religiösen Meditationen unter dem Titel "Die Nachtigall der katholischen Kirche". [Die Zeit, 07.02.1997, Nr. 7]
Ein hochkultivierter Garten dagegen ist keineswegs ein Zuhause für die Nachtigall. [Die Zeit, 28.10.1994, Nr. 44]
Doch was weiß die Nachtigall schon von der Kunst der Fuge? [Die Zeit, 22.10.1993, Nr. 43]
Zitationshilfe
„Nachtigall“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nachtigall>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Nachthimmelslicht
Nachthimmel
Nachthemd
Nachthaube
Nachthafen
Nachtigallengesang
Nachtigallenschlag
Nachtigallgesang
Nachtisch
Nachtjacke