Nachtrag, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungNach-trag (computergeneriert)
Ableitung vonnachtragen
Wortbildung mit ›Nachtrag‹ als Erstglied: ↗nachträglich
eWDG, 1974

Bedeutung

Zusatz, Ergänzung
Beispiele:
alle im Winterfahrplan eingetretenen Änderungen wurden in einem Nachtrag zum Kursbuch zusammengefasst
zu dem Lexikon ist noch ein Nachtrag erschienen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nach · nachahmen · nachdem · nacheinander · nachgerade · nachhaltig · Nachnahme · Nachricht · Nachruf · Nachtisch · Nachtrag · Nachwelt · Nachwort
nach Adv. Präp. (mit Dativ), zur Bezeichnung einer Richtung und eines räumlichen oder zeitlichen Nacheinanders. Ahd. nāh Adv. ‘nahe, beinahe, danach’, Präp. ‘nahe, bei, hinter, gemäß’ (8. Jh.), mhd. nā(ch), mnd. mnl. , nl. na, aengl. nēah gehört zu dem unter ↗nahe (s. d.) behandelten Adjektiv und ist von diesem zunächst auch in der Bedeutung nicht zu trennen. Auszugehen ist von adverbiellem Gebrauch bei Verben der Bewegung ‘in die Nähe von etw.’, woraus sich ‘auf etw. zu’ bzw. (bei beweglichem Ziel) ‘hinterher’ entwickelt; in der Übertragung auf Zeitliches steht nach als Gegenwort zu vor. Oft in Präfixverben (nachfahren, -kommen) und in festen Verbindungen (nach wie vor ‘noch immer’, nach und nach ‘allmählich’). nachahmen Vb. ‘nachmachen, imitieren, zu kopieren suchen’ (16. Jh.), eigentl. ‘nachmessen’, zu mhd. āmen ‘visieren, eichen’, abgeleitet von mhd. āme, (md.) ōme ‘(Flüssigkeits)maß’, nhd. (heute unüblich) Ohm, entlehnt aus mlat. ama ‘(Wein)maß, Faß’, lat. ama, hama ‘Feuereimer’, griech. ámē (ἄμη) ‘Schaufel, Eimer’. nachdem Konj. Adv. ‘später als, nach dieser Zeit’, frühnhd. noch mit Getrenntschreibung nach dem (15. Jh.); statt des Dativs steht in älterer Sprache der Instrumental ahd. nāh diu ‘so wie, nachdem, dementsprechend, wonach’. nacheinander Adv. ‘einer nach dem andern, hintereinander’ (15. Jh.). nachgerade Adv. ‘allmählich, schließlich, direkt, geradezu’, im 17. Jh. aus dem Nd. ins Hd. aufgenommen, vgl. mnd. nāgerāde, auch nārāde ‘allmählich’, dieses aus mnd. und vielleicht mnd. rāt ‘Reihe, Reihenfolge, Ordnung’ (vgl. anord. rǫð ‘Reihe’), also eigentl. ‘nach der Reihe’ und daher ‘allmählich’. nachhaltig Adj. ‘lange nachwirkend, ausdauernd’ (um 1800), zu nachhalten ‘anhaltend wirken, von längerer Dauer sein’ (18. Jh.), älter ‘nachfolgen, nachstellen, nachträglich vorhalten’ (16. Jh.), und veraltetem Nachhalt ‘Rückhalt, Reserve’ (18. Jh.). Nachnahme f. ‘im Frachtbrief vermerkte Auslagen und Spesen, die der Empfänger nachträglich zu zahlen hat’ (1. Hälfte 19. Jh.), danach im Postwesen (1870) ‘Erhebung einer Geldsumme (Rechnungsbetrag, Gebühr) bei Aushändigung einer Postsendung’ (anstelle von frz. remboursement); zu nachnehmen ‘nachträglich nehmen’. Nachricht f. ‘Mitteilung’ (um 1600), älteres, vom 16. bis 18. Jh. bezeugtes Nachrichtung ‘wonach man sich zu richten hat, Anweisung’ allmählich verdrängend. Nachrichten Plur. ‘(über Rundfunk, Fernsehen gesendete) aktuelle, bes. politische Meldungen’ (20. Jh.). Nachruf m. ‘Würdigung eines Verstorbenen, Nekrolog’ (19. Jh.); zuvor von Zesen 1648 als Verdeutschung für Echo empfohlen. Nachtisch m. ‘Nachspeise’ (16. Jh.). Nachtrag m. ‘Zusatz, Ergänzung’ (18. Jh.). Nachwelt f. ‘kommende Generationen’ (17. Jh.) Nachwort n. ‘Schlußwort mit Erläuterungen für ein Buch’ (19. Jh.), frühnhd. auch ‘nachträglich hinzugefügtes Wort, Nachrede’, mhd. nāchwort ‘nachträglich geltend gemachte Forderung’ (14. Jh.).

Thesaurus

Jura
Synonymgruppe
Synonymgruppe
Nachschrift · Postscript
Synonymgruppe
Anfügung · ↗Anhang · ↗Anlage · ↗Annex · ↗Appendix · ↗Beilage · ↗Ergänzung · ↗Zusatz  ●  ↗Addendum  geh., veraltet · Paralipomenon  geh., griechisch
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Nachbetrachtung  ●  ↗Nachklapp  ugs.
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufsatz Baugenehmigung Beauftragung Berichtigungen Bibliographie Bundesbudget Bundeshaushalt Börsenprospekt Dokumentenbuch Doppelhaushalt Ergänzungen Gesellschaftsvertrag Haushaltsplan Mietvertrag Nachtrag PTT-Voranschlag Prospekt Register Testament Verbändevereinbarung Verkaufsprospekt Verzeichnis Voranschlag Wirtschaftsbericht Zusätze bibliographischen genehmigte handschriftlichen sommerlicher verspäteter

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nachtrag‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Müssen Sie denn in diesem Jahr noch einen zweiten Nachtrag machen?
Die Zeit, 04.10.1974, Nr. 41
In dieser Gestalt, nur um einige spätere Nachträge vermehrt, liegt sie uns vor.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1928, S. 170
Ich sende Ihnen beiliegend Ihre damalige Äußerung und bitte Sie also um einen "Nachtrag 1985".
Die Welt, 18.03.2000
Dieser Nachtrag ist naturgemäß von neuem genötigt, sich auf eine tagespolitische Situation einzulassen, jetzt die vom Anfang des Jahres 1988.
Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 77
Zur Erklärung des Dichters gibt E. Herkenrath (649) einige Nachträge.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1927, S. 183
Zitationshilfe
„Nachtrag“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nachtrag>, abgerufen am 18.10.2017.

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