Nachtragshaushalt, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Nachtragshaushalt(e)s · Nominativ Plural: Nachtragshaushalte
Aussprache
WorttrennungNach-trags-haus-halt
WortzerlegungNachtragHaushalt
DWDS-Vollartikel, 2019

Bedeutung

Verwaltungssprache ein öffentlicher Haushalt (2), der gemäß deutschen Haushaltsrechts aufgrund unvorhersehbarer Mehrausgaben nachträglich zu einem vorhandenen Haushaltsplan aufgestellt wird
Beispiele:
In der Bundesrepublik Deutschland muss ein Nachtragshaushalt wie ein originäres Budget vom Finanzminister aufgestellt, vom Kabinett verabschiedet, vom Haushaltsausschuss beraten und vom Parlament beschlossen und – soweit es den Bundeshaushalt betrifft – vom Bundesrat angenommen werden. Die gesetzliche Grundlage bildet Art. 110 Abs. 3 Satz 1 Grundgesetz. [de.wikipedia.org, 01.09.2018, aufgerufen am 07.11.2019]
Der Bundestag hat den Hilfsfonds für die Flutopfer in Höhe von acht Milliarden Euro gebilligt. Das Parlament hat das Aufbauhilfegesetz sowie den Nachtragshaushalt für zusätzliche Schulden am Freitag einstimmig beschlossen. [Spiegel, 28.06.2013 (online)]
Die meisten Marktbeobachter rechnen schon bald mit einem zweiten Nachtragshaushalt für das Fiskaljahr 1999/2000. [Die Welt, 28.08.1999]
Doch scheint die Zustimmung des Bundesrates kaum erreichbar zu sein, weil dann elf Nachtragshaushalte noch 1990 durch die Landesparlamente bewilligt werden müßten[…]. Das alternative Modell sieht vor, die erforderlichen Mittel für Hilfen an die DDR in einem rechtlich unselbständigen Sondervermögen des Bundes in Form eines Sonderfonds »Deutsche Einheit« aufzubringen[…]. [Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000, S. 409. Zitiert nach: Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, München: Oldenbourg 1998.]
In Hellersdorf würden in diesem Jahr rund 3750 Kinder eingeschult. Selbst wenn die Mittel im Nachtragshaushalt bereitgestellt würden, ständen die benötigten Einrichtungen erst ein Schuljahr später zur Verfügung. [Berliner Zeitung, 12.02.1994]
Vorrangiges Ziel eines Nachtragshaushalts, der den gleichen Verfahrensregeln wie der eigentliche Haushalt unterliegt, ist es, für die parlamentarische Bewilligung eines Mehrbedarfs zu sorgen, der sich beim Haushaltsvollzug ergibt und für den im Haushaltsplan keine entsprechende Vorsorge getroffen wurde. Der § 33 der Bundeshaushaltsordnung (BHO), der das Verfahren des Nachtragshaushalts regelt, stellt keine materiellen Voraussetzungen für eine Nachtragsvorlage der Bundesregierung auf. [o. A. [hen.]: Nachtragshaushalt. In: Aktuelles Lexikon 1974-2000, München: DIZ 2000 [1988]]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: der eingebrachte, vorgelegte, beschlossene, verabschiedete Nachtragshaushalt
als Akkusativobjekt: den Nachtragshaushalt verabschieden, bewilligen, billigen, aufstellen
in Präpositionalgruppe/-objekt: eine Verfassungsklage gegen, ein Entwurf für, Beratungen über den Nachtragshaushalt
mit Genitivattribut: der Nachtragshaushalt des Bundes, des Senats, der Koalition
mit Prädikativ: der Nachtragshaushalt ist unausweichlich, fällig

Typische Verbindungen zu ›Nachtragshaushalt‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aufbauhilfegesetz Aufstellung Billion Doppelhaushalt Einbringung Entwurf Etatentwurf Fiskaljahr Haushaltsentwurf Haushaltssperre Haushaltsstrukturgesetz Kassensturz Konsolidierungsprogramm Nachschiebeliste Neuverschuldung Solidarpakt Verabschiedung Verfassungsklage Volumen Vorlage beschließen beschlossen bewilligen eingebracht einplanen unausweichlich verabschieden verabschiedet vorgelegt vorlegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nachtragshaushalt‹.

Zitationshilfe
„Nachtragshaushalt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nachtragshaushalt>, abgerufen am 18.02.2020.

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