Nacken, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Nackens · Nominativ Plural: Nacken
Aussprache
WorttrennungNa-cken
Wortbildung mit ›Nacken‹ als Erstglied: ↗Nackendusche · ↗Nackenhaar · ↗Nackenkissen · ↗Nackenleder · ↗Nackenschlag · ↗Nackenschutz · ↗Nackenstarre
 ·  mit ›Nacken‹ als Letztglied: ↗Ledernacken · ↗Specknacken · ↗Stiernacken · ↗Wulstnacken · ↗kurznackig
eWDG, 1974

Bedeutung

hinterer, äußerer und gewölbter Teil des Halses
Beispiele:
ein kurzer, gedrungener, wulstiger Nacken
einen steifen Nacken (= Genick) haben
die Arme im Nacken verschränken
er hatte den Hut in den Nacken geschoben
sie warf trotzig, stolz den Kopf in den Nacken
jmdm. die Arme um den Nacken schlingen
Er war ein untersetzter, muskulös gebauter Mann mit einem starken Nacken [Kellerm.Totentanz143]
Die schimmernden Nacken der Frauen über den schweren Farben ihrer Gewänder [H. MannSchlaraffenland1,306]
bildlich
Beispiele:
jmdm. den Nacken steifen (= jmdm. beistehen, jmdn. zum Widerstand, Durchhalten ermuntern)
jmdm. auf dem Nacken sitzen (= jmdn. bedrängen)
jmdm. den Fuß auf den Nacken stellen, setzen (= jmdn. beugen, ducken)
jmdm. den Nacken beugen (= jmdn. demütigen, gefügig machen)
den Feind im Nacken haben (= verfolgt werden)
die Verfolger saßen ihm im Nacken (= waren dicht hinter ihm)
sie hat den Schelm, Schalk im Nacken (= ist zu Schelmereien geneigt)
ihr sitzt der Geiz, die Habsucht im Nacken (= sie ist geizig, habsüchtig)
ihm saß die Furcht im Nacken (= er hatte Furcht)
Was Friedrich in den folgenden Jahren mit steifem Nacken (= unbeugsam) ... ertragen hatte [MehringLessing-Legende224]
Ich hab' ihn aufgesteckt, daß sie den Nacken / Mir lernen beugen, den sie aufrecht tragen [SchillerTellIV 3]
Außerdem sitzt die Konkurrenz mir im Nacken [Th. MannKrull8,270]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nacken · Nackenschlag · hartnäckig
Nacken m. ‘hinterer Teil des Halses’, ahd. (h)nac (8. Jh.), (h)nacko (Hs. 13. Jh.), mhd. nac, nacke, asächs. hnakko (in Ortsnamen), mnd. nacke, mnl. nac, nacke, anord. hnakki, hnakkr, schwed. nacke (germ. *hnakkan-) haben neben sich Formen mit e in der Wurzelsilbe wie mnd. mnl. necke, nl. nek, afries. hnekka, aengl. hnecca, engl. neck. Das e wird entweder als Ablaut angesehen (s. ↗Genick) oder als Umlaut, hervorgerufen durch ein inzwischen geschwundenes j der Folgesilbe. Die Bildungen führen auf ein nur aus dem Germ. zu erschließendes ie. *kneg- bzw. *knog-, Gutturalerweiterung der (fast nur in erweiterter Form vorliegenden) Wurzel ie. *ken- ‘zusammendrücken, -knicken, Zusammengedrücktes, Geballtes’ (s. auch ↗Nuß, ↗Nocken), so daß Nacken ursprünglich als ‘etw. Zusammengeballtes, eine Erhöhung (auf dem Rücken von Tieren)’ zu verstehen ist. Vgl. auch toch. A kñuk ‘Genick’ und air. cnocc, abret. cnoch ‘Hügel’ (zu ie. *kneug-, *kneuk-). Nackenschlag m. ‘Demütigung, üble Nachrede’, im 18. Jh. vom Nd. ausgehend, auch im eigentlichen Sinne ‘Schlag in den Nacken’. hartnäckig Adj. ‘beharrlich, unnachgiebig’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atem Faust Haar Hals Hinterkopf Knoten Kopf Krokodil Schalk Schulter Stier Stirn Verfolger Verspannung Zopf ausrasieren ausrasiert beugen gebeugt kraulen massieren schlingen schmerzen sitzen spüren steif verschränken verspannen verspannt zusammenbinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nacken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als es mir endlich doch noch gelang, einen Wagen anzuhalten, öffnete mir ein massiger schwarzer Mann mit rosig pigmentiertem Nacken.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 184
Wie wäre es erst mit einer echten "Deadline" geworden, mit Olympia im Nacken?
Der Tagesspiegel, 21.07.2000
Ich sah sie an, ihren Rücken, ihren Nacken, ihr Haar.
Goosen, Frank: Liegen lernen, Frankfurt am Main: Eichborn AG 2000, S. 62
Es gab Tage, da fühlte er das verächtliche Grinsen einer höheren Macht im Nacken.
Die Welt, 13.11.1999
Der Knoten des nachtschwarzen Haars lag ihr tief im Nacken.
Dohm, Hedwig: Christa Ruland. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 10169
Zitationshilfe
„Nacken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nacken>, abgerufen am 18.11.2019.

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