Narbe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Narbe · Nominativ Plural: Narben
Aussprache
WorttrennungNar-be
Wortbildung mit ›Narbe‹ als Erstglied: ↗Narbenbildung · ↗Narbengewebe  ·  mit ›Narbe‹ als Letztglied: ↗Blatternarbe · ↗Brandnarbe · ↗Einschussnarbe · ↗Grasnarbe · ↗Kratznarbe · ↗Operationsnarbe · ↗Pockennarbe · ↗Schmissnarbe · ↗Schussnarbe · ↗Säbelnarbe
 ·  mit ›Narbe‹ als Grundform: ↗vernarben  ·  formal verwandt mit: ↗durchnarbt · ↗genarbt · ↗zernarbt
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
nach Heilung einer Wunde entstandene, mit gefäßarmem, derbem Bindegewebe ausgefüllte Körperstelle
Beispiele:
eine große, kleine, tiefe, breite, lange, sichtbare, frische, rote, blasse, weiße Narbe
er hat eine Narbe über der Stirn, am Bein, Finger
die Narbe entstellt sein Gesicht
meine Narbe brennt, schmerzt
meine Narbe tut weh, es wird anderes Wetter geben
diese Narbe rührt von einer Operation her
Die Operation wird vom Gehörgang aus vorgenommen, hinterläßt also keine von außen sichtbare Narbe [Gesundheit1966]
übertragen
Beispiele:
diese Erlebnisse haben bei ihm Narben (= Spuren) zurückgelassen
der Krieg hat in der Stadt viele Narben hinterlassen
Das Holz schien ... ein gelber, polierter Marmor oder Speckstein zu sein, aber mit zahllosen Narben und Schnitten [G. Hauptm.Ketzer4,103]
2.
Beispiel:
die Narben (= die durch die Haarlöcher gebildeten Unebenheiten) des Leders
3.
Botanik oft auf einem Griffel sitzender, oberster Teil des Fruchtknotens, der der Aufnahme des Pollens dient
Beispiele:
die Bienen bestäubten die Narben
Die Narben [der Windblütler] ragen weit aus den Blüten hervor, damit sie die herabschwebenden Pollenkörner auffangen können [Urania1964]
Die Narben der Gräser sind federartig ausgebildet [Urania1964]
4.
Grasnarbe
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Narbe · narbig · vernarben
Narbe f. ‘sichtbare Spur einer verheilten Wunde auf der Haut, Wundmal’, ahd. narwa (Hs. 12. Jh.), mhd. narwe, mnd. narwe, nāre ist die feminine Substantivierung (im Sinne von ‘Enge, Verengung der Wundränder, Zusammenziehung der Haut über der Wunde’) eines Adjektivs westgerm. *narwa-, das in asächs. naru, aengl. nearu, engl. narrow, nl. naar ‘eng’ (eigentlich ‘zusammengeschnürt’) belegt ist (s. auch ↗Nehrung). Verwandt sind lit. nérti ‘einfädeln, stricken, (ver)knoten, (ver)schlingen’, narỹs ‘Schlinge, Gelenk, Glied’, russ. (landschaftlich) nerët (нерёт) ‘eine Art Fischreuse’ und wohl auch ↗Schnur (s. d.). Erschließbar ist ie. *(s)ner- ‘drehen, winden (von Faden und Flechtwerk), zusammendrehen, zusammenschnüren’, vielleicht eine Erweiterung der Wurzel ie. *(s)nē- ‘Fäden zusammendrehen, mit dem Faden hantieren, weben, spinnen, nähen’ (s. ↗nähen). Für das zunächst vorwiegend nordd. und md. Narbe verwenden Luthers obd. Zeitgenossen Wunde und Malzeichen. Narbe steht auch für die Unebenheiten auf der Haarseite eines gegerbten Fells (15. Jh.), vgl. nl. nerf, sowie für die mit Wurzelgeflecht durchsetzte Bodenoberfläche, vgl. Grasnarbe (18. Jh., doch in nd. Mundarten wohl älter). narbig Adj. ‘mit Narben bedeckt’ (Mitte 18. Jh.), älter narbicht (17. Jh.). vernarben Vb. ‘abheilen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Narbe [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Narbe · ↗Schmarre · ↗Schramme · ↗Wundmal

Typische Verbindungen
computergeneriert

Augenbraue Bauch Bißwunde Bluterguß Falte Griffel Kinn Muttermal Nasenbein Oberlippe Stirn Tätowierung Unterarm Verwachsung Wange Wunde bleibend blitzförmig davontragen entstellen entstellend hinterlassen häßlich schmerzend verheilen verheilt wulstig zurückbehalten zurückbleiben übersäen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Narbe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber am gestrigen Tag der Entscheidung schmerzte die Narbe noch einmal.
Die Welt, 07.07.2005
Nur noch eine Narbe am Kopf erinnert heute an die Operation.
Der Tagesspiegel, 08.07.1998
Und wenn er baden ging, konnte auch jeder die Narbe auf seinem Rücken sehen.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 469
Und wenn er baden ging, konnte auch jeder die Narbe auf seinem Rücken sehen.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 139
Er hatte unter dem linken Auge eine lange helle Narbe.
Walter, Otto F.: Der Stumme, München: Kösel 1959, S. 69
Zitationshilfe
„Narbe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Narbe>, abgerufen am 21.02.2019.

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