Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Narkose, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Narkose · Nominativ Plural: Narkosen
Aussprache 
Worttrennung Nar-ko-se (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Narkose‹ als Erstglied: Narkoseapparat · Narkosearzt · Narkosefacharzt · Narkosegewehr · Narkosemaske · Narkosemittel · Narkoseschwester · Narkoseüberwachung
 ·  mit ›Narkose‹ als Letztglied: Basisnarkose · Elektronarkose · Holzhammernarkose · Inhalationsnarkose · Kurznarkose · Lachgasnarkose · Tropfnarkose · Vollnarkose · Äthernarkose
 ·  formal verwandt mit: narkotisch
Herkunft zu nárkōsisgriech (νάρκωσις) ‘Erstarrung, Lähmung, Betäubung’ < narkū́ngriech (ναρκοῦν) ‘lähmen, betäuben’ < nárkēgriech (νάρκη) ‘Krampf, Lähmung, Erstarrung’
eWDG

Bedeutung

besonders bei einer Operation angewandte vorübergehende allgemeine Betäubung mit Ausschaltung des Bewusstseins, der Schmerzempfindung und der Bewegung, die durch Zufuhr von Narkotika bewirkt wird
Beispiele:
die Narkose einleiten, herbeiführen
eine Narkose durchführen
umgangssprachlicheine Narkose machen
dem Patienten eine Narkose geben
den Patienten in Narkose versetzen
Doktor A leitet die Narkose
die Narkose überwachen
in Narkose liegen
aus der Narkose erwachen
in Narkose operieren, einen Eingriff durchführen
Medizineine intravenöse, rektale Narkose
Medizineine kombinierte Narkose
eine tiefe Narkose
In Narkose muß der Brustkorb eröffnet werden [ Gesundheit1968]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Narkose · narkotisch · Narkotikum · narkotisieren · Narkotiseur
Narkose f. künstlich herbeigeführter schlafähnlicher Zustand mit Bewußtseinsaufhebung, ‘Betäubung, Schmerzunempfindlichkeit’, seit Mitte des 19. Jhs. mit eindeutschender Endung (s. Thrombose) bezeugt. Voraufgeht medizin.-lat. Narcosis (um 1700), eine gelehrte Übernahme von griech. nárkōsis (νάρκωσις) ‘Erstarrung, Lähmung, Betäubung’, gebildet zu griech. narkū́n (ναρκοῦν) ‘lähmen, betäuben’. Ausgangspunkt der Wortgruppe ist griech. nárkē (νάρκη) ‘Krampf, Lähmung, Erstarrung’. – narkotisch Adj. ‘einschläfernd, betäubend’ (16. Jh.), mlat. narcoticus, aus griech. narkōtikós (ναρκωτικός); vgl. das substantivierte medizin.-lat. Narcotica (Neutr. Plur.) ‘schmerzstillende, betäubende Mittel’ (Anfang 18. Jh.). Narkotikum n. ‘Betäubungsmittel’ (17. Jh.), Narkotika Plur., zu mlat. narcoticus (s. oben). narkotisieren Vb. (19. Jh.). Narkotiseur m. (20. Jh.).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Anästhesie · Betäubung · Narkose

Typische Verbindungen zu ›Narkose‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Narkose‹.

Verwendungsbeispiele für ›Narkose‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Patient ist in Narkose den akustischen Wahrnehmungen passiv ausgeliefert, weil sein Bewußtsein ausgeschaltet ist. [Die Zeit, 02.06.1999, Nr. 23]
Ökonomen bezeichneten sie als "Operation ohne Narkose", die den Patienten zu starken Aggressionen verleiten könne. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1992]]
Die Narkose allein dämpfte dabei die kognitiven Fähigkeiten der Mäuse nur wenig. [Die Zeit, 07.02.2012 (online)]
Gelitten hatten sie wegen der Narkose nicht. 20 Tiere leben noch. [Die Zeit, 25.01.2010, Nr. 04]
Das Loch, in dem ich verschwinden möchte, stelle ich mir vor wie eine barmherzige, professionelle Narkose. [Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 152]
Zitationshilfe
„Narkose“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Narkose>.

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