Narrheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Narrheit · Nominativ Plural: Narrheiten
Aussprache
WorttrennungNarr-heit
eWDG, 1974

Bedeutung

Torheit, Dummheit
a)
nur im Singular
Beispiele:
meine mit Narrheit verbundene Treuherzigkeit [G. Hauptm.4,256]
Liebhabereien, denen er bis zur Narrheit frönte: es waren die Katzen und die Blumen [Th. MannJoseph3,151]
b)
törichte, dumme Handlung
Beispiele:
wieso der junge Mensch auf solche Narrheiten verfällt [NablOrtliebsche Frauen211]
so hatte er doch in seinem Leben so viele Narrheiten und Übereilungen begangen [Stifter1,174]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Narr · Narrenhaus · Narrenkappe · narren · vernarren · närrisch · Narrheit · Narretei
Narr m. ‘Tor, einfältiger Mensch’. Die Herleitung von ahd. narro (8. Jh.), mhd. mnd. narre, nhd. (bis um 1800) Narre (nl. nar, dän. nar, schwed. narr sind aus dem Dt. entlehnt) ist unklar. Vielleicht ist ahd. narro eine Entlehnung aus spätlat. *nario ‘Nasenrümpfer, Spötter’? Oder gehört das Wort mit frühnhd. narren, nerren ‘knurren’ (15. Jh.) sowie ↗nörgeln, (mit s-Anlaut) ↗schnarren, ↗schnurren (s. d.) zu der schallnachahmenden Wurzel ie. *(s)ner-, *(s)nur- ‘murren, knurren’? Das Substantiv bezeichnet in früherer Zeit auch den Geisteskranken, vgl. Narrenhaus n. ehemals ‘Käfig zur Schaustellung Geisteskranker’ (15. Jh.), ‘Räumlichkeit zur Verwahrung Geisteskranker’ (17. Jh.), Narrenkappe f. ‘Schellenkappe’ (15. Jh.), ↗Hofnarr (s. d.). Hierzu die Wendung an jmdm. einen Narren gefressen haben ‘närrische Vorliebe für jmdn. haben’ (16. Jh.). narren Vb. ‘irreführen, täuschen’ (16. Jh.); vgl. ahd. irnarrēn ‘sich der Torheit überlassen’ (10. Jh.), spätmhd. ernarren ‘zum Narren werden, sich wie ein Narr benehmen’. vernarren Vb. (reflexiv) ‘sich für etw. beigeistern, sich heftig verlieben’ (16. Jh.), mhd. vernarren ‘ganz zum Narren, zum Toren werden’. närrisch Adj. ‘unvernünftig’, mhd. nerrisch, auch ‘verkehrt’. Narrheit f. ‘närrischer Streich, Einfalt, Dummheit’ (16. Jh.); vgl. ahd. narrraheit ‘törichtes Benehmen’ (8. Jh.) und mhd. narrecheit. Narretei f. ‘Scherz, Posse, übermütiges Treiben, Unsinn’, Narr(e)they (Anfang 17. Jh.), hervorgegangen aus Narrenteiding ‘Verhandlung der Narren, Narrengeschwätz, Torheit’ (16. Jh.); zum Grundwort s. ↗verteidigen.

Thesaurus

Psychologie
Synonymgruppe
Insania · ↗Irrsinn · Narrheit · ↗Stumpfsinn · ↗Tollheit · ↗Torheit · ↗Verdrehtheit · ↗Verrücktheit · ↗Wahnsinn · ↗Wahnwitz  ●  ↗Fadaise  geh., franz. · Hirnrissigkeit  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Lob Narr Weisheit

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Narrheit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er griff sich, über solche Narrheit entsetzt, an den Fez.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 119
Jeweils 32 oder 34 DM "Es ist eine große Narrheit, allein weise sein zu wollen.
Der Tagesspiegel, 09.01.1997
Aber es ist wohl dennoch erlaubt, von Narrheit zu sprechen, nicht wahr?
Die Zeit, 31.07.1995, Nr. 31
Er wußte, daß sie recht hatten, alle beide, fühlte gut, daß es Narrheit sei, hier zu bleiben.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 308
Noch gehören ihrem Gehalte nach solche Darstellungen in das große, in dem nunmehr zu Ende gehenden Zeitalter immer wieder exemplarisch abgehandelte Kapitel der menschlichen Narrheit.
Beenken, Hermann: Das Neunzehnte Jahrhundert in der deutschen Kunst, München: Bruckmann 1944, S. 432
Zitationshilfe
„Narrheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Narrheit>, abgerufen am 23.02.2019.

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