Narzissmus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungNar-ziss-mus (computergeneriert)
GrundformNarziss
Ungültige SchreibungNarzißmus
Rechtschreibregeln§ 2
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

übersteigerte Selbstliebe, Ichbezogenheit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Narzisse · Narzißmus
Narzisse f. Name für ein stark duftendes Zwiebelgewächs mit ansehnlichen weißen oder gelben Blüten, entlehnt (16. Jh.) aus gleichbed. lat. narcissus m., griech. nárkissos (νάρκισσος) m., selten f. Da die Pflanze einen betäubenden Duft verbreitet und eine beruhigende Wirkung haben soll, ist der Name möglicherweise an griech. nárkē (νάρκη) ‘Krampf, Lähmung, Erstarrung’ (s. ↗Narkose) anzuschließen; dabei kann eine volksetymologische Umdeutung eines Fremdwortes unbekannter Herkunft nicht ausgeschlossen werden. Narzißmus m. ‘übertriebene Selbstliebe und Verlangen, stets bewundert zu werden’, Bildung (Freud 1924, vgl. frz. narcissisme, 1917) zu Narziß ‘eitler, sich selbst bewundernder Mensch’, nach lat. Narcissus, griech. Nárkissos (Νάρκισσος), in der griechischen Sage Name eines Jünglings, der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebte, an dieser Liebe zugrunde ging und in eine Narzisse verwandelt wurde.

Thesaurus

Synonymgruppe
Eigenliebe · Narzissmus · ↗Selbstliebe
Assoziationen
Psychologie
Synonymgruppe
Arroganz · ↗Blasiertheit · ↗Egozentrik · ↗Einbildung · Eingebildetsein · Eingenommenheit von sich selbst · ↗Hochmut · Narzissmus · ↗Selbstgefälligkeit · Selbstverliebtheit · ↗Stolz · ↗Überheblichkeit · übersteigertes Selbstbewusstsein  ●  ↗Hoffart  veraltend · ↗Dünkel  geh., veraltend · ↗Prätention  geh. · ↗Selbstüberhebung  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Selbstvergötterung  ●  ↗Idiolatrie  fachspr., griechisch
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arroganz Depression Differenz Eitelkeit Exhibitionismus Größenwahn Hang Homosexualität Mischung Nihilismus Paranoia Zeitalter ausgeprägt ausleben explosiv frühkindlich gekränkt gesund grenzenlos hemmungslos infantil kindlich kollektiv krankhaft moralisch männlich pathologisch primär weiblich übersteigert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Narzissmus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von dort ist es nicht mehr weit zum zeitgemäßen Narzissmus.
Die Welt, 06.01.2001
Am besten gefällt mir dabei seine "Erklärung" für den Narzissmus.
Der Tagesspiegel, 13.08.1999
Gemeint ist der übersteigerte Narzißmus der Protagonisten wie auch der Autoren selbst.
Hijiya-Kirschnereit, Irmela: Selbstentblößungsrituale, Wiesbaden: Steiner 1981, S. 201
Dies Zeitalter blühte in mehr oder minder gerechtfertigtem, mehr oder minder selbstgerechtem Narzißmus.
Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 3, Berlin: Aufbau-Verl. 1956, S. 38
Auch mit größter Anstrengung gelang es Valeska nicht, den Narzißmus ins leidenschaftliche Stadium zu steigern.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 1039
Zitationshilfe
„Narzissmus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Narzissmus>, abgerufen am 09.12.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Narzisse
Narziss
Narwal
Narthex
närrisch
Narzisst
narzißtisch
Nasal
nasalieren
Nasalierung