Nasenstüber, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungNa-sen-stüber · Na-senst-über (computergeneriert)
WortzerlegungNaseStüber
eWDG, 1974

Bedeutung

leichter Stoß, Schlag gegen die Nase
Beispiel:
jmdm. einen (kleinen) Nasenstüber geben, versetzen
umgangssprachlich, bildlich Zurechtweisung, Tadel
Beispiele:
er hat ihm einen ganz schönen Nasenstüber versetzt, verabreicht
diesen Nasenstüber hatte sie verdient!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nase · Nasenloch · Nasenstüber · naseweis · Nashorn · näseln
Nase f. im Gesicht befindliches, zum Atmen und Riechen dienendes Organ; beim Menschen als Gesichtsvorsprung ausgebildet, so daß die Bezeichnung von daher vielfach übertragen verwendet wird. Ahd. (8. Jh.), asächs. nasa, mhd. nase, mnd. mnl. nāse, aengl. nasu, anord. nǫs führen auf germ. *nasō, mnl. nese, mnd. nēse auf Formen mit j-Suffix; daneben steht (ablautend) mnd. nōse, mnl. nose, noyse, nl. neus, aengl. nosu, engl. nose (germ. *nusa-, wozu auch ↗Nüster, s. d.) und (dehnstufig) aengl. nōse ‘Vorgebirge’, schwed. nos ‘Nase, Maul, Schnauze’; Ableitungen mit j-Suffix von der Wurzelsilbe germ. *nas- sind auch mnd. nēse ‘Vorgebirge’ (in Ortsnamen), mnl. nesse, nes ‘Landzunge’, nl. nes ‘außerhalb des Deiches gelegenes, durch Ausschwemmung geformtes Land’, aengl. næs(s), engl. ness ‘Vorgebirge, Landzunge’, anord. nes ‘Landspitze’. Außergerm. vergleichen sich aind. nas- ‘Nase’, Dual (hinsichtlich der zwei Nasenlöcher) nā́sā, lat. nāris (aus *nāsis) ‘Nüster, Nasenloch, Nase’, nāsum, nāsus ‘Nase’, lit. nósis, aslaw. nosъ, russ. nos (нос) ‘Nase’, so daß sich ie. *nas- bzw. der dehnstufige Nominativ Sing. (des zunächst konsonantischen Stammes) ie. *nās ‘Nase’, ursprünglich wohl ‘Nasenloch’, ansetzen läßt. Nasenloch n. mhd. nasenloch. Nasenstüber m. ‘Stoß an die Nase’, mit omd. hyperkorrekter Schreibung für Nasenstieber (17. Jh.); wohl zu ↗stieben ‘umherwirbeln, sprühen’ (s. d.), z. B. von der Wirkung der Schläge (daß die Funken stieben). naseweis Adj. ‘in alles seine Nase steckend, sich einmischend, neugierig, vorwitzig, vorlaut’ (um 1500), mhd. nasewīse ‘mit feinem Geruchssinn begabt (von Mensch und Hund)’, eigentlich ‘kundig mit der Nase’ (zu kundig s. auch ↗weise). Auch substantiviert Naseweis m. (16. Jh.). Nashorn n. Übersetzung (Anfang 16. Jh.) von gleichbed. ↗Rhinozeros (s. d.). näseln Vb. ‘durch die Nase sprechen’, ahd. nesilōn (Hs. 11. Jh.), frühnhd. neselen, niselen.

Typische Verbindungen
computergeneriert

kräftig verpassen versetzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nasenstüber‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von Natur aus bin ich sehr wehleidig, ich schrecke beinahe vor jedem Nasenstüber zurück.
Die Zeit, 10.12.2001, Nr. 50
Und sie spüren gern einen kleinen Nasenstüber, einen sanften Pfotenschlag.
Süddeutsche Zeitung, 20.10.1999
So viele Nasenstüber aus Karlsruhe hat sich in so kurzer Zeit noch kein Kabinett geholt wie das Kabinett Kohl.
Die Zeit, 09.11.1984, Nr. 46
Nach einem linken Nasenstüber lag Norris, alle viere von sich gestreckt, bereits auf dem Rücken.
Der Tagesspiegel, 28.01.2001
Das ungleiche Paar begrüßt sich mit Nasenstübern, rennt um die Wette, misst seine Kräfte.
Bild, 05.10.2000
Zitationshilfe
„Nasenstüber“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nasenstüber>, abgerufen am 24.05.2019.

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