Nationalist, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Nationalisten · Nominativ Plural: Nationalisten
Aussprache 
Worttrennung Na-ti-ona-list · Na-tio-na-list
Wortzerlegung national-ist
Wortbildung  mit ›Nationalist‹ als Letztglied: ↗Ultranationalist
ZDL-Vollartikel, 2019

Bedeutung

Anhänger, Vertreter des Nationalismus
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: baskische, flämische, irische, katalanische, korsische, kroatische, schottische, serbische, ukrainische, walisische Nationalisten; ein extremer, fanatischer, gemäßigter, glühender, militanter, radikaler, überzeugter Nationalist
in Präpositionalgruppe/-objekt: mit (den) Nationalisten sympathisieren
Beispiele:
Ein Nationalist blickt auf andere Völker herunter und hält es für das eigene Interesse, sich auf deren Kosten durchzusetzen. [Süddeutsche Zeitung, 17.10.2015]
Obwohl die Unabhängigkeit noch immer der langfristige Traum der flämischen Nationalisten ist, hat sich die Partei seit der Regierungsbeteiligung 2014 vorgenommen, Belgien mit rechtsliberalen Reformen auf subtilere Weise in ihrem Sinne zu verändern. [Neue Zürcher Zeitung, 31.10.2017]
Er [der türkische Präsident] wäre nicht der erste Nationalist, der mit diesem Trick Erfolg hat: einen Gegensatz zwischen zwei Völkern zu behaupten, um das eigene Volk hinter sich zu zwingen. [Süddeutsche Zeitung, 24.07.2017]
Wenig später bekannten sich uigurische Nationalisten einer »Organisation für die Freiheit von Turkestan« zu dem Anschlag und kündigten weitere Aktionen an, bis die in jüngster Zeit von Unruhen erschütterte Region Xinjiang […] »völlige Freiheit und Unabhängigkeit« erlangt habe. [Archiv der Gegenwart, 2001. Zitiert nach: Archiv der Gegenwart, 1997, Bd. 67.]
In allen Provinzen Chinas regen sich national‑chinesische Gesellschaften zur Abschüttelung der Ausländer. […] Im Gerichts‑ und Polizeiwesen rufen die chinesischen Nationalisten das Heimatsgefühl ihrer Landsleute gegen die Ausländer an. Kurz: in China bereitet sich eine nationale Bewegung größten Maßstabes vor. [Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 09.02.1906]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nation · national · Nationalität · Nationalismus · Nationalist
Nation f. historisch entstandene Entwicklungsform der Gesellschaft, die sich besonders in der Gemeinsamkeit des Wirtschaftslebens, des Territoriums, der Sprache und Kultur zeigt, Entlehnung (um 1400) aus lat. nātio (Genitiv nātiōnis) ‘Volksstamm (mit gemeinschaftlicher Abstammung, Sprache und Sitte), Volk, Sippschaft, Menschenschlag, Gattung, Klasse, Schar’, eigentlich ‘das Geborenwerden, Geburt’, dem Verbalabstraktum zu lat. nāscī (nātus sum) ‘geboren werden, entstehen, wachsen’; zuerst vielfach noch in lat. Form und Flexion nacio, Plur. naciones, daneben eingedeutscht nacion, nation (15. Jh.). In den frühen Belegen steht das Wort, dem Lat. folgend, für ‘Volk’ und ‘Stamm’, bezeichnet dann ‘alle in einem Land Geborenen’ (16. Jh.) und schließlich (unter frz. Einfluß) ‘die hinsichtlich Abstammung, Land, Sprache, Gesetzgebung, Regierung bestehende Gemeinschaft’ (18. Jh.), auch im Sinne politischer Zusammengehörigkeit (vgl. Menge …, welche sich durch gemeinschaftliche Abstammung für vereinigt zu einem bürgerlichen Ganzen erkennt, Kant). national Adj. ‘die Nation betreffend, ihr eigentümlich, vaterländisch’, nach nlat. nātionālis; zuerst in dem Kompositum Nationalversammlung (in den Reichsabschieden der 1. Hälfte des 16. Jhs.), danach (substantiviert) National ‘Reichstag einer ganzen Nation oder eines Königreichs’ (2. Hälfte 16. Jh.). Unter Einfluß von gleichbed. frz. national wird das Adjektiv seit der 2. Hälfte des 18. Jhs. als Wort der Politik (zeitweise zusammen mit gleichbed. nationell, 19. Jh.) allgemein gebräuchlich und bildet als Bestimmungswort zahlreiche Komposita, z. B. Nationalautor, -bühne, -charakter, -dichter, -ehre, -eigenschaft, -fehler, -geschichte, -literatur, -sprache, -theater (2. Hälfte 18. Jh.), Nationalbewußtsein, -staat (2. Hälfte 19. Jh.), Nationalkultur (Anfang 20. Jh.). Nationalität f. ‘nationale Zugehörigkeit’, latinisierende Bildung (Ende 18. Jh.) zu national; auch ‘nationale Minderheit’ (1. Hälfte 20. Jh.). Nationalismus m. ‘Überbewertung der eigenen Nation und damit verbundene Mißachtung anderer Nationen’ (2. Hälfte 19. Jh.), zuvor ‘nationales Denken’ (Mitte 18. Jh.); dazu Nationalist m. (19. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Nationalist‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Antisemit Baskenland Islamist Kommunist Separatist Sozialist Unionist albanisch algerisch arabisch autonom baskisch extrem fanatisch flämisch gemäßigt glühend irisch katalanisch korsisch kroatisch militant radikal regierend schottisch serbisch türkisch ukrainisch walisisch überzeugt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nationalist‹.

Zitationshilfe
„Nationalist“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nationalist>, abgerufen am 25.09.2020.

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