Natter, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Natter · Nominativ Plural: Nattern
Aussprache 
Worttrennung Nat-ter
Wortbildung  mit ›Natter‹ als Erstglied: Natternbiss · Natternbrut · Natterngeschmeiß · Natterngezücht · Natternhemd
 ·  mit ›Natter‹ als Letztglied: Giftnatter · Ringelnatter · Schlingnatter · Würfelnatter · Äskulapnatter
eWDG

Bedeutung

in zahlreichen Arten vorkommende giftige oder ungiftige Schlange mit besonderem Schädelbau und fehlenden Beckenknochen
Beispiele:
eine Natter schlängelte sich durch das Gras
die Natter züngelt
umgangssprachlichsie sprang auf wie von einer Natter gebissen (= sprang plötzlich, ruckartig auf)
Wie eine Natter (= heftig, zornig) fuhr der Rittmeister auf Uhle los [ WelkHoher Befehl111]
sprichwörtlich eine Natter am Busen nähren (= einem Unwürdigen Gutes erweisen)
Beispiel:
Mein guter Stern bewahrte mich davor, / Die Natter an den Busen mir zu legen [ SchillerStuartIII 4]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Natter f. ‘Schlange’, ahd. nāt(a)ra (8. Jh.), mhd. nāter(e), asächs. nād(a)ra, mnd. (selten) nāder, mnl. nadre, aengl. nǣd(d)re und (mit Abfall des anlautenden n-, das als Endung eines voraufgehenden Artikels empfunden wird) mnd. adder, mnl. adder, adre, nl. engl. adder (s. Otter2 f.) zeigen ursprünglich langen Vokal (mit nachfolgender Kürzung vor der r-haltigen Endsilbe). Neben diesen hochstufigen Formen (germ. *nēdra- m., *nēdrō f.) stehen ablautend (germ. *nadra- m., *nadrō f.) anord. naðr m., naðra f., got. nadrs. Außergerm. sind mit Gutturalsuffix vergleichbar lat. natrix und air. nathir (Genitiv nathrach) ‘Wasserschlange’. Als Ausgangsform läßt sich ansetzen ie. *nētr-, *nətr- ‘Schlange’, vielleicht im Sinne von ‘die Sich-Windende’ eine Bildung zur Wurzel ie. *(s)nē- ‘Fäden zusammendrehen, mit dem Faden hantieren, weben, spinnen’ und wohl auch ‘winden’ (s. nähen), für das Germ. als a- bzw. ō-Stamm, also mit dem Suffix ie. -tro- / -trā.

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Natter [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Natter‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Natter‹.

Verwendungsbeispiele für ›Natter‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da fand ich den Mut, die Natter in die Erde zu treten. [Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8348]
Dort war es der Natter offenbar zu eng geworden, und sie hatte versucht, sich zu befreien. [Die Welt, 27.02.2002]
Jetzt rächt sich das: Sie werden unflätig beschimpft von der Natter, die sie zu lange genährt haben. [Die Zeit, 03.04.2007, Nr. 15]
Nattern wurden oft in den Häusern gehalten und mit Milch ernährt. [Schaeffer, Albrecht: Helianth II, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 1033]
Dann kann es nämlich geschehen, dass einer von ihnen wie eine Natter vorprescht und den Gast in die Nase beißt. [Die Zeit, 01.02.2010, Nr. 05]
Zitationshilfe
„Natter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Natter>.

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