Natter, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Natter · Nominativ Plural: Nattern
Aussprache
WorttrennungNat-ter
Wortbildung mit ›Natter‹ als Erstglied: ↗Natternbiss · ↗Natternbrut · ↗Natterngeschmeiß · ↗Natterngezücht · ↗Natternhemd
 ·  mit ›Natter‹ als Letztglied: ↗Ringelnatter
eWDG, 1974

Bedeutung

in zahlreichen Arten vorkommende giftige oder ungiftige Schlange mit besonderem Schädelbau und fehlenden Beckenknochen
Beispiele:
eine Natter schlängelte sich durch das Gras
die Natter züngelt
umgangssprachlichsie sprang auf wie von einer Natter gebissen (= sprang plötzlich, ruckartig auf)
Wie eine Natter (= heftig, zornig) fuhr der Rittmeister auf Uhle los [WelkHoher Befehl111]
sprichwörtlich eine Natter am Busen nähren (= einem Unwürdigen Gutes erweisen)
Beispiel:
Mein guter Stern bewahrte mich davor, / Die Natter an den Busen mir zu legen [SchillerStuartIII 4]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Natter f. ‘Schlange’, ahd. nāt(a)ra (8. Jh.), mhd. nāter(e), asächs. nād(a)ra, mnd. (selten) nāder, mnl. nadre, aengl. nǣd(d)re und (mit Abfall des anlautenden n-, das als Endung eines voraufgehenden Artikels empfunden wird) mnd. adder, mnl. adder, adre, nl. engl. adder (s. ↗Otter f.) zeigen ursprünglich langen Vokal (mit nachfolgender Kürzung vor der r-haltigen Endsilbe). Neben diesen hochstufigen Formen (germ. *nēdra- m., *nēdrō f.) stehen ablautend (germ. *nadra- m., *nadrō f.) anord. naðr m., naðra f., got. nadrs. Außergerm. sind mit Gutturalsuffix vergleichbar lat. natrix und air. nathir (Genitiv nathrach) ‘Wasserschlange’. Als Ausgangsform läßt sich ansetzen ie. *nētr-, *nətr- ‘Schlange’, vielleicht im Sinne von ‘die Sich-Windende’ eine Bildung zur Wurzel ie. *(s)nē- ‘Fäden zusammendrehen, mit dem Faden hantieren, weben, spinnen’ und wohl auch ‘winden’ (s. ↗nähen), für das Germ. als a- bzw. ō-Stamm, also mit dem Suffix ie. -tro- / -trā.

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Natter [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Echte Kobra · Naja

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brust Busen Schlange Viper Vogelspinne beißen chinesisch entpuppen giftig harmlos nähren schlängeln ungiftig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Natter‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort war es der Natter offenbar zu eng geworden, und sie hatte versucht, sich zu befreien.
Die Welt, 27.02.2002
Da fand ich den Mut, die Natter in die Erde zu treten.
Bergg, Franz: Ein Proletarierleben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 8348
Jetzt rächt sich das: Sie werden unflätig beschimpft von der Natter, die sie zu lange genährt haben.
Die Zeit, 03.04.2007, Nr. 15
Nattern wurden oft in den Häusern gehalten und mit Milch ernährt.
Schaeffer, Albrecht: Helianth II, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 1033
Sonst ist er nur gewöhnlicher Indianer und heißt "Schielende Natter".
Holtz-Baumert, Gerhard: Alfons Zitterbacke, Berlin: Kinderbuchverlag 1981 [1958], S. 35
Zitationshilfe
„Natter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Natter>, abgerufen am 14.12.2019.

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