Nebel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Nebels · Nominativ Plural: Nebel
Aussprache
WorttrennungNe-bel
Wortbildung mit ›Nebel‹ als Erstglied: ↗Nebelballen · ↗Nebelbank · ↗Nebelbildung · ↗Nebelbogen · ↗Nebelboje · ↗Nebelbombe · ↗Nebeldecke · ↗Nebeldunst · ↗Nebelfeld · ↗Nebelfetzen · ↗Nebelfleck · ↗Nebelflor · ↗Nebelgewölk · ↗Nebelglanz · ↗Nebelgranate · ↗Nebelhaube · ↗Nebelhorn · ↗Nebelhülle · ↗Nebelkappe · ↗Nebelkrähe · ↗Nebelmaschine · ↗Nebelmasse · ↗Nebelmeer · ↗Nebelmonat · ↗Nebelregen · ↗Nebelscheinwerfer · ↗Nebelschleier · ↗Nebelschwade · ↗Nebelschwaden · ↗Nebelsignal · ↗Nebelspalter · ↗Nebelstreif · ↗Nebelstreifen · ↗Nebeltag · ↗Nebeltopf · ↗Nebelvorhang · ↗Nebelwand · ↗Nebelwolke · ↗nebelgrau · ↗nebelhaft
 ·  mit ›Nebel‹ als Letztglied: ↗Abendnebel · ↗Bodennebel · ↗Frühnebel · ↗Herbstnebel · ↗Hochnebel · ↗Milchstraßennebel · ↗Morgennebel · ↗Novembernebel · ↗Raunebel · ↗Schnapsnebel · ↗Seenebel · ↗Spiralnebel · ↗Sumpfnebel · ↗Tabaknebel · ↗Tabaksnebel · ↗Urnebel · ↗Weinnebel
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
dichter, trüber Dunst, der durch Ausscheidung sehr kleiner Wassertröpfchen infolge von Abkühlung der Luft hervorgerufen wird
Beispiele:
ein grauer, milchiger, trüber, dicker, undurchsichtiger, undurchdringlicher, feuchter, nasser, kalter, frostiger Nebel
ein brodelnder, lastender Nebel
der Londoner Nebel
künstlicher (= durch Nebelbomben, Nebelgranaten erzeugter) Nebel
ein Meer von Nebel wogte über dem Gebirge
Nebel steigt auf
die Nebel ballen sich in den Schluchten
der Nebel wird dichter
der Nebel wallt über den Feldern
über den Wipfeln schwebt der Nebel
der Nebel hängt tief
schwerer Nebel liegt auf den Berggipfeln
die Nebel ziehen dahin, wälzen sich über das Land
der Nebel reißt, sinkt, fällt, weicht, flieht, verweht
der Nebel hebt sich, lichtet sich
der Wind trägt den Nebel in die Höhe, treibt den Nebel fort, zerstreut den Nebel
Der Nebel drückt die Dächer schwer [Storm8,194]
vom Fluß her kroch Nebel durch die Straßen und hüllte alles in leichten Dunst [Kellerm.Totentanz281]
wie die Sonne den Nebel zu verscheuchen suchte [HeineHarzreise3,42]
mit Präposition
Grammatik: in Verbindung mit »aus«
Beispiel:
aus dem Nebel ragten die Bergspitzen empor
Grammatik: in Verbindung mit »bei«
Beispiel:
der Wagen fuhr bei starkem Nebel gegen einen Baum
Grammatik: in Verbindung mit »durch«
Beispiel:
die Scheinwerfer drangen kaum durch den Nebel
Grammatik: in Verbindung mit »in«, »im«
Beispiele:
der Gipfel ist in Nebel gehüllt
sie hatten sich im Nebel verirrt
die Konturen verschwammen im Nebel
er befand sich wie im Nebel
seine Bedenken lösten sich auf wie Nebel in der Sonne
bildlich
Beispiele:
der Zug war vom Nebel verschluckt (= der Zug war nicht mehr zu sehen)
umgangssprachlichbei Nacht und Nebel verschwinden (= heimlich verschwinden)
saloppder Vortrag fällt aus wegen Nebel (= der Vortrag findet unerwartet nicht statt)
rauchige Luft
Beispiele:
ein Nebel von Zigarrenrauch stand in der Gaststube
Der Kübelwagen ... raste im Nebel seiner Auspuffgase davon [R. BartschGeliebt72]
2.
übertragen dunstiger Schleier
Beispiele:
ein Nebel hat sich über seinen Geist gebreitet
dichter Nebel verschleiert die Vergangenheit
etw. dem Nebel der Vergessenheit entreißen
rote Nebel vor den Augen haben (= das Bewusstsein verlieren)
im Nebel der Erinnerungen versinken
Nebel legte sich um ihr Bild [Feuchtw.Jefta373]
Rausch
Beispiele:
ein leichter Nebel stieg mir in den Kopf
im Nebel des Alkohols
Trinken, jawohl, einen feinen Nebel in sich erzeugen, der die Dinge unklarer machte [FalladaBlechnapf410]
3.
Astronomie Nebelfleck
Beispiele:
galaktische Nebel
der Nebel des Orion
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nebel · nebelhaft · neb(e)lig · nebulös · benebelt · benebeln · vernebeln · nebeln · nibeln
Nebel m. (durch Konzentration kleinster Wassertröpfchen hervorgerufene) ‘Trübung, Unklarheit der Luft, Dunst’, ahd. nebul (8. Jh.), mhd. nebel, asächs. neƀal, mnd. mnl. nēvel, nl. afries. nevel ‘Nebel’ (germ. *neƀula-) sowie aengl. nifol ‘dunkel’ und anord. njōl(a) (aus urnord. *niuwul, germ. *neƀulō) ‘Nebel, Nacht’, nifl- (in Zusammensetzungen wie niflhel ‘Unterwelt’, niflvegr ‘dunkle Straße’) sind verwandt mit griech. nephélē (νεφέλη) ‘Wolke, Gewölk’, lat. nebula ‘Dunst, Nebel, Staubwolke’. Neben diesem l-Stamm steht ein s-Stamm in aind. nábhaḥ ‘Dunst, Feuchtigkeit, Wolke, Nebel’, hethit. nepis ‘Himmel’, griech. néphos (νέφος) ‘Wolke, Gewölk’, air. nem (aus *nebhes-) ‘Himmel’, aslaw. nebo, russ. nébo (небо) ‘Himmel’, (mit sekundärem d-Anlaut) lit. debesìs ‘Wolke’. Alle Formen werden zurückgeführt auf ie. *nebh- ‘feucht, Wasser’, dann ‘Dampf, Dunst, Nebel, Wolke’. nebelhaft Adj. ‘wie Nebel, unklar’ (Ende 17. Jh.). neb(e)lig Adj. ‘voller Nebel, dunstig’, ahd. nebulīg (um 1000), frühnhd. nebelig (15. Jh.). nebulös Adj. ‘neblig, unklar, verschwommen’ (19. Jh.), nach frz. nébuleux in dessen übertragener Verwendung (aus lat. nebulōsus ‘neblig, dunkel’). benebelt Part.adj. ‘in Nebel eingehüllt’, übertragen ‘benommen, betäubt’ (17. Jh.); zu benebeln Vb. ‘in Nebel einhüllen, verdunkeln, betäuben’ (17. Jh.). vernebeln Vb. ‘in Nebel einhüllen, durch Nebel unklar machen’ (geläufig seit 17. Jh.); vgl. (falls hierher gehörig) ahd. firnibulen ‘verdunkeln’ (8. Jh.) und (seltenes) nebeln, nibeln Vb. ‘Nebel erzeugen, neblig sein, in Nebel einhüllen, fein, nebelartig regnen, nieseln’, ahd. nibulen ‘sich verfinstern, sich verdunkeln’ (9. Jh.), mhd. nibelen, nebelen ‘neblig, dunkel machen, sein oder werden’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dampf · ↗Dunst · Nebel · ↗Nebelschleier · ↗Nebelschwaden · ↗Schleier · ↗Trübung · ↗Vernebelung  ●  ↗(eine richtige) Waschküche  ugs., fig. · ↗Brühe  ugs., fig. · ↗Suppe  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Dampfwolke · Nebel · ↗Nebelwolke

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dunkelheit Dunst Glatteis Gorilla Hochnebel Nacht Nieselregen Rauch Regen Schnee Schneefall Schneetreiben Stange Stochern Wolke dicht einhüllen herumstochern hüllen künstlich lichten planetarisch stochern verschwimmen verziehen wabern wabernd wallen wallend zäh

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nebel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei dichtem Nebel kollidierte er daraufhin mit einem voll besetzten Taxi.
Süddeutsche Zeitung, 26.07.2004
Richtig kuschelig sieht es aber nicht aus bei ihm da oben im roten Licht zwischen all dem Nebel.
Der Tagesspiegel, 06.12.2001
Wenn man eines Abends nach Hause will, ist trotzdem Nebel.
Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 144
Senkrecht kann man wohl durch den Nebel sehen, aber wenn man darin ist, sieht man nichts mehr.
Wulf, Georg: Aus dem Tagebuch eines Bombenfliegers. In: Flieger am Feind, Gütersloh: Bertelsmann 1934 [1934], S. 72
Planlos lief ich unter diesem dahin; ein leiser Regen begann zu fallen, und die Nebel sanken weit in die Täler hinab.
Christ, Lena: Mathias Bichler. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1914], S. 17192
Zitationshilfe
„Nebel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nebel>, abgerufen am 18.11.2019.

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