Negativ, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Negativs · Nominativ Plural: Negative
WorttrennungNe-ga-tiv
Ableitung vonnegativ
DWDS-Vollartikel, 2017

Bedeutungen

1.
Fotografie, Film fotografisches Bild vor allem auf entwickeltem Film, seltener auf Papier o. ä. Trägern bzw. in digitaler Form, das gegenüber dem fotografierten Gegenstand umgekehrte Helligkeits- und Farbwerte zeigt
Gegenwort zu Positiv1 (Lesart 1)
Beispiele:
»Das Negativ [eines weltbekannten Fotos] ist gar nicht gut, ziemlich unterbelichtet«, sagt der Fotograf. [Spiegel, 28.11.2011 (online)]
Man muss […] nicht […] mit der Filmchemie experimentieren, allerdings ist etwas Erfahrung beim Scannen und der [digitalen] Bildbearbeitung nötig – schließlich muss das aufgezeichnete Negativ […] irgendwie in ein Positiv umgekehrt werden, um den Sehgewohnheiten zu entsprechen. [Spiegel, 29.07.2010 (online)]
Im Werbefilm […] fährt die Limousine durch einen Wald, der im Negativ gefilmt ist – dunkel ist hell und umgekehrt. [Spiegel, 08.12.2006 (online)]
Erst die Papierphotographie schuf die Möglichkeit, von einem Negativ beliebig viele Abzüge [als vergrößerte Bilder auf speziellem Papier] zu schaffen […]. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.04.2005]
Mehr als 1,5 Millionen Negative und Positive lagern allein in den Archiven des Photomuseums. [Süddeutsche Zeitung, 14.01.1995]
Zur Erzielung eines wirklichkeitsgetreuen Bildes, eines Positivs, belichtet man […] Fotopapier durch das Negativ hindurch, wobei sich in der lichtempfindlichen Schicht des Fotopapiers der gleiche Vorgang abspielt wie in der Schicht des Filmes […]. [Berliner Zeitung, 10.10.1965]
2.
dreidimensionale Form, die als Gussform, Abdruck o. Ä. eine gegenüber dem jeweiligen Gegenstand umgekehrte räumliche Gestalt zeigt
Gegenwort zu Positiv1 (Lesart 2)
Beispiele:
Ob Sessel, Lampe, oder Kochinsel – alle Betonmöbel haben eines gemeinsam: Sie werden nahtlos in einem Guss hergestellt. Dafür fertigen die Designer eine Form als Negativ an. Sie müssen immer spiegelverkehrt denken […]. [Spiegel, 03.07.2012 (online)]
Aus diesem Tonmodell [einer Figur] wird [mit Silikon] ein Negativ hergestellt, also quasi eine Maske des gesamten Kopfes. […] Die Silikonmaske wird dann mit dem Kunststoff PU-Harz ausgegossen – das Positiv entsteht. [Süddeutsche Zeitung, 26.04.2000]
Fred betrachtet […] das Negativ der Maske, die vom Gesicht abgenommene Form. [die tageszeitung, 23.01.1992]
Picasso selbst schuf die Gußform aus trockenem Gips, wobei die reliefhaften Partien durch eingeschnittene Furchen und Linien ausgespart wurden. Eigenhändig drückte er den rötlich-gelben Ton in diese Hohlform, die als Negativ für die Auflage von 50 Stück diente. [Berliner Zeitung, 14.11.1981]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

negieren · Negation · negativ · Negativ
negieren Vb. ‘verneinen, ablehnen, bestreiten’, entlehnt (2. Hälfte 16. Jh.) aus gleichbed. lat. negāre. Negation f. ‘Verneinung, Ablehnung’ (2. Hälfte 16. Jh.), lat. negātio (Gen. negātiōnis); in der Grammatik (wie schon spätlat. negātio) ‘Verneinungswort’ (um 1700). negativ Adj. ‘verneinend, ablehnend, ungünstig, nachteilig, ergebnislos’ (Mitte 18. Jh.), aus lat. negātīvus ‘verneinend’; mehrfach in Fachsprachen (meist im Gegensatz zu positiv), z. B. ‘kleiner als Null’ (Mathematik), ‘einen Überschuß an Elektronen gegenüber positiven Ladungsteilchen aufweisend’ (Physik), ‘vertauschte Helligkeitswerte bzw. Komplementärfarben aufweisend’ (Photographie), wozu die Substantivierung Negativ n. ‘Gegenbild, Kehrbild’ (Ende 19. Jh.).
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abzügen Angesicht Dias Fotos Positives Tausende entwickelten fotografische umfasst wegsieht

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Negativ‹.

Zitationshilfe
„Negativ“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Negativ>, abgerufen am 21.11.2017.

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