Neid, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Neid(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Neid‹ als Erstglied: ↗Neidhammel · ↗Neidkragen · ↗Neidling · ↗Neidnagel · ↗neiderfüllt · ↗neiderregend · ↗neidlos · ↗neidsüchtig · ↗neidvoll
 ·  mit ›Neid‹ als Letztglied: ↗Künstlerneid
eWDG, 1974

Bedeutung

Gefühl, das jmdn. befällt, wenn ein anderer einen Besitz oder Vorzug hat, den man selbst gern haben möchte, Missgunst
Beispiele:
leiser, blanker, scheeler, leidenschaftlicher, tückischer, giftiger Neid
der Neid der Nachbarn
voller Neid sein
Neid treibt, plagt, quält jmdn.
Neid frisst, nagt, zehrt an ihm
der blasse Neid sprach aus ihm
der Neid ließ ihm keine ruhige Minute
der Neid vergiftet das Gemüt
umgangssprachlich das muss der Neid ihm lassen (= muss jeder zugeben)
jmds. Neid erregen, erwecken
seinen Neid bezähmen
mit Präposition
in Verbindung mit »aus«
Beispiel:
etw. aus bloßem, purem Neid tun
in Verbindung mit »mit«
Beispiel:
jmdm. mit heimlichem Neid nachblicken
in Verbindung mit »ohne«
Beispiel:
er hörte nicht ohne einen gewissen Neid von ihren Erfolgen
in Verbindung mit »von«
Beispiel:
von Neid erfüllt sein
in Verbindung mit »vor«
Beispiele:
vor Neid erblassen, vergehen
salopp vor Neid platzen
sich vor Neid verzehren
blass, bleich, krank vor Neid sein
salopp, bildlich
Beispiele:
gelb vor Neid werden (= sich aus Missgunst sehr ärgern)
Hört er aber vertraulichere Lobpreisung, so sieht er grün vor Neid [Th. MannJoseph5,31]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Neid · neiden · beneiden · neidisch · neidig · Neidhammel
Neid m. ‘Mißgunst’, ahd. nīd (8. Jh.), mhd. nīt (Genitiv nīdes) ‘feindselige Stimmung, Kampfesgrimm, Groll, Eifer, Arg’, asächs. nīð, mnd. nīt, auch ‘Haß, Ingrimm’, mnl. nijt, nl. nijd, afries. nīth, aengl. nīþ ‘Streit, Feindschaft, Angriff, Haß, Übel, Verdruß’, anord. nīð ‘Hohn, Beschimpfung, Schmach’, got. neiþ, germ. *nīþa-. Vergleicht man kelt. Formen wie kymr. nwyd ‘Leidenschaft’ und air. nīth ‘Kampf’, so können ie. *neito-, *nīto- und ie. *nītu- ‘Leidenschaft’ angesetzt werden. Wieweit diese Bildungen mit Dentalsuffix den semantisch sehr weit gefaßten Ansatz einer Wurzel ie. *nei-, *nī̌- ‘lebhaft bewegt, erregt sein, glänzen’ (zu der auch lat. nitēre ‘glänzen, blinken’ zu stellen ist) stützen bzw. ermöglichen, ist umstritten. neiden Vb. ‘mißgönnen’, ahd. nīdōn ‘neidisch sein, hassen’ (8. Jh.), mhd. (meist mit sekundärer starker Flexion) nīden; dazu beneiden Vb. ‘jmdm. gegenüber Neid empfinden, mißgünstig sein’, mhd. benīden. neidisch Adj. ‘mißgünstig, von Neid geleitet’, mhd. nīdesch, nīdisch; daneben (bis ins 18. Jh.) gleichbed. neidig Adj. ahd. nīdīg (8. Jh.), mhd. nīdic, nīdec ‘feindselig, eifersüchtig, mißgönnend’. Neidhammel m. ‘neiderfüllter Mensch’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Eifersucht · ↗Missgunst · Neid  ●  ↗Scheelsucht  veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anflug Besitzlose Bewunderung Bosheit Egoismus Eifersucht Eifersüchtelei Eitelkeit Geiz Gier Habgier Habsucht Haß Hochmut Intrige Mißgunst Mißtrauen Ressentiment Schadenfreude Trägheit Verachtung Völlerei Wollust Zorn blank erblassen erregen pur schüren wecken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Neid‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Neid jage auf der Stelle fort, denn aus Neid geschah der erste Mord.
Bild, 27.01.2006
Meine Augen waren zunächst schlitzförmig vor Neid, dann teilten wir uns das redlich.
Der Tagesspiegel, 26.03.2000
Das Kind ist verwandelt vor Neid, daß andere besser spielen können.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 159
Und als schließlich doch einer kam, war es der Neid persönlich.
Schneider, Robert: Schlafes Bruder, Leipzig: Reclam 1992, S. 53
Sie liest nichts, sie hat kein Interesse an meinen Arbeiten, gar keines, wahrscheinlich Abneigung, vielleicht ungewollten Neid.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1931. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1931], S. 249
Zitationshilfe
„Neid“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Neid>, abgerufen am 16.12.2018.

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