Neidnagel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
WorttrennungNeid-na-gel (computergeneriert)
WortzerlegungNeidNagel2
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Niednagel · Neidnagel
Niednagel Neidnagel m. ‘am Nagelrand eingerissene Haut, ins Fleisch eingewachsener Nagel, im Fleisch haftender Nagelsplitter’ (17. Jh.), aus nd. Nīdnagel ins Hd. aufgenommenes Wort; vgl. auch nl. nijnagel, nijdnagel, (älter) nijpnaghel, nijnnaghel. Wahrscheinlich ist mit de Vries Nl. 472 auszugehen von nl. nijpnaghel, dessen erstes Glied zu mnl. nīpen, nl. nijpen ‘kneifen, kneipen, klemmen, zwicken’ gehört, so daß sich als Ausgangsbedeutung ‘kneipender, drückender, schmerzender Nagel’ ansetzen läßt, vgl. auch nl. dwangnagel ‘Nagel, der drückt’. Durch Anlehnung an mnl. nieden und niten ‘schlagen’ entsteht nl. nijdnagel, dessen erster Bestandteil volksetymologisch mit nl. nijd (s. ↗Neid) verbunden wird, gestützt durch den Aberglauben, daß ein entzündeter, eingerissener Nagel durch den Neid eines anderen Menschen hervorgerufen werde (vgl. frz. envie ‘Neid’ und ‘Neidnagel’). Nd. Nydnagel (1755 von Richey, Idioticon Hamburgense, als Zusammensetzung mit nd. Nyd ‘Neid’ aufgefaßt) ergibt im Hd. (17. Jh.) Nied- und (mit Diphthongierung) Neidnagel, durch Zusammenfall mit ↗Niete (s. d.) auch Nietnagel (18. Jh.).
Zitationshilfe
„Neidnagel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Neidnagel>, abgerufen am 20.06.2019.

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