Nepotismus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Nepotismus · wird nur im Singular verwendet
WorttrennungNe-po-tis-mus (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1974

Bedeutung

Vetternwirtschaft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nepotismus m. ‘Vetternwirtschaft, Begünstigung Verwandter bei der Besetzung öffentlicher Ämter’. Gleichbed. ital. nepotismo (auch nipotismo), zuerst für die ihre Verwandten begünstigende Ämterverteilung der Päpste des 15. und 16. Jhs., wird zu Anfang des 18. Jhs. ins Dt. übernommen und daneben gleichzeitig latinisierend zu Nepotismus umgestaltet (vgl. bereits im 17. Jh. entlehntes frz. népotisme, engl. nepotism). Es handelt sich um eine Ableitung von ital. nipote, älter auch nepote ‘Enkel, Neffe, Nichte’, hervorgegangen aus lat. nepōs (Genitiv nepōtis) ‘Enkel, Urenkel, Neffe, Nachkomme’ (verwandt mit ↗Neffe, s. d.).

Thesaurus

Politik, Ökonomie
Synonymgruppe
Filz · ↗Günstlingswirtschaft · ↗Klüngelei(en) · ↗Kumpanei · ↗Kungelei · ↗Mauschelei(en) · Sumpf der Korruption · ↗Vetternwirtschaft  ●  ↗Vetterleswirtschaft  schwäbisch · ↗Vetterliwirtschaft  schweiz. · Freunderlwirtschaft  ugs., österr. · ↗Gekungel  ugs. · ↗Klüngel  ugs., kölsch · Nepotismus  fachspr. · Speziwirtschaft  ugs. · Spezlwirtschaft  ugs., bair.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Klüngel · ↗Netzwerk  ●  ↗Clique  franz. · ↗Koterie  franz. · ↗Seilschaft  fig.
  • (eine) eingeschworene Gemeinschaft (bilden) · (sich) unverbrüchliche Treue geschworen haben · fest zusammenhalten · zusammenhalten wie Pech und Schwefel
  • undurchsichtiges Tauschgeschäft  ●  eine Hand wäscht die andere  sprichwörtlich, fig. · ↗Deal  ugs. · ↗Kuhhandel  ugs.
  • Bande · ↗Clique · ↗Combo · ↗Freundeskreis  ●  ↗Blase  abwertend
  • Frühstückskartell · geheime Absprache(n)
  • alte Seilschaft(en) · gute Beziehungen · nützliche Beziehungen  ●  Connections  ugs. · Vitamin B  ugs. · meine Leute  ugs.
  • (etwas für sich) herausholen · ↗(etwas für sich) herausschlagen · ↗(sich) bereichern (an) · (sich) die eigenen Taschen füllen · in die eigene Tasche wirtschaften  ●  ↗(sich) (ordentlich) bedienen  ugs. · (sich) die Taschen vollstopfen  ugs.
  • Cliquenwirtschaft · ↗Klientelismus · ↗Patronage · ↗Protektion
  • (miteinander) verflochten · (miteinander) verschränkt · (miteinander) verwoben · ↗(untereinander) versippt · verfilzt
  • (etwas) auskungeln · Vetternwirtschaft betreiben · heimliche Absprachen treffen · ↗klüngeln · ↗kungeln · unlautere Geschäfte machen  ●  ausdealen  ugs.
  • Abgeordnetenaffäre · Beschäftigungsaffäre · Familienaffäre · Gehaltsaffäre · Verwandtenaffäre
  • Komplizenschaft · ↗Kumpanei
  • (eine) Win-win-Situation (sein) · ↗klüngeln · man hilft sich gegenseitig zu beiderseitigem Vorteil  ●  manus manum lavat  lat. · eine Hand wäscht die andere  ugs., fig. · unter einer Decke stecken  ugs., fig.
  • (alles vorher) abgesprochen · (im Vorhinein) abgestimmt · abgekartet · ausgekungelt · heimlich vereinbart · insgeheim verabredet
  • verschworene Gemeinschaft  ●  ↗Clique  ugs. · ↗Mafia  derb, abwertend, fig., variabel

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amtsmißbrauch Begünstigung Bestechung Betrug Filz Hang Ineffizienz Inkompetenz Klientelismus Korruption Missmanagement Mißwirtschaft Papst Patronage Unfähigkeit Verdacht Verschwendung Vetternwirtschaft Vorwurf vorgehen vorwerfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nepotismus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch bis jetzt hat der Nepotismus im großen Stil das System zusammen gehalten.
Süddeutsche Zeitung, 12.05.2004
P. war ein lauterer Charakter, aber anfällig für den »kleinen Nepotismus«.
Liebing, H.: Paul V. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 18356
Das gesamte öffentliche System ist vom Nepotismus verpestet und verriegelt.
Die Zeit, 21.12.2005, Nr. 52
Die Kirchengeschichte ist mit Leo hart ins Gericht gegangen wegen seines Nepotismus.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 21299
Immer spielt daneben Freundschaft, Nepotismus, unehrliche Spekulation eine zu große Rolle.
Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre Erster Teil, Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 900
Zitationshilfe
„Nepotismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nepotismus>, abgerufen am 19.11.2018.

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