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Neuanfang, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Neuanfang(e)s · Nominativ Plural: Neuanfänge
Aussprache  [ˈnɔɪ̯ʔanfaŋ]
Worttrennung Neu-an-fang
Wortzerlegung neu Anfang
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

erneute Durchführung eines Vorhabens, einer Tätigkeit o. Ä. von Anfang an, meist mit einem anderen als dem bisher verfolgten Plan und unter Aufgabe des bisher Erreichten
Synonym zu Neubeginn
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein beruflicher, demokratischer, echter, ehrlicher, glaubhafter, hoffnungsvoller, inhaltlicher, personeller, radikaler, schuldenfreier, vielversprechender, wirklicher, überfälliger Neuanfang
in Koordination: Abschied, Krise, Trennung, Zusammenbruch und Neuanfang
hat Präpositionalgruppe/-objekt: ein Neuanfang an der Spitze, auf allen Ebenen, bei der Bundesanstalt, im Friedensprozess, im Osten, im Steuerrecht, in der Agrarpolitik, Finanzpolitik, nach dem Krieg, der Niederlage, der Wende
mit Aktivsubjekt: der Neuanfang folgt, glückt, gelingt
als Akkusativobjekt: einen Neuanfang beschwören, blockieren, brauchen, einläuten, erhoffen, erleichtern, ermöglichen, erschweren, fordern, hinbekommen, organisieren, planen, propagieren, starten, unternehmen, verkörpern, verkünden, versprechen, versuchen, wagen, wünschen
als Prädikativ: das Spiel, die Wahl ist ein Neuanfang; etwas als einen Neuanfang begreifen, betrachten, verstehen, werten
als Genitivattribut: die Chance, der Eindruck, die Euphorie, das Gefühl, Signal, der Geist, die Geste, Glaubwürdigkeit, Hoffnung, Illusion, Möglichkeit, Notwendigkeit, das Jahr, der Mann, Ort, Pathos, Schwung, die Schwierigkeiten, Zeichen des Neuanfangs
Beispiele:
Die wegen mutmasslicher Falschdeklaration in die Schlagzeilen geratene Fleischhandelsfirma […] versucht einen Neuanfang. Sie hat sich laut einem Bericht der »Sonntagszeitung« von der Billig‑Strategie verabschiedet und wirbt mit einem neuen Logo um Kundschaft. [Neue Zürcher Zeitung, 29.03.2015]
Der HSV hat das sportliche Debakel mit dem Beinahe‑Abstieg und den finanziellen Kollaps nur mit reichlich Glück abgewendet. […] »Es muss Tabula rasa, ein Neuanfang passieren«, fordert der als neuer Aufsichtsratschef vorgesehene Karl Gernandt […] [Die Zeit, 23.05.2014 (online)]
Vielleicht hat [Benjamin] Stein deshalb eine Neigung zu Brüchen, Zäsuren und Neuanfängen, um die vielen Möglichkeiten alle in einem Leben unterzubringen. [Die Zeit, 10.04.2010]
Während das Unvermeidbare hinzunehmen ist, ermutigt es den einzelnen, die verbleibenden Kräfte zu mobilisieren und nach einem Ausweg beziehungsweise Neuanfang zu suchen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.12.2006]
Ein Neuanfang ohne Vergangenheitsbewältigung wäre vom Scheitern bedroht. [Frankfurter Rundschau, 27.12.2000]
Zu Zigtausenden marschierten sie [Frauen] über die Avenuen der großen Städte, untergehakt und beschwingt von neuentdeckten schwesterlichen Gefühlen. Aber auch dann, wenn sie sich gar nicht zur Frauenbewegung zählten, fühlten die meisten Rückenwind, die Begeisterung eines Aufbruches und Neuanfangs. Frausein war »in«. [Der Spiegel, 04.07.1983]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Neuanfang · Neubeginn · Neustart · Reset · Stunde null (für) · Wiederanfang · Zurücksetzung  ●  (die) Karten werden neu gemischt  fig. · alles zurück auf null  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Aufbruch zu neuen Ufern · Comeback · Neuanfang · Neubeginn  ●  (Name) 2.0  scherzhaft
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Neuanfang‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Neuanfang‹.

Zitationshilfe
„Neuanfang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Neuanfang>.

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