Neubauer, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Neu-bau-er
Wortzerlegung  neu Bauer1
Wortbildung  mit ›Neubauer‹ als Erstglied: Neubauernfamilie · Neubauernhaus · Neubauernhof · Neubauernland · Neubauernsiedlung · Neubauernstelle · Neubauernwirtschaft
eWDG

Bedeutung

DDR jmd., der aufgrund der Bodenreform der DDR von 1945 Land erhielt und Bauer wurde
Gegenwort zu Altbauer
Beispiele:
Höfe für Neubauern wurden geschaffen
die Ansiedlung von Neubauern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Bauer3 · Neubauer · Bäuerin · bäurisch · bäuerlich
Bauer3 m. ‘wer Grund und Boden, mit dem ihn ein bestimmtes Eigentumsverhältnis verbindet, bestellt’; entstanden aus schwach flektierendem ahd. gibūro m. ‘Familien-, Stammesgenosse, Dorfgenosse, Nachbar, Mitbürger, abhängiger Bauer’ (8. Jh.), neben stark flektierendem gleichbed. gibūr (8. Jh.), mhd. gebūr(e) (neben būr(e)) ‘Miteinwohner, Nachbar, Bauer, roher Mensch’. Es handelt sich um substantivische Possessivkomposita zu dem unter Bauer2 behandelten Wort mit dem Präfix gi-, ge-, das hier die Bedeutung ‘zusammen mit, gemeinsam mit’ hat (s. Genosse, Geselle). Bauer ist eigentlich ‘wer die Wohnung mit (einem) anderen gemeinsam hat’, der ‘Mitbewohner’. Bereits im 15. Jh. geht die volle Form, die noch im Familiennamen Gebauer erhalten ist, zurück; es setzt sich die präfixlose Form Bauer, mhd. būr(e) durch. Neubauer m. im 18. Jh. ‘neuer Anbauer, Kolonist’; 1945 ‘wer durch die Bodenreform Land zur Bewirtschaftung erhält’. Bäuerin f. mhd. būrīn, gebūrinne, gebiurinne. bäurisch Adj. ‘unfein, derb, grobschlächtig’; ahd. gibūrisc (Hs. 12. Jh.), mhd. (ge)biurisch ‘bäuerlich’ (diese Bedeutung noch im 18. Jh.), daneben auch schon früh ‘grob, derb, unverfeinert hinsichtlich Sitte und Lebensart’ im Gegensatz zum Adel oder zum Städter (14. Jh.). bäuerlich Adj. ‘den Bauern betreffend’, ahd. gibūrlīh ‘nachbarlich, bürgerlich, öffentlich’ (9. Jh.), mhd. (ge)būrlich, gebiurlich ‘bäuerlich’.

Typische Verbindungen zu ›Neubauer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Neubauer‹.

Verwendungsbeispiele für ›Neubauer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf den ehemaligen Gütern sahen sich die Neubauern harten Problemen gegenüber.
Die Zeit, 12.10.1990, Nr. 42
Man hat ihnen das alte Eigentumsgefühl gelassen, viele der Neubauern waren auch früher Besitzer eigenen Landes.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1951. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1951], S. 196
Die Neubauern mußten für das erhaltene Land einen Übernahmebeitrag zahlen, der weit unter dem Bodenwert lag und etwa dem Wert einer Jahresernte entsprach.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - L. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 3979
Weitere 21.000 Gehöfte für Neubauern sollen innerhalb des Zweijahrplans (1580 F) errichtet werden.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1948]
Oskar von Arnim war es auch, der den Siedlern hier geraten hat, sich zur Genossenschaft zusammenzuschließen, aber die Neubauern zögerten lange.
Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 238
Zitationshilfe
„Neubauer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Neubauer>, abgerufen am 22.09.2021.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Neubau
neubarock
neubacken
Neuausrichtung
Neuausgabe
Neubauernfamilie
Neubauernhaus
Neubauernhof
Neubauernland
Neubauernsiedlung