Neurotiker, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Neurotikers · Nominativ Plural: Neurotiker
Aussprache
WorttrennungNeu-ro-ti-ker (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Neurotiker‹ als Letztglied: ↗Profilneurotiker · ↗Stadtneurotiker
eWDG, 1974

Bedeutung

an Neurose Leidender
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Neuron · Neuro- · Neur- · Neuralgie · neuralgisch · Neurologie · Neurose · Neurotiker · neurotisch
Neuron n. ‘Nerv, Nervenstrang’ (18. Jh.), ‘Nervenzelle’ als grundlegende Einheit des Nervensystems (Ende 19. Jh.), Übernahme von griech. né͞uron (νεῦρον) ‘Nerv’, auch ‘Sehne, Schnur, Saite, Spannkraft’, verwandt mit lat. nervus (s. ↗Nerv). Die Stammform Neuro-, vor Vokalen Neur- ‘das Nervensystem, Nervengewebe betreffend, von den Nerven herrührend’ wird zum Bestimmungswort gelehrter Bildungen in Naturwissenschaft und Medizin. Neuralgie f. ‘in Anfällen auftretende Nervenschmerzen’ (19. Jh.), mit dem auf griech. -algía (-αλγία, s. ↗Nostalgie) beruhenden, in der medizinischen lat. Wissenschaftssprache (im Sinne von ‘Schmerz, Leiden’) als Teil von Krankheitsbezeichnungen gebräuchlichen -algia, dt. -algie, aus griech. álgos (ἄλγος) ‘Schmerz, Not, Trauer’. neuralgisch Adj. ‘auf Neuralgie beruhend’ (19. Jh.), danach übertragen ‘(für Störungen) besonders kritisch, empfindlich, gefährlich, Spannungen verursachend’, vgl. neuralgischer Punkt. Neurologie f. Wissenschaft vom (gesunden und kranken) Nervensystem (18. Jh.), s. ↗-logie. Neurose f. ‘Nervenerkrankung, Nervenschwäche’ (19. Jh., vgl. frz. névrose, 18. Jh.), danach präzisiert (Freud, Ende 19. Jh.) für funktionelle, mit psychischen Konfliktsituationen verbundene Störungen psychischer Prozesse als Folge abnormer Verarbeitung von Erlebnissen, gelehrte Bildung (zunächst medizin.-lat. Neurosis ‘Erkrankung des Nervensystems’, 18. Jh.) mit dem aus dem Griech. stammenden Suffix -osis, -ose zur Bezeichnung pathologischer Vorgänge und Zustände (s. ↗Thrombose), in manchen Fällen für nicht differenzierendes ↗Nervosität (s. d.) eintretend. Neurotiker m. neurotisch Adj. (Ende 19. Jh.). Ferner Neurasthenie, Neurochirurgie, Neurologe, neurogen, neurotrop.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Familienroman Psychopath Psychotiker Seelenleben normal

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Neurotiker‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Neurotiker geht den zunächst bequemen Weg der Vermeidung einer wirklichen Entscheidung.
Die Zeit, 27.11.2000, Nr. 48
Diese Übung gibt es natürlich auch für den fortgeschrittenen Neurotiker.
konkret, 1983
Der Neurotiker bedarf mehr und mehr der Behandlung durch den Therapeuten.
Werner, Reiner: Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1973 [1967], S. 115
Dadurch mag dieser Komplex in den freien Einfällen des Neurotikers so oft in Erscheinung treten.
Goldstein, Kurt: Der Aufbau des Organismus, Den Haag: Nijhoff 1934, S. 207
Es wird sich späterhin die Gelegenheit ergeben, diese Behauptung durch die Analyse einiger Träume bei Neurotikern zu unterstützen.
Freud, Sigmund: Die Traumdeutung, Leipzig u. a.: Deuticke 1914 [1900], S. 115
Zitationshilfe
„Neurotiker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Neurotiker>, abgerufen am 17.10.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Neurosekretion
Neurose
Neuroretinitis
Neuropteren
neuropsychologisch
Neurotisation
neurotisch
neurotisieren
Neurotizismus
Neurotomie