Nichtigkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Nichtigkeit · Nominativ Plural: Nichtigkeiten
Aussprache  [ˈnɪçtɪçkaɪ̯t]
Worttrennung Nich-tig-keit
Wortzerlegung nichtig-keit
Wortbildung  mit ›Nichtigkeit‹ als Erstglied: ↗Nichtigkeitsbeschwerde · ↗Nichtigkeitsklage · ↗Nichtigkeitsurteil
 ·  mit ›Nichtigkeit‹ als Letztglied: ↗Ehenichtigkeit

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. ⟨die Nichtigkeit⟩ das Nichtigsein, die Bedeutungslosigkeit
  2. 2. ⟨eine Nichtigkeit⟩ etw. Nichtiges, Bedeutungsloses
  3. 3. [Jura] Ungültigkeit
eWDG

Bedeutungen

1.
die Nichtigkeitdas Nichtigsein, die Bedeutungslosigkeit
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
die Nichtigkeit seines Tuns
das Gefühl der eigenen Nichtigkeit
[er] philosophiert über die Nichtigkeit der Welt und ihrer irdischen Güter [ TollerSchriften30]
2.
eine Nichtigkeitetw. Nichtiges, Bedeutungsloses
Beispiele:
Streit wegen einer Nichtigkeit
eine Nichtigkeit sagen
die Nichtigkeiten des Alltags
über Nichtigkeiten plaudern, reden
sich über Nichtigkeiten ereifern
3.
Jura Ungültigkeit
Grammatik: nur im Singular
Beispiel:
die Nichtigkeit eines Urteils, einer Ehe geltend machen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nicht · nichtig · Nichtigkeit · nichts · Nichts · nichtsdestoweniger · nichtswürdig
nicht Adv. der Verneinung. Ahd. niowiht (8. Jh.), mhd. niwiht, niweht, niht, asächs. nio-, neo-, niewiht, mnd. nicht, niet, mnl. nl. niet, afries. nāwet, naut, nāt, aengl. nōwiht, engl. nought sowie got. ni waíht ‘nichts’ ist zusammengerückt aus *na aiwin wihtes, der unter ↗nein (s. d.) angeführten Verneinungspartikel (ahd. ni), dem unter ↗je (s. d.) dargestellten Wort (ahd. io) und dem unter ↗Wicht (s. d.) behandelten Substantiv (ahd. wiht ‘Wesen, Ding’, als substantivisches Pronomen ‘etwas’). Als Ausgangsbedeutung ergibt sich daher etwa ‘nicht irgendein Ding’. Ahd. niowiht und mhd. niwiht, niht wird als Pronominalsubstantiv verwendet (vgl. mhd. diu trügevreude ist ein niht) und kann als Verstärkung zur Negationspartikel hinzutreten, vgl. mhd. ich enweiʒ (es) niht. Seit dem 12. Jh. schwindet die dem Verb vorangestellte Partikel, so daß niht allein die negierende Funktion übernimmt, vgl. mhd. ich weiʒ (es) niht. Reste substantivischen Gebrauchs sind erhalten in mitnichten, mhd. mit nihten (aus mit nihte niht), und zunichte (machen), mhd. ze nihte (aus ze nihte niht); s. auch unten nichts. nichtig Adj. ‘ungültig, unwichtig, unwesentlich, wertlos’ (15. Jh.); für nichtig achten (16. Jh.), erklären (18. Jh.). Nichtigkeit f. ‘Ungültigkeit, Bedeutungslosigkeit, Wertloses’, mhd. nihtecheit, nihtekeit ‘Nichts’. Vgl. ahd. niwihtheit f. ‘Albernheit, Nichtigkeit’ (um 1000), mhd. nihtheit, frühnhd. Nichtheit (15. Jh.). nichts Indef.pron. mhd. nihtes (aus nihtes niht ‘nichts von nichts’), erstarrter Genitiv des ehemaligen Substantivs niht n. (s. oben), bis ins 18. Jh. in der Form nichtes. Erneut substantiviert (und mit dem bestimmten, seltener unbestimmten Artikel gebraucht) Nichts n. (16. Jh.). Auf einer alten genitivischen Fügung beruhen auch nichtsdestoweniger Konj. ‘dennoch, trotzdem’ (Ende 15. Jh.) und nichtswürdig Adj. ‘niederträchtig, ehrlos’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Nichtigkeit · ↗Unwirksamkeit
Synonymgruppe
Bagatelle · ↗Banalität · ↗Belanglosigkeit · ↗Geringfügigkeit · ↗Kleinigkeit · ↗Lappalie · ↗Nebensache · ↗Nebensächlichkeit · Nichtigkeit · ↗Petitesse · Unwichtiges · ↗Unwichtigkeit · keine große Geschichte · ↗keine große Sache · unwichtige Sache  ●  ↗Sturm im Wasserglas  fig. · ↗Fliegenschiss  derb, fig. · ↗Kiki  ugs. · ↗Kinkerlitzchen  ugs. · ↗Kleckerkram  ugs. · Kleinkleckerkram  ugs. · ↗Kleinkram  ugs. · ↗Marginalie  geh. · ↗Peanuts  ugs., engl. · ↗Pillepalle  ugs. · ↗Pipifax  ugs. · ↗Quisquilien (Plur., lat.)  geh. · Schnullibulli  ugs. · Tüddelkram  ugs., norddeutsch, variabel
Assoziationen
Synonymgruppe
Banalität · ↗Bedeutungslosigkeit · ↗Belanglosigkeit · ↗Gehaltlosigkeit · ↗Irrelevanz · Nichtigkeit · ↗Oberflächlichkeit · ↗Plattheit · ↗Trivialität · ↗Unwichtigkeit  ●  ↗Schnickschnack  ugs.
Assoziationen
  • Stereotyp · ↗Topos · feste Fügung · fester Begriff · gängige Vorstellung · stehender Begriff

Typische Verbindungen zu ›Nichtigkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nichtigkeit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Nichtigkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit ihm streitet sie sich ständig über Nichtigkeiten, auch über Politik.
Die Zeit, 08.01.2007, Nr. 02
Vor allem zieht er gegen die Überhebung und Nichtigkeit der Wissenschaft los.
Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 12318
Die Nichtigkeit einer solchen Ehe kann von jedermann jederzeit ohne weiteres geltend gemacht werden.
Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 243
Man müßte meinen, diese riesigen Dimensionen würden niederdrückend auf sie wirken, sie ihre eigene Nichtigkeit erkennen lassen und sie bewegen, nach größeren Zielen zu streben.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 312
Die Menschen kommen zu mir und reden über ihre Probleme, und alles sind Kleinigkeiten, Nichtigkeiten sogar im Vergleich zu den weltbewegenden Dingen.
Späth, Gerold: Commedia, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1980 [1980], S. 122
Zitationshilfe
„Nichtigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nichtigkeit>, abgerufen am 11.04.2021.

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