Nichtigkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Nichtigkeit · Nominativ Plural: Nichtigkeiten
Aussprache
WorttrennungNich-tig-keit (computergeneriert)
Wortzerlegungnichtig-keit
Wortbildung mit ›Nichtigkeit‹ als Erstglied: ↗Nichtigkeitsbeschwerde · ↗Nichtigkeitsklage · ↗Nichtigkeitsurteil
 ·  mit ›Nichtigkeit‹ als Letztglied: ↗Ehenichtigkeit
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
nur im Singular
die Nichtigkeitdas Nichtigsein, die Bedeutungslosigkeit
Beispiele:
die Nichtigkeit seines Tuns
das Gefühl der eigenen Nichtigkeit
[er] philosophiert über die Nichtigkeit der Welt und ihrer irdischen Güter [TollerSchriften30]
2.
eine Nichtigkeitetw. Nichtiges, Bedeutungsloses
Beispiele:
Streit wegen einer Nichtigkeit
eine Nichtigkeit sagen
die Nichtigkeiten des Alltags
über Nichtigkeiten plaudern, reden
sich über Nichtigkeiten ereifern
3.
nur im Singular
Jura Ungültigkeit
Beispiel:
die Nichtigkeit eines Urteils, einer Ehe geltend machen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nicht · nichtig · Nichtigkeit · nichts · Nichts · nichtsdestoweniger · nichtswürdig
nicht Adv. der Verneinung. Ahd. niowiht (8. Jh.), mhd. niwiht, niweht, niht, asächs. nio-, neo-, niewiht, mnd. nicht, niet, mnl. nl. niet, afries. nāwet, naut, nāt, aengl. nōwiht, engl. nought sowie got. ni waíht ‘nichts’ ist zusammengerückt aus *na aiwin wihtes, der unter ↗nein (s. d.) angeführten Verneinungspartikel (ahd. ni), dem unter ↗je (s. d.) dargestellten Wort (ahd. io) und dem unter ↗Wicht (s. d.) behandelten Substantiv (ahd. wiht ‘Wesen, Ding’, als substantivisches Pronomen ‘etwas’). Als Ausgangsbedeutung ergibt sich daher etwa ‘nicht irgendein Ding’. Ahd. niowiht und mhd. niwiht, niht wird als Pronominalsubstantiv verwendet (vgl. mhd. diu trügevreude ist ein niht) und kann als Verstärkung zur Negationspartikel hinzutreten, vgl. mhd. ich enweiʒ (es) niht. Seit dem 12. Jh. schwindet die dem Verb vorangestellte Partikel, so daß niht allein die negierende Funktion übernimmt, vgl. mhd. ich weiʒ (es) niht. Reste substantivischen Gebrauchs sind erhalten in mitnichten, mhd. mit nihten (aus mit nihte niht), und zunichte (machen), mhd. ze nihte (aus ze nihte niht); s. auch unten nichts. nichtig Adj. ‘ungültig, unwichtig, unwesentlich, wertlos’ (15. Jh.); für nichtig achten (16. Jh.), erklären (18. Jh.). Nichtigkeit f. ‘Ungültigkeit, Bedeutungslosigkeit, Wertloses’, mhd. nihtecheit, nihtekeit ‘Nichts’. Vgl. ahd. niwihtheit f. ‘Albernheit, Nichtigkeit’ (um 1000), mhd. nihtheit, frühnhd. Nichtheit (15. Jh.). nichts Indef.pron. mhd. nihtes (aus nihtes niht ‘nichts von nichts’), erstarrter Genitiv des ehemaligen Substantivs niht n. (s. oben), bis ins 18. Jh. in der Form nichtes. Erneut substantiviert (und mit dem bestimmten, seltener unbestimmten Artikel gebraucht) Nichts n. (16. Jh.). Auf einer alten genitivischen Fügung beruhen auch nichtsdestoweniger Konj. ‘dennoch, trotzdem’ (Ende 15. Jh.) und nichtswürdig Adj. ‘niederträchtig, ehrlos’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Nichtigkeit · ↗Unwirksamkeit
Synonymgruppe
Bagatelle · ↗Banalität · ↗Belanglosigkeit · ↗Geringfügigkeit · ↗Kleinigkeit · ↗Lappalie · ↗Nebensache · ↗Nebensächlichkeit · Nichtigkeit · ↗Petitesse · Unwichtiges · ↗Unwichtigkeit · keine große Geschichte · keine große Sache  ●  Sturm im Wasserglas  fig. · ↗Fliegenschiss  derb, fig. · ↗Kiki  ugs. · ↗Kinkerlitzchen  ugs. · ↗Kleckerkram  ugs. · Kleinkleckerkram  ugs. · ↗Kleinkram  ugs. · ↗Marginalie  geh. · ↗Peanuts  ugs., engl. · ↗Pillepalle  ugs. · ↗Pipifax  ugs. · ↗Quisquilien (Plur., lat.)  geh. · Schnullibulli  ugs. · Tüddelkram  ugs., norddeutsch, variabel
Assoziationen
Synonymgruppe
Banalität · ↗Bedeutungslosigkeit · ↗Belanglosigkeit · ↗Gehaltlosigkeit · ↗Irrelevanz · Nichtigkeit · ↗Plattheit · ↗Trivialität · ↗Unwichtigkeit  ●  ↗Schnickschnack  ugs.
Assoziationen
  • Stereotyp · ↗Topos · feste Fügung · fester Begriff · gängige Vorstellung · stehender Begriff

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abkommen Alltag Anfechtbarkeit Anlaß Beschluß Dasein Ehe Eitelkeit Feststellung Gefühl Jahresabschluß Kaufvertrag Kleinigkeit Leere Menschenleben Mietvertrag Rechtsgeschäft Sein Tun Vertrag Verwaltungsakt Wichtigkeit dartun enthüllen entzünden hübsch nett scheinbar süß vollkommen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nichtigkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit ihm streitet sie sich ständig über Nichtigkeiten, auch über Politik.
Die Zeit, 08.01.2007, Nr. 02
Hartnäckig aber behaupten sich zwischen diesen Nichtigkeiten einige Details, die sich nicht ohne weiteres entsorgen lassen.
Der Tagesspiegel, 28.04.2000
Zu allen Nichtigkeiten, die sie vorbrachte, hatte ich stets verbindlich gelächelt und »Ja« gesagt.
Dohm, Hedwig: Christa Ruland. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 10125
Vor allem zieht er gegen die Überhebung und Nichtigkeit der Wissenschaft los.
Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 12318
Die Nichtigkeit einer solchen Ehe kann von jedermann jederzeit ohne weiteres geltend gemacht werden.
Zimmermann, Theo: Der praktische Rechtsberater, Gütersloh: Bertelsmann [1968] [1957], S. 243
Zitationshilfe
„Nichtigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nichtigkeit>, abgerufen am 18.06.2019.

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