Nichts, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Nichts · Nominativ Plural: Nichtse
Aussprache
Grundformnichts
Wortbildung mit ›Nichts‹ als Erstglied: ↗Nichtschen  ·  mit ›Nichts‹ als Letztglied: ↗Garnichts · ↗Habenichts · ↗Taugenichts
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
a)
Philosophie absolutes Nichtsein; Gegensatz zum Sein u. zum Seienden
b)
als leer gedachter Raum (des Alls)
2.
verschwindend geringe Menge, Anzahl (von etw. Bestimmtem)
3.
abwertend Mensch, der keinerlei Achtung genießt, den keiner respektiert, der keine soziale Stellung hat o. Ä.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

nicht · nichtig · Nichtigkeit · nichts · Nichts · nichtsdestoweniger · nichtswürdig
nicht Adv. der Verneinung. Ahd. niowiht (8. Jh.), mhd. niwiht, niweht, niht, asächs. nio-, neo-, niewiht, mnd. nicht, niet, mnl. nl. niet, afries. nāwet, naut, nāt, aengl. nōwiht, engl. nought sowie got. ni waíht ‘nichts’ ist zusammengerückt aus *na aiwin wihtes, der unter ↗nein (s. d.) angeführten Verneinungspartikel (ahd. ni), dem unter ↗je (s. d.) dargestellten Wort (ahd. io) und dem unter ↗Wicht (s. d.) behandelten Substantiv (ahd. wiht ‘Wesen, Ding’, als substantivisches Pronomen ‘etwas’). Als Ausgangsbedeutung ergibt sich daher etwa ‘nicht irgendein Ding’. Ahd. niowiht und mhd. niwiht, niht wird als Pronominalsubstantiv verwendet (vgl. mhd. diu trügevreude ist ein niht) und kann als Verstärkung zur Negationspartikel hinzutreten, vgl. mhd. ich enweiʒ (es) niht. Seit dem 12. Jh. schwindet die dem Verb vorangestellte Partikel, so daß niht allein die negierende Funktion übernimmt, vgl. mhd. ich weiʒ (es) niht. Reste substantivischen Gebrauchs sind erhalten in mitnichten, mhd. mit nihten (aus mit nihte niht), und zunichte (machen), mhd. ze nihte (aus ze nihte niht); s. auch unten nichts. nichtig Adj. ‘ungültig, unwichtig, unwesentlich, wertlos’ (15. Jh.); für nichtig achten (16. Jh.), erklären (18. Jh.). Nichtigkeit f. ‘Ungültigkeit, Bedeutungslosigkeit, Wertloses’, mhd. nihtecheit, nihtekeit ‘Nichts’. Vgl. ahd. niwihtheit f. ‘Albernheit, Nichtigkeit’ (um 1000), mhd. nihtheit, frühnhd. Nichtheit (15. Jh.). nichts Indef.pron. mhd. nihtes (aus nihtes niht ‘nichts von nichts’), erstarrter Genitiv des ehemaligen Substantivs niht n. (s. oben), bis ins 18. Jh. in der Form nichtes. Erneut substantiviert (und mit dem bestimmten, seltener unbestimmten Artikel gebraucht) Nichts n. (16. Jh.). Auf einer alten genitivischen Fügung beruhen auch nichtsdestoweniger Konj. ‘dennoch, trotzdem’ (Ende 15. Jh.) und nichtswürdig Adj. ‘niederträchtig, ehrlos’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Leere · ↗Lücke · Nichts · ↗Vakuum · nicht das Mindeste · nicht das geringste bisschen · nicht das mindeste  ●  gähnende Leere  ugs. · kein Funke  ugs. · keine Spur  ugs.
Assoziationen
  • absolut nichts · gar nichts · nichts und wieder nichts · rein gar nichts · reinweg gar nichts · überhaupt nichts  ●  ein(en) Scheißdreck  derb, abwertend · nix und wieder nix  ugs. · null Komma Josef  ugs., österr. · nullkommajosef  ugs., österr.
  • 0 · ↗null
  • Abstinenz · ↗Ausfall · ↗Entbehrung · ↗Entzug
Synonymgruppe
(ein) Nichtswürdiger · ↗(eine) Null  ●  (ein) Nichts  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gespenst Hauch Lärm Nerve Nichts Schöpfung Sein Wahrheit ablenken absolut auflösen auftauchen blank enden entgehen erinnern erschaffen fürchten geschehen hindern hindeuten illustrieren passieren pur schlimm stören unmöglich verdeutlichen verpuffen Ärger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nichts‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gerade deswegen aber sollte man mit dem Nichts keine leichtfertige Rede betreiben.
Die Welt, 08.12.2004
Er schöpfte aus dem Nichts und sie schöpft geradewegs ins Nichts, meint man zu wissen.
Der Tagesspiegel, 18.05.2004
Er müsse durch die Nacht rasen bis hinunter ins Nichts.
Kuckart, Judith: Lenas Liebe, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 212
Und so kam es, daß zunächst einmal überhaupt gewirtschaftet werden mußte aus dem Nichts in das Nichts.
o. A.: Einhundertelfter Tag. Donnerstag, 18. April 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 14843
Wie aus dem Nichts entsprungen stand er vor mir da.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 688
Zitationshilfe
„Nichts“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nichts>, abgerufen am 16.10.2019.

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