Nießbrauch, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Nieß-brauch
Wortbildung  mit ›Nießbrauch‹ als Erstglied: Nießbraucher
eWDG

Bedeutung

Jura dingliches Recht auf Nutzung fremder Sachen, fremder Rechte oder eines Vermögens, ohne die Substanz zu schmälern
Beispiel:
ihnen Nutzen und Nießbrauch des Gütchens Rapsin … auf Lebenszeit zuzuwenden [ A. ZweigEinsetzung423]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

genießen · Nießbrauch · Nießnutz · genießbar · Genießer · genießerisch
genießen Vb. ‘Freude, Wohlbehagen bei etw. finden, etw. erhalten, zur Verfügung haben, Speisen und Getränke zu sich nehmen’, ahd. nioʒan (8. Jh.), ginioʒan (9. Jh.), mhd. (ge)nieʒen, asächs. niotan, mnd. genēten, nl. genieten, aengl. nēotan, anord. njōta, schwed. njuta ‘benutzen, genießen’ sowie got. niutan ‘erreichen, erlangen’, ganiutan ‘ergreifen, fangen’ (vgl. got. nuta ‘Fischer’, eigentlich ‘Fänger’) führen auf germ. *neutan, zu ie. *neud- ‘Erstrebtes ergreifen, in Nutzung nehmen’ (wozu auch Genosse, Nutzen, s. d.). Nießbrauch m. ‘Recht auf Nutzung fremden Eigentums’ (17. Jh.), mit mhd. nieʒ, frühnhd. Nieß ‘Benutzung, Nutznießung, Genuß’ (Deverbativum zu mhd. nieʒen, s. oben; daneben Genieß, s. Genuß) gebildete Übersetzung des Rechtsterminus lat. ūsus frūctus; jünger in gleichem Sinne Nießnutz m. (19. Jh.). genießbar Adj. ‘eßbar, bekömmlich’ (17. Jh.; anfangs auch ‘nützlich, vorteilhaft’ wie das ältere genießlich, 16. Jh., s. genüßlich). Genießer m. ‘wer zu genießen versteht’, mhd. genieʒer; dazu genießerisch Adj. ‘nach Art eines Genießers, mit Genuß’ (30er Jahre 20. Jh.).

Thesaurus

Jura
Synonymgruppe
Nießbrauch  ●  Fruchtgenussrecht  österr. · Nutzniessung  schweiz.
Oberbegriffe
  • absolutes Recht · uneingeschränktes Recht

Typische Verbindungen zu ›Nießbrauch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nießbrauch‹.

Verwendungsbeispiele für ›Nießbrauch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An einem Rechte, das nicht übertragbar ist, kann ein Nießbrauch nicht bestellt werden. [o. A.: Bürgerliches Gesetzbuch. In: Schönfelder: Deutsche Gesetze : Sammlung des Zivil-, Straf- und Verfahrensrechts, München: Beck 1997]
Auch eine Übertragung unter dem "Vorbehalt des Nießbrauchs" ist möglich. [Süddeutsche Zeitung, 04.10.2002]
Für diesen Fall behalten sich Eltern regelmäßig den Nießbrauch an dem verschenkten Haus vor. [Süddeutsche Zeitung, 20.11.2002]
Der Nießbrauch macht das frühzeitige Übertragen von Immobilienvermögen auf künftige Generationen "ohne Risiken" möglich. [Süddeutsche Zeitung, 02.08.1997]
Steht der Nießbrauch einer juristischen Person oder einer rechtsfähigen Personengesellschaft zu, so erlischt er mit dieser. [o. A.: Bürgerliches Gesetzbuch. In: Schönfelder: Deutsche Gesetze : Sammlung des Zivil-, Straf- und Verfahrensrechts, München: Beck 1997]
Zitationshilfe
„Nießbrauch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nie%C3%9Fbrauch>.

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