Niedriglohn, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Niedriglohn(e)s · Nominativ Plural: Niedriglöhne
Worttrennung Nied-rig-lohn
Wortzerlegung niedrigLohn
Wortbildung  mit ›Niedriglohn‹ als Erstglied: ↗Niedriglohnland · ↗Niedriglohnsektor
Wahrig und DWDS

Bedeutung

sehr geringe Entlohnung; niedriges Arbeitsentgelt eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers, das unter oder knapp über der Höhe des Arbeitslosengeldes oder ähnlicher Transferleistungen liegt
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein subventionierter Niedriglohn
als Akkusativobjekt: einen Niedriglohn bezahlen, aufstocken (= um Transferleistungen ergänzen)
hat Präpositionalgruppe/-objekt: für einen Niedriglohn arbeiten; Arbeitnehmer zu Niedriglöhnen beschäftigen
Beispiele:
Bei flächendeckenden Mindestlöhnen […] spare der Staat […] jährlich Milliarden Euro Steuergelder, die im Moment noch für die Aufstockung von Niedriglöhnen ausgegeben werden müssten. [Die Zeit, 07.10.2013 (online)]
Die Bevölkerung ermöglicht […] durch »soziales Aufstocken« den Unternehmen die billigen Niedriglöhne. [tv-orange, 19.09.2013, aufgerufen am 14.02.2017]
[…] andere Deutsche denken gar nicht daran, für Niedriglöhne unter sechs Euro zu arbeiten. [Bild, 30.04.2004]
In einer noch unveröffentlichten Studie hat er [ein Wirtschaftsprofessor] herausgefunden, dass der Abstand zwischen Niedriglohn und Durchschnittslohn im deutschen Einzelhandel […] größer ist als in den USA. [Die Zeit, 06.11.2003, Nr. 46]
In vielen Fällen wurden […] erwachsene Männer arbeitslos, während Kinder und Frauen zu Niedriglöhnen […] beschäftigt wurden. [Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 116]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Dumping-Lohn · ↗Dumpinglohn · Niedriglohn · extrem niedriger Lohn · schlechte Bezahlung · sehr geringes Gehalt  ●  ↗Hungerlohn  ugs. · miese Bezahlung  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • aus (christlicher) Nächstenliebe · aus reiner Menschenfreundlichkeit · ↗ehrenamtlich · ↗freiwillig · ↗karitativ · ohne Bezahlung · ↗unentgeltlich  ●  einfach so  ugs., salopp · für Gotteslohn  geh. · um Gotteslohn  geh.
  • niedrig bezahlt · schlecht bezahlt · ↗schlechtbezahlt
  • Geringverdiener · ↗Minijobber · auf 450-Euro-Basis Beschäftigter · geringfügig Beschäftigter · geringfügig entlohnter Beschäftigter
  • Leiharbeiter · Leiharbeitnehmer · Leihkraft · ↗Zeitarbeiter · Zeitarbeitnehmer  ●  ↗Job-Nomade  ugs.
  • Billig... · zu Dumpingpreisen · zum Dumpingpreis  ●  unter Wert  Hauptform · zum Freundschaftspreis  verhüllend
  • (das Geld) reicht hinten und vorne nicht · (von etwas) nicht leben und nicht sterben können · kaum über die Runden kommen (finanziell) · so gerade (eben) über die Runden kommen · ums Überleben kämpfen (müssen) · wenig verdienen  ●  jeden Cent zweimal umdrehen müssen  fig. · jeden Pfennig zweimal umdrehen müssen  veraltet, fig. · zum Leben zu wenig, und zum Sterben zu viel sein  sprichwörtlich · zum Sterben zu viel, und zum Leben zu wenig sein  sprichwörtlich
  • (ein bisschen) Geld · kleiner Betrag  ●  ↗(ein bisschen) Klimpergeld  ugs. · (nur) Centbeträge  ugs., auch figurativ · ↗(nur) Kleingeld  ugs., auch figurativ · ↗Kleckerbetrag  ugs. · ↗Peanuts  ugs., engl., fig.

Typische Verbindungen zu ›Niedriglohn‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Niedriglohn‹.

Zitationshilfe
„Niedriglohn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Niedriglohn>, abgerufen am 17.04.2021.

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