Niedriglohn, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Niedriglohn(e)s · Nominativ Plural: Niedriglöhne
WorttrennungNied-rig-lohn
WortzerlegungniedrigLohn
Wortbildung mit ›Niedriglohn‹ als Erstglied: ↗Niedriglohnland
Wahrig und DWDS, 2018

Bedeutung

sehr geringe Entlohnung; niedriges Arbeitsentgelt eines vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers, das unter oder knapp über der Höhe des Arbeitslosengeldes oder ähnlicher Transferleistungen liegt
Beispiele:
Bei flächendeckenden Mindestlöhnen […] spare der Staat […] jährlich Milliarden Euro Steuergelder, die im Moment noch für die Aufstockung von Niedriglöhnen ausgegeben werden müssten. [Die Zeit, 07.10.2013 (online)]
Die Bevölkerung ermöglicht […] durch »soziales Aufstocken« den Unternehmen die billigen Niedriglöhne. [tv-orange, 19.09.2013, aufgerufen am 14.02.2017]
[…] andere Deutsche denken gar nicht daran, für Niedriglöhne unter sechs Euro zu arbeiten. [Bild, 30.04.2004]
In einer noch unveröffentlichten Studie hat er [ein Wirtschaftsprofessor] herausgefunden, dass der Abstand zwischen Niedriglohn und Durchschnittslohn im deutschen Einzelhandel […] größer ist als in den USA. [Die Zeit, 06.11.2003, Nr. 46]
In vielen Fällen wurden […] erwachsene Männer arbeitslos, während Kinder und Frauen zu Niedriglöhnen […] beschäftigt wurden. [Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 116]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein subventionierter Niedriglohn
als Akkusativobjekt: einen Niedriglohn bezahlen, aufstocken (= um Transferleistungen ergänzen)
hat Präpositionalgruppe/-objekt: für einen Niedriglohn arbeiten; Arbeitnehmer zu Niedriglöhnen beschäftigen

Thesaurus

Synonymgruppe
Dumping-Lohn · ↗Dumpinglohn · Niedriglohn · extrem niedriger Lohn · schlechte Bezahlung · sehr geringes Gehalt  ●  ↗Hungerlohn  ugs. · miese Bezahlung  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • aus (christlicher) Nächstenliebe · aus reiner Menschenfreundlichkeit · ↗ehrenamtlich · ↗freiwillig · ↗karitativ · ohne Bezahlung · ↗unentgeltlich  ●  einfach so  ugs., salopp · für Gotteslohn  geh. · um Gotteslohn  geh.
  • niedrig bezahlt · schlecht bezahlt · ↗schlechtbezahlt
  • Geringverdiener · ↗Minijobber · auf 450-Euro-Basis Beschäftigter · geringfügig Beschäftigter · geringfügig entlohnter Beschäftigter
  • Leiharbeiter · Leiharbeitnehmer · Leihkraft · ↗Zeitarbeiter · Zeitarbeitnehmer  ●  ↗Job-Nomade  ugs.
  • Billig... · zu Dumpingpreisen · zum Dumpingpreis  ●  unter Wert  Hauptform
  • (das Geld) reicht hinten und vorne nicht · (von etwas) nicht leben und nicht sterben können · kaum über die Runden kommen (finanziell) · so gerade (eben) über die Runden kommen · ums Überleben kämpfen (müssen) · wenig verdienen  ●  jeden Cent zweimal umdrehen müssen  fig. · jeden Pfennig zweimal umdrehen müssen  veraltet, fig. · zum Leben zu wenig, und zum Sterben zu viel sein  sprichwörtlich · zum Sterben zu viel, und zum Leben zu wenig sein  sprichwörtlich

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstand Arbeitslose Arbeitslosigkeit Arbeitsmarkt Arbeitszeit Aufstockung Bauarbeiter Beschäftigte Bezieher Einführung Leiharbeit Mindestlohn Modellversuch Sozialabgaben Sozialhilfe Subvention Subventionierung Zuschuß abspeisen aufstocken bezuschussen bezuschusst extrem gefördert konkurrieren schuften subventionieren subventioniert tariflich verdingen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Niedriglohn‹.

Zitationshilfe
„Niedriglohn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Niedriglohn>, abgerufen am 24.05.2019.

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