Niere, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Niere · Nominativ Plural: Nieren
Aussprache  [ˈniːʀə]
Worttrennung Nie-re
Wortbildung  mit ›Niere‹ als Erstglied: ↗Nierenbecken · ↗Nierenbeschwerden · ↗Nierenbraten · ↗Nierenentzündung · ↗Nierengrieß · ↗Niereninsuffizienz · ↗Nierenkolik · ↗Nierenkrebs · ↗Nierenoperation · ↗Nierenschale · ↗Nierenschrumpfung · ↗Nierenspende · ↗Nierenspender · ↗Nierenstein · ↗Nierenstück · ↗Nierentisch · ↗Nierentransplantation · ↗Nierenversagen · ↗Nierenwäsche · ↗nierenförmig · ↗nierenkrank · ↗nierig
 ·  mit ›Niere‹ als Letztglied: ↗Kalbsniere · ↗Nachniere · ↗Nebenniere · ↗Rinderniere · ↗Schrumpfniere · ↗Schweineniere · ↗Schweinsniere · ↗Senkniere · ↗Spenderniere · ↗Vorniere · ↗Wanderniere
eWDG

Bedeutung

paariges, bohnenförmiges, drüsiges Organ im hinteren oberen Teil der Bauchhöhle, das den Harn bildet und ausscheidet
Beispiele:
eine gesunde Niere
die Nieren untersuchen
umgangssprachliches mit den Nieren haben (= nierenkrank sein)
Kochkunstgeschmorte, gebratene Nieren
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlichjmdn. auf Herz und Nieren (= eingehend) prüfen
eine künstliche Nieremedizinisches Gerät, das die Funktion der Niere übernimmt
Beispiel:
bei der Operation wurde eine künstliche Niere zu Hilfe genommen
salopp etw. geht jmdm. an die Nierenetw. nimmt jmdn. mit, regt jmdn. auf
Beispiel:
es ist ein Schauspiel, da ist alles drin! Tränen, Komödie, Spannung ... Geht einem an die Nieren und ist zugleich verflucht erhebend [ BaumKristall93]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Niere f. paariges, an der Bildung und Ausscheidung des Harns beteiligtes Organ, ahd. nioro m. ‘Niere’, auch ‘Hoden’ (9. Jh.), mhd. nier(e) ‘Niere, Lende’, mnd. nēre, mnl. niere, nl. nier, aengl. *nēore, mengl. nēre setzen germ. *neuran- m., anord. nȳra, schwed. njure germ. *neurjan- voraus. Zieht man semantisch entsprechendes griech. nephró͞i (νεφροί) ‘Nieren’, Sing. (selten) nephrós (νεφρός) sowie aus italischen Glossen belegtes (Praeneste) nefrōnēs, (Lanuvium) nebrundinēs ‘Nieren’ heran, so ist Verwandtschaft mit dem Germ. (unter Annahme einer Ausgangsform mit labiovelarem Guttural ie. *negu̯hro-) möglich und ein ie. *negu̯hrós ‘Niere, Hoden’, eigentlich ‘runde Anschwellung’, erschließbar. Andere versuchen, die germ. Formen mit der Wurzel ie. *snā-, *sneu- ‘fließen, Feuchtigkeit’ zu verbinden.

Typische Verbindungen zu ›Niere‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Niere‹.

Verwendungsbeispiele für ›Niere‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jetzt ließ sie sich eine ihrer gesunden Nieren herausoperieren und dem Sohn übertragen.
Bild, 07.02.2005
Kann man selbst etwas dafür tun, um die Nieren gesund zu halten?
Der Tagesspiegel, 08.08.2003
Es ging ihr aber an die Nieren, das sah man ihr an.
Brussig, Thomas: Wasserfarben, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1991], S. 113
Jetzt traten sie mir in den Rücken, in die Nieren.
Arjouni, Jakob: Happy birthday, Türke!, Zürich: Diogenes 1987 [1985], S. 108
Eine häufige Anwendung von ätherischen Ölen ist außerdem wegen giftiger Wirkung auf die Nieren nicht unbedenklich.
Koch, Robert: Ergebnisse der vom Deutschen Reich ausgesandten Malariaexpedition. In: J. Schwalbe (Hg.), Gesammelte Werke von Robert Koch - Bd. 2 Teil 1, Leipzig: Thieme 1912 [1900], S. 444
Zitationshilfe
„Niere“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Niere>, abgerufen am 24.02.2021.

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