Nomen, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Nomens · Nominativ Plural: Nomen/Nomina
Aussprache
WorttrennungNo-men
HerkunftLatein
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2017

Bedeutung

Sprachwissenschaft
a)
Synonym zu Substantiv
Beispiele:
Heute sitzt Hoda in einem kleinen Klassenzimmer. Auf der Tafel steht »Hier ist es zu laut zum Telefonieren.« Die 19-Jährige aus dem Irak lernt, wie Verben im Deutschen auch als Nomen verwendet werden. [Der Standard, 21.11.2016]
Das Nomen Garderobe wird im 17. Jahrhundert aus dem Französischen [ins Deutsche] rückentlehnt […]. [Der Standard, 25.10.2016]
Natürlich ist es von entscheidender Bedeutung, ob es sich etwa um ein Nomen, ein Adjektiv oder ein Verb handelt. [Die Zeit, 02.06.2010, Nr. 23]
Es finden sich [in der Wörterliste] u. a. die häufigsten Präpositionen mit ihren Bedeutungen, Zeitangaben, Zahlen, die häufigsten Nomina und Adjektive, die Pronomina, die häufigsten 20 Verben sowie die ca. 200 häufigsten Strukturwörter, deren Kenntnis unerlässlich sind, um einen Text zu verstehen. [no299.wordpress.com, 08.02.2010]
Gerade die deutsche Sprache ist […] sehr offen für Wortneuschöpfungen: So lassen sich Nomen sehr variabel zu Monstren wie »Dienstreiseantragsformular« zusammenpuzzeln. [Cʼt, 1997, Nr. 4]
Kollokation:
in Koordination: Adjektive und Nomen
b)
deklinierbares Wort, das weder Pronomen noch Artikel ist   zusammenfassende Bezeichnung für Substantiv und Adjektiv
Beispiele:
Die wichtigsten Wortklassen sind Nomina (hierunter sowohl Substantive als auch Adjektive), Pronomina und Verben. [Hammershaimb, E.: Semitische Sprachen. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000, S. 29828. Zitiert nach: Hammershaimb, E.: Semitische Sprachen. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Bd. 5, Tübingen: Mohr 1961.]
Der Dichter mißtraut dem Verbum […]. Statt dessen regiert das Nomen [in dem Text]: als Substantiv, als Adjektiv, besonders gern als Partizip, jene Schwundform des Verbums, die zwar dessen Ausdruck trägt, aber alle Handlungskraft eingebüßt hat. Dem Nomen wird die Last der Darstellung aufgebürdet […]. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.07.1999]
Das Wort »light« kann etwa […] Nomen oder Verb sein, als letzteres wird es transitiv verwendet. [Cʼt, 1997, Nr. 4]
Wenn Kleinkinder sprechen, wissen sie ja auch nicht, daß sie Nomen oder Verben benutzen, eine Grammatik anwenden – und doch tun sie es. [Die Zeit, 11.10.1996, Nr. 42]
Man hat gelegentlich gesagt, daß zwar die ganze Sprache in den beiden Kategorien des Nomens und des Verbums aufgehe, daß aber andererseits die wenigsten Sprachen ein Verbum in unserem Sinne kennen. [Cassirer, Ernst: Philosophie der symbolischen Formen, Darmstadt: Wiss. Buchges. 1994 [1923], S. 238]
Kollokation:
in Koordination: Verben und Nomen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nomen · nominieren · nominal · nominell · Nomination · Nominativ · Nomenklatur
Nomen n. (Plur. Nomina) deklinierbares Wort (Substantiv, Adjektiv, Pronomen), als grammatischer Terminus Übernahme (16. Jh.) von lat. nōmen ‘Name, Benennung’. nominieren Vb. ‘(be)nennen, bezeichnen, namhaft machen, für ein Amt namentlich vorschlagen, ernennen’ (16. Jh.), aus gleichbed. lat. nōmināre. nominal Adj. ‘zum Namen gehörig, das Nomen betreffend’, entlehnt (18. Jh., wohl unter Einfluß von frz. nominal, doch im 17. Jh. bereits in lat. Form in dt. Texten) aus gleichbed. lat. nōminālis. nominell Adj. ‘dem Namen nach, angeblich’ (Anfang 19. Jh.), französierend (s. ↗reell) mit Suffixtausch älteres gleichbed. nominal verdrängend, das jedoch in Zusammensetzungen der grammatischen Terminologie wie Nominalsatz, Nominalstil eingegangen ist. Nomination f. ‘Benennung eines Bewerbers für ein Bischofsamt, Ernennung eines bischöflichen Beamten’, entlehnt aus lat. nōminātio (Genitiv nōminātiōnis) ‘(Be)nennung, Vorschlag’. Nominativ m. erster Fall der deutschen Deklination, in der römischen Grammatik spätlat. (cāsus) nōminātīvus, das in die frühen dt. Grammatiken übernommen wird. Nominativ mit Abfall der lat. Endung seit Stieler (1691), in dt. Übersetzung Nennendung, Nenner, Täther (17. Jh.), Nennfall (Gottsched). Lat. nōminātīvus Adj. ‘zur Nennung gehörig’, zu lat. nōmināre (s. oben). Nomenklatur f. ‘Namenverzeichnis, Gesamtheit der Fachausdrücke eines Wissensgebiets, Fachwortschatz’, entlehnt (17. Jh) aus lat. nōmenclātūra ‘Namenverzeichnis’, einer Bildung zu lat. nōmenclāre ‘mit Namen nennen’, lat. nōmen (s. oben) und lat. calāre ‘(aus)rufen’.

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Dingwort · ↗Hauptwort · ↗Namenwort · ↗Substantiv  ●  Nomen  Hauptform · Kopf einer Nominalphrase  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Adjektiv Geschlecht Omen Verb Verbum

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nomen‹.

Zitationshilfe
„Nomen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nomen>, abgerufen am 23.01.2019.

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