Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Nomenklatur, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Nomenklatur · Nominativ Plural: Nomenklaturen
Aussprache 
Worttrennung No-men-kla-tur
Wortbildung  mit ›Nomenklatur‹ als Erstglied: Nomenklaturkader  ·  mit ›Nomenklatur‹ als Grundform: nomenklatorisch
Herkunft aus nōmenclātūralat ‘Namenverzeichnis’ < nōmenlat ‘Name, Benennung’ + calārelat ‘(aus)rufen’
eWDG

Bedeutung

Wissenschaft Gesamtheit der wissenschaftlichen Bezeichnungen eines Fachgebiets, Zusammenstellung von Fachausdrücken
Beispiele:
die Nomenklatur der Botanik
die Namen der Zoologie sind in einer Nomenklatur (= einem Verzeichnis) zusammengestellt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nomen · nominieren · nominal · nominell · Nomination · Nominativ · Nomenklatur
Nomen n. (Plur. Nomina) deklinierbares Wort (Substantiv, Adjektiv, Pronomen), als grammatischer Terminus Übernahme (16. Jh.) von lat. nōmen ‘Name, Benennung’. nominieren Vb. ‘(be)nennen, bezeichnen, namhaft machen, für ein Amt namentlich vorschlagen, ernennen’ (16. Jh.), aus gleichbed. lat. nōmināre. nominal Adj. ‘zum Namen gehörig, das Nomen betreffend’, entlehnt (18. Jh., wohl unter Einfluß von frz. nominal, doch im 17. Jh. bereits in lat. Form in dt. Texten) aus gleichbed. lat. nōminālis. nominell Adj. ‘dem Namen nach, angeblich’ (Anfang 19. Jh.), französierend (s. reell) mit Suffixtausch älteres gleichbed. nominal verdrängend, das jedoch in Zusammensetzungen der grammatischen Terminologie wie Nominalsatz, Nominalstil eingegangen ist. Nomination f. ‘Benennung eines Bewerbers für ein Bischofsamt, Ernennung eines bischöflichen Beamten’, entlehnt aus lat. nōminātio (Genitiv nōminātiōnis) ‘(Be)nennung, Vorschlag’. Nominativ m. erster Fall der deutschen Deklination, in der römischen Grammatik spätlat. (cāsus) nōminātīvus, das in die frühen dt. Grammatiken übernommen wird. Nominativ mit Abfall der lat. Endung seit Stieler (1691), in dt. Übersetzung Nennendung, Nenner, Täther (17. Jh.), Nennfall (Gottsched). Lat. nōminātīvus Adj. ‘zur Nennung gehörig’, zu lat. nōmināre (s. oben). Nomenklatur f. ‘Namenverzeichnis, Gesamtheit der Fachausdrücke eines Wissensgebiets, Fachwortschatz’, entlehnt (17. Jh) aus lat. nōmenclātūra ‘Namenverzeichnis’, einer Bildung zu lat. nōmenclāre ‘mit Namen nennen’, lat. nōmen (s. oben) und lat. calāre ‘(aus)rufen’.

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
(offizielle) fachsprachliche Bezeichnungen · Fachausdrücke · Fachsprache · Fachterminologie · Fachwortschatz · Nomenklatur · Verzeichnis der Benennungen · gültige Benennungen  ●  Begrifflichkeit  fachspr. · Terminologie  fachspr.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Nomenklatur‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nomenklatur‹.

Verwendungsbeispiele für ›Nomenklatur‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Jedoch wird es immer schwierig sein, eine Nomenklatur für mg. [Blume, Friedrich: Barock. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1951], S. 20550]
Es wurden nicht nur die Nomenklatur und der Umfang der gegenseitigen Lieferungen abgestimmt. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1970]]
Dabei hat er seine eigene Nomenklatur und seine besondere Logik. [Die Zeit, 24.02.1964, Nr. 08]
Sie sprechen heute alle mehr als je zuvor eine gemeinsame Sprache, haben eine einheitliche, wenn auch sehr komplizierte Nomenklatur. [Die Zeit, 05.01.2006, Nr. 02]
Um diese Unterschiede wissenschaftlich zum Ausdruck zu bringen, hat man die ternäre Nomenklatur eingeführt. [Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 133]
Zitationshilfe
„Nomenklatur“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nomenklatur>.

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