Nordosten, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungNord-os-ten (computergeneriert)
WortzerlegungNordenOsten
Wortbildung mit ›Nordosten‹ als Erstglied: ↗Nordostwind  ·  mit ›Nordosten‹ als Letztglied: ↗Nordnordosten · ↗Ostnordosten
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
ohne Artikel
Himmelsrichtung zwischen Norden und Osten
Beispiel:
es erhob sich ein Wind aus Nordosten
2.
nur im Singular, mit bestimmtem Artikel
in Richtung auf 1 gelegenes Gebiet oder Himmelsgegend
Beispiel:
im Nordosten wurde noch gebaut, waren schwarze Wolken am Himmel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nord · Norden · nordisch · nördlich · Nordlicht · Nordost · Nordosten · Nordpol · Nordsee · nordwärts · Nordwest · Nordwesten
Nord m. (ohne Artikel, besonders in der Seemanssprache und Meteorologie) ‘Himmelsrichtung des tiefsten Sonnenstands, die vom höchsten Sonnenstand am weitesten entfernt liegende Gegend’, (mit Artikel) ‘aus dieser Richtung wehender Wind, Nordwind’. Ahd. nord n. ‘Norden, Nordwind’ (um 1000), mhd. nort n. ‘Norden’, asächs. norð Adv. ‘im Norden, nordwärts’, mnl. nort, noort, nl. noord n. f. und Adv. ‘Norden, nordwärts’, afries. north, aengl. norþ Adj. und Adv. ‘nördlich, nordwärts’, engl. north Adj., Adv. und Subst. ‘nördlich, Norden, Nordwind’, anord. norðr n. und Adv. ‘Norden, nordwärts’, norw. dän. nord, schwed. norr ‘Norden’ (germ. *nurþa-) lassen sich außergerm. wohl mit griech. enérteros, nérteros (ἐνέρτερος, νέρτερος, νέρτεροϛ) ‘unterer, tieferer, unterirdisch’, osk. nertrak ‘von links’, umbr. nertru ‘links’ vergleichen, wobei die germ. Formen als tiefstufige Bildungen zu dem sonst hochstufig bezeugten Komparativ ie. *nertero- und damit zur Wurzel ie. *ner- ‘unten’ bzw. ‘links’ anzusehen sind. Auszugehen wäre dann von einem germ. Richtungsadverb, das im Sinne von ‘weiter unten, weiter links’ entweder die ‘Gegend, wo die Sonne unten ist’ oder die ‘linke Seite des sich gegen Osten (Sonnenaufgang) neigenden Beters’ bezeichnet. Norden m. (meist ohne Artikel) ‘Himmelsrichtung des tiefsten Sonnenstands’, (mit Artikel) ‘das nördliche Gebiet der Erde, der nördliche Teil eines bestimmten Gebietes und dessen Bewohner’. Ahd. nordan n. ‘Norden, Nordwind’ (11. Jh.), spätmhd. norden n., mnd. nōrden n., mnl. norden, noorden, nl. noorden ‘Norden, Nordseite’, norw. dän. norden ‘Norden’, speziell ‘Skandinavien’, sind Substantivierungen des Richtungsadverbs ahd. nordana (9. Jh.), mhd. norden, asächs. norðan, aengl. norþan, anord. norðan ‘von Norden’ (vgl. ahd. fon nordana, mhd. von norden, wo das Adverb leicht als artikelloses Substantiv aufgefaßt werden kann). Norden ist heute allgemein gebräuchlich für die Himmelsrichtung und das entsprechende Gebiet im Unterschied zu der meist fachsprachlichen, aber auch dichterischen Verwendungsweise von Nord (s. oben). nordisch Adj. ‘den (europäischen) Norden betreffend, zu ihm gehörig, aus ihm stammend, für den europäischen Norden eigentümlich, charakteristisch’, in hd. Form zuerst nortisch ‘nördlich’ (16. Jh.), in heutiger Bedeutung seit dem 17. Jh.; vgl. nl. noords; dän. schwed. nordisk sind aus dem Dt. entlehnt. nördlich Adj. ‘im Norden gelegen, nach Norden gerichtet, aus dem Norden kommend’ (Anfang 18. Jh.), älter nordlich (17. Jh.), nordenlich (15. Jh.), ahd. nordlīh (Hs. 12. Jh.). Nordlicht n. ‘Polarlicht’ (1716), Übersetzung von dän. norw. nordlys, anfangs konkurrierend mit Nordschein (1717). Nordost m. ‘Nordosten, Wind aus Nordosten’, Nordosten m. ‘Himmelsrichtung zwischen Norden und Osten, in dieser Richtung gelegenes Gebiet und dessen Bewohner’, ahd. nordōstan m. n. (10. Jh.), nordōst Adv. (11. Jh.), vgl. auch nordōstrōni Adj. ‘nordöstlich’ (bei Einhard, 9. Jh.), spätmhd. nortōste ‘Nordostwind’. Nordpol m. ‘nördlicher Pol der Erd- und Himmelskugel’ (1678), älter der nordische Polus, Nordwirbel (1664), Nordspitz (1587). Nordsee f. Randmeer des Atlantischen Ozeans (17. Jh.), vgl. nl. Noordzee, vom niederländischen Standpunkt aus benannt im Gegensatz zur Zuiderzee ‘südliche See’; vgl. spätmhd. nordermer, nortmer ‘Nordmeer’. nordwärts Adv. ‘nach Norden zu, in nördliche Richtung’ (17. Jh.). Nordwest m. Nordwesten m. (entsprechend der Bedeutung und Verwendungsweise von ↗Nordost, ↗Nordosten, s. oben), ahd. nordwestan m. n. (10. Jh.), nordwest Adv. (11. Jh.), vgl. auch nordwestrōni Adj. ‘nordwestlich’ (bei Einhard, 9. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bundesstaat Erdbeben Grad Halbinsel Hauptinsel Industriestadt Insel Inselstaat Katastrophenregion Land Nord Norden Nordwesten Provinz Schneesturm Stromausfall Südosten Südwesten Tamile Tamilenstaat Waldbrand arm bewölken brasilianisch erschüttern strukturschwach verarmt wehen Überschwemmung äußer

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nordosten‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber im dünn besiedelten Nordosten ist die Auswahl an politischem Personal nicht groß.
Süddeutsche Zeitung, 22.05.2000
Der Kopf, der religiöse Teil, liegt in unseren Fall im Nordosten.
Der Tagesspiegel, 03.09.1999
Im Nordosten kam eine besonders dicke hinter dem Horizont herauf.
Hausmann, Manfred: Abel mit der Mundharmonika. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Fischer 1983 [1932], S. 187
Der Wind, der am vergangenen Tage aus Nordwesten geweht hatte, nahm in der Nacht an Stärke zu und drehte über Norden nach Nordosten.
Schaper, Edzard: Der Henker, Zürich: Artemis 1978 [1940], S. 58
Im mittleren und unteren Thale biegt er gegen Nordosten um.
Peters, Carl: Im Goldland des Altertums, München: Lehmann 1902, S. 20
Zitationshilfe
„Nordosten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nordosten>, abgerufen am 16.12.2018.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Nordost
Nordnordwesten
Nordnordwest
Nordnordosten
Nordnordost
nordöstlich
Nordostwind
Nordpol
Nordpolargebiet
Nordpolexpedition