Normalisierung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Normalisierung · Nominativ Plural: Normalisierungen · wird selten im Plural verwendet
Aussprache  [nɔʁmaliˈziːʀʊŋ]
Worttrennung Nor-ma-li-sie-rung
Wortzerlegung  normalisieren -ung
Wahrig und ZDL

Bedeutungen

1.
das Zurückkehren zu einem normalen Zustand, zu einer den allgemeinen Umgangsformen entsprechenden Gestaltung (von etw.); das Normalwerden, Sichnormalisieren
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine weitere, vollständige, gewisse, allmähliche Normalisierung; ein politische, wirtschaftliche Normalisierung
als Akkusativobjekt: eine Normalisierung erwarten, anstreben, erreichen, wünschen, fordern
in Präpositionalgruppe/-objekt: ein Schritt, Weg, Beitrag zur Normalisierung [von etw.]; mit einer Normalisierung rechnen; sich um eine Normalisierung [von etw.] bemühen
mit Genitivattribut: eine Normalisierung der Beziehungen
Beispiele:
Die EU und Kuba haben sich nach Angaben Havannas bei den Verhandlungen über die Normalisierung ihrer Beziehungen weiter angenähert. [Die Zeit, 17.06.2015 (online)]
Die Investoren konzentrierten sich auf die Normalisierung der Wirtschaft nach Überwindung der Pandemie, sagen Börsianer. [Süddeutsche Zeitung, 27.03.2021]
Da die Stadt auch ein wichtiges Drehkreuz für das südliche Südamerika ist, wurde eine schrittweise Normalisierung des Flugbetriebs in der gesamten Region erwartet. [Der Spiegel, 15.06.2011 (online)]
Eingesetzt in eine Hauttasche auf dem Brustkorb, wird die Elektrode direkt an die Herzwand angeschlossen. Der neue Cardioverter […] registriert und überwacht den Herzschlag des Patienten. Ziel dabei ist die Normalisierung des Herzschlags durch die Herzkammern[…]. [Der Standard, 06.11.2006]
Besondere Hoffnung bei der politischen und wirtschaftlichen Normalisierung setzt [der algerische Staatschef] Bouteflika auf die ehemalige Kolonialmacht Frankreich. [Der Tagesspiegel, 15.06.2000]
Das deutsch‑tschechische Verhältnis gehört zu den schwierigen Nachbarschaften – die politischen Beziehungen legen davon Zeugnis ab, noch immer, trotz aller Normalisierungen. [Der Tagesspiegel, 10.04.2003] ungewöhnl. Pl.
2.
Angleichung, Anpassung (an geltende Normen, technische Standards o. Ä.); das Angeglichenwerden, Angepasstwerden
Beispiele:
Im Text [der Briefe Heinrich von Kleists] kann man sich [auf einer Webseite] abweichende Lesarten und »Normalisierungen« durch andere Herausgeber anzeigen lassen, Personen‑ und Ortsregister sowie eine Chronik erschließen die Welt des preußischen Dichters. [Süddeutsche Zeitung, 10.01.2013]
Die Software wird in der Regel mit einem Multimodedetektor ausgeliefert und wird unter anderem zur Normalisierung von Genom, Proteom oder Zellen in automatis[i]erten Laborstationen eingesetzt. [Biomek Multimode Analysis, 14.05.2020, aufgerufen am 01.09.2020]
Was wir […] jetzt erleben, ist eine Normalisierung der deutschen Verhältnisse, eine Angleichung an Konjunkturzyklen der Nachbarländer. [Der Tagesspiegel, 26.11.2019]
Nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung Prager Frühling im August 1968 forcierten die Kommunisten die Normalisierung, also die Anpassung an die unfreien Verhältnisse. [Berliner Morgenpost, 10.04.2018]
Die Herausgeber verzichten erfreulicherweise auf orthographische Normalisierungen[;] ein stattlicher Apparat mit Anmerkungen und Register beschließt den Band. [Die Zeit, 16.07.1998]
3.
Informatik bezogen auf das Datenschema einer relationalen Datenbank   regelgeleitetes Verfahren, nach dem die Attribute auf mehrere Relationen bzw. Tabellen so aufgeteilt werden, dass die Darstellung der Daten redundanzfrei istZDL
siehe auch Normalform (3 ●)
Beispiele:
Bei der Normalisierung eines relationalen Schemas werden die Attribute derart auf Relationen verteilt, dass beim Einfügen, Löschen oder Ändern von Datensätzen kein Inkonsistenzen auftreten. [Datenbanken Normalisierung, 28.02.2017, aufgerufen am 01.09.2020]
Informationen werden in mehrere Tabellen aufgeteilt und über Beziehungen mit dem Ziel miteinander verknüpft, Redundanzen, Inkonsistenzen und Anomalien zu vermeiden und beseitigen. […] Im Idealfall enthält eine normalisierte Datenbank keine vermeidbaren Redundanzen mehr und ist in sich vollständig konsistent. Die Datenbank ist durch die Normalisierung effizienter organisiert, flexibler und belegt keinen unnötigen Speicherplatz mehr. [Was ist Normalisierung?, 25.06.2019, aufgerufen am 19.08.2020]
Daß die Informationen auf mehrere Tabellen aufgeteilt sind, dient nicht nur der Konsistenz, sondern hilft meist auch, Speicherplatz zu sparen. Um eine Datenbankstruktur auf diese Weise zu optimieren, existieren Regeln zur sogenannten Normalisierung. Die Struktur soll anschließend keine redundanten Daten mehr enthalten: Keine Informationen sollen mehrfach vorkommen, alles soll exakt nur einmal gespeichert sein. [C’t, 1999, Nr. 4]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Harmonisierung · Normalisierung · Vereinheitlichung

Typische Verbindungen zu ›Normalisierung‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Normalisierung‹.

Zitationshilfe
„Normalisierung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Normalisierung>, abgerufen am 20.01.2022.

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