Notaufnahme, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Notaufnahme · Nominativ Plural: Notaufnahmen
WorttrennungNot-auf-nah-me
WortzerlegungNotAufnahme
Wortbildung mit ›Notaufnahme‹ als Erstglied: ↗Notaufnahmestelle
DWDS-Vollartikel, 2015

Bedeutungen

1.
Medizin in Bezug auf Kranke oder Verletzte
a)
ambulante Abteilung eines Krankenhauses für Notfälle
Beispiele:
So sind Schmerzen in der Brust der mit Abstand häufigste Grund, die Notaufnahme eines Krankenhauses aufzusuchen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.07.2001]
Dabei werden 55.000 Patienten jährlich durch die Notaufnahme geschleust. [Süddeutsche Zeitung, 14.09.2004]
Ein großer Teil der Patienten hätten von der Art ihrer Beschwerden her nicht in der Notaufnahme behandelt werden müssen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.07.2000]
Viele der kleinen Patienten gelangen in die Notaufnahme eines Krankenhauses, einige müssen schließlich stationär behandelt werden. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.02.1999]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die chirurgische, medizinische Notaufnahme; die zentrale Notaufnahme
als Genitivattribut: die Ärzte, der Chefarzt, der Leiter der Notaufnahme
mit Genitivattribut: die Notaufnahme des Hospitals, der Klinik, des Klinikums, des Krankenhauses
in Präpositionalgruppe/-objekt: Ärzte, Patienten in der Notaufnahme; in die Notaufnahme eingeliefert, gebracht werden; in der Notaufnahme landen; sich in die Notaufnahme schleppen; jmdn. in die Notaufnahme schieben; in der Notaufnahme behandelt werden, warten
als Akkusativobjekt: die Notaufnahme aufsuchen
b)
sofortige Aufnahme eines Patienten mit akuter Erkrankung oder Verletzung in einem Krankenhaus
Beispiele:
Jede Notaufnahme im Krankenhaus nimmt eine halbe Stunde in Anspruch. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2006]
Nützt die übliche Publizierung von Mortalitätsquoten, Kaiserschnittraten, Zahl der Wundinfektionen nach Operationen oder der Wartezeiten bei Notaufnahmen den Lesern wirklich? [Die Zeit, 27.09.2000, Nr. 40]
2.
Politik in Bezug auf Flüchtlinge oder Verfolgte
a)
Empfang, (vorläufige) Unterbringung und Beherbergung von Flüchtlingen oder Verfolgten in akuter Not
Beispiele:
Von 1953 bis 31.3.1974 haben 19905 Angehörige militärischer Verbände und der Volkspolizei die Notaufnahme beantragt. [Zimmermann, Hartmut (Hg.), DDR-Handbuch, Köln: Verlag Wissenschaft u. Politik 1985, S. 2363]
Vor dem Verhandlungstermin der Bundesnotaufnahmestelle mußte ein jeder durch die »Vorprüfung A« […], bevor die Aufnahmeausschüsse nach einer abermaligen Befragung des Flüchtlings über die Notaufnahme entschieden und die Aufenthaltserlaubnis erteilten. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.04.2003]
Statt dessen hatte er in Gießen die Notaufnahme beantragt, in der Hoffnung, daß seine Familie nachkommen könne. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.1993]
spöttisch Der Antrag der DDR auf Notaufnahme, ob am 14. Oktober oder früher, läßt sich nicht mehr vermeiden. Der Zusammenbruch der Ostberliner Koalition beraubt das gebeutelte Land auch des Restpostens an politischer Autorität. [Die Zeit, 24.08.1990, Nr. 35]
Eine Notaufnahme des Nachts, wie in den von der Frauenbewegung eingerichteten Frauenhäusern üblich, kann nur privat umschichtig geleistet werden. [Die Zeit, 09.02.1979, Nr. 7]
Der Bundestag verabschiedete mit den Stimmen der Regierungsparteien und der Bayernpartei laut Neue Zeitung ein Gesetz über die Notaufnahme von Deutschen in das Bundesgebiet. Darnach sollen in die Bundesrepublik nur Flüchtlinge aufgenommen werden, die die Sowjetzone oder den Sowjetsektor Berlins wegen Gefährdung des Lebens oder der persönlichen Freiheit sowie aus anderen zwingenden Gründen verlassen haben. [Archiv der Gegenwart, 1950, Bd. 20.]
Kollokation:
als Akkusativobjekt: die Notaufnahme beantragen
b)
Einrichtung oder Unterkunft, in der Flüchtlinge oder Verfolgte aufgenommen und versorgt werden
Beispiele:
Augenzeugen berichteten vom Beschuss einer Uno-Schule in Rafah, die zur Notaufnahme für Flüchtlinge umfunktioniert worden war. [Neue Zürcher Zeitung, 03.08.2014]
Der Ansturm von 500 Flüchtlingen pro Monat lässt Hamburg zu unkonventionellen Maßnahmen greifen. Weil schon heute 300 Menschen in Zelten wohnen, die zentrale Notaufnahme in Harburg mit 2000 Flüchtlingen überläuft und die kalte Jahreszeit naht, wird in Windeseile ein Sofortprogramm geschnürt. [Flüchtlingsdorf auf dem Frascatiplatz, 11.09.2014, aufgerufen am 07.07.2015]
Heute steht ein kräftiger Wächter vor dem Stadthaus des »Cambodian Womenʼs Crisis Center«, wo die Notaufnahme für Frauen und ihre Kinder sowie die Verwaltung untergebracht ist. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.11.1999]

Thesaurus

Synonymgruppe
Erste-Hilfe-Station · Notaufnahme · ↗Notaufnahmestelle · ↗Notfallambulanz · ↗Rettungsstelle · ↗Unfallstation (im Krankenhaus)  ●  ↗Notfallstation  schweiz.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abfall Alltag Arzt Charité Chefarzt Eingang Einlieferung Flur Hospital Intensivstation Klinik Klinikum Krankenhaus Leiter Operationssaal Patient UKE Uni-Klinik Uniklinik Universitätsklinik Wartezeit aufsuchen behandeln chirurgisch einliefern landen psychiatrisch schleppen zentral überfüllt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Notaufnahme‹.

Zitationshilfe
„Notaufnahme“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Notaufnahme>, abgerufen am 09.12.2019.

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