Nutte, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Nutte · Nominativ Plural: Nutten
Aussprache
WorttrennungNut-te
Wortbildung mit ›Nutte‹ als Erstglied: ↗nuttenhaft
eWDG, 1974

Bedeutung

salopp, abwertend Prostituierte, Dirne
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nutte f. ‘Hure’, vorher ‘nichtregistrierte, sehr junge Prostituierte mit noch kindlichem Aussehen’ (1. Hälfte 19. Jh.), nach berlin. Nutte ‘junges Mädchen’ (Ende 18. Jh.), ‘kleines Wesen’ (19. Jh.); vgl. auch berlin. nuttig ‘winzig, zierlich’, auch ‘unbedeutend, schlecht’ (19. Jh.). Herkunft nicht geklärt. Man hat (trotz fehlendem Umlaut) einen Zusammenhang mit nd. lütt ‘klein’, vgl. ahd. luzzi (9. Jh.), mhd. lütze, lüz ‘klein, gering’, herzustellen versucht, das zu der unter ↗lauschen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *leud- ‘sich ducken’ gehört. Der veränderte Anlaut könnte auf Einfluß von rotw. Nidde ‘Hure’, jidd. nid(d)o ‘menstruierende Frau’ beruhen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Callgirl · ↗Dirne · ↗Escort · ↗Escortgirl · Frau für spezielle Dienstleistungen · ↗Freudenmädchen · ↗Kurtisane · ↗Liebesdame · ↗Liebesdienerin · ↗Liebesmädchen · Sexdienstleisterin · ↗Straßendirne · ↗Straßenprostituierte · käufliches Mädchen  ●  ↗Gunstgewerblerin  scherzhaft · ↗Kokotte  veraltet · Lohndirne  veraltet · Lustdirne  veraltet · ↗Prostituierte  Hauptform · gefallenes Mädchen  altertümelnd · Anbieterin für sexuelle Dienstleistungen  fachspr., Amtsdeutsch, Jargon · ↗Bordsteinschwalbe  ugs. · Dorfmatratze  derb · ↗Edelnutte  derb · Entspannungsdame  geh., verhüllend · Hartgeldnutte  derb · ↗Hetäre  geh. · ↗Horizontale  ugs. · ↗Hure  derb, abwertend · ↗Lusche  ugs., regional · ↗Metze  geh., historisch · ↗Musche  ugs. · Nutte  derb, abwertend · ↗Professionelle  ugs. · ↗Schnepfe  ugs., abwertend · ↗Sexarbeiterin  fachspr. · ↗Straßenmädchen  ugs. · ↗Strichmädchen  ugs. · eine, die das älteste Gewerbe der Welt betreibt  ugs. · eine, die es für Geld macht  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Nutte  derb, abwertend

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alkoholiker Bett Dealer Deodorant Fixer Freier Gauner Herz Hure Junkie Koks Lebenswandel Lude Mörder Nonne Penner Puff Schlafzimmer Schwule Strich Warnung Zuhälter beschimpfen billig dreckig heilig männlich nackt schimpfen teuer

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nutte‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für einen guten Film bin ich die größte Nutte der Welt.
Bild, 04.03.2003
Vor nichts fürchtete er sich so wie vor alten Nutten.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 231
Irgendwann sprechen wir ihn darauf an, daß er einmal gesagt habe, sein Schicksal sei dem einer Nutte nicht fern.
Süddeutsche Zeitung, 19.11.1997
Mit dem war ich samt den beiden Nutten nach Hause gefahren.
Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 150
Nicht einmal einer Nutte konnte er ein paar freundliche Worte sagen.
Koeppen, Wolfgang: Der Tod in Rom. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1954], S. 408
Zitationshilfe
„Nutte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nutte>, abgerufen am 22.02.2019.

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