Nutzen, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Nutzens · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungNut-zen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Nutzen‹ als Erstglied: ↗nutzenorientiert · ↗nutzlos
 ·  mit ›Nutzen‹ als Letztglied: ↗Gesamtnutzen · ↗Hauptnutzen · ↗Kundennutzen · ↗Nettonutzen · ↗Zusatznutzen
eWDG, 1974

Bedeutung

Vorteil, Ertrag, den man aus der Anwendung eines Könnens oder dem Gebrauch einer Sache zieht
Beispiele:
ein großer, bedeutender, geringer, kleiner Nutzen
der effektive, faktische, praktische, unmittelbare Nutzen des Forschungsergebnisses
der ökonomische Nutzen der Verbesserungsvorschläge betrug 743 000 Euro
der gesellschaftliche, volkswirtschaftliche Nutzen einer Neuerung
(seinen, den größten) Nutzen aus etw. ziehen
den Nutzen von etw. haben
er verspricht sich [Dativ] dabei, davon einen Nutzen
er findet, sucht überall seinen Nutzen
etw. bringt, schafft Nutzen (= etw. nützt)
es springt dabei nur ein geringer Nutzen heraus
etw. ist (jmdm.) von (höchstem) Nutzen
eine Methode mit Nutzen anwenden
ich habe das Buch mit viel Nutzen gelesen
er hat das Haus mit Nutzen (= Gewinn) verkauft veraltend
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Nutzen · Eigennutz · Nutzholz · Nutzanwendung · Nutznießung · nutzlos · nutzbringend · nutzbar · nützlich · nutzen · nützen · abnutzen · abnützen · ausnutzen · ausnützen · benutzen · benützen
Nutzen m. ‘Ertrag, Gewinn, Vorteil’. Ahd. (8. Jh.), mhd. nuz m. (Gen. nutzes) ‘Gebrauch, Nutzen, Ertrag’ (germ. *nuti-) hat neben sich schwach flektierendes ahd. (vereinzelt) nuzza f. (9. Jh.) und als fem. jō-Stamm (germ. *nutjō) aengl. nytt, anord. nyt sowie als Adjektivabstraktum ahd. nuzzī f. (9. Jh.), mhd. (selten) nütze, frühnhd. nütze. Mnd. mnl. nut weist mask. und fem. Geschlecht auf (nl. nut ist Substantivierung des Adjektivs, s. ↗nütze). Vereinzelt begegnet schließlich ein schwach flektierendes mhd. nutze m. Alle Formen stehen ablautend zu der unter ↗genießen (s. d.) behandelten Verbgruppe. Nhd. Nutzen m. (Gen. Nutzens, 16. Jh.) ist wohl aus oben genanntem mhd. nutze m. mit Übernahme des Endungs-n aus den obliquen Kasus entstanden. Es verdrängt im 18. Jh. älteres Nutz, das fortlebt in den Wendungen nutz und frommen (16. Jh.), zu Nutz und Frommen sein, gereichen, dienen (18. Jh.), zunutze machen (17. Jh.). Eigennutz m. ‘Bedachtsein auf den eigenen Nutzen, Egoismus’ (15. Jh., auch flektiert eigener nutz). Zu Nutz als erstem Glied in Zusammensetzungen vgl. Nutzholz n. (18. Jh.), mnd. nutholt; Nutzanwendung f. (18. Jh.); Nutznießung f. ‘Recht zur Nutzung fremden Eigentums’ (18. Jh.); nutzlos Adj. (18. Jh.); nutzbringend Adj. (16. Jh.). nutzbar Adj. ‘Nutzen bringend, sich für nützliche Zwecke eignend’, mhd. nutzebære. nützlich Adj. ‘Nutzen, Vorteil bringend’, mhd. nützelich ‘Nutzen, Genuß bringend, angenehm’. nutzen, nützen Vb. ‘Nutzen bringen, dienlich sein, nutzbringend verwenden, ausnutzen, Nutzen aus etw. ziehen’ setzt ahd. nuzzōn ‘genießen, verbringen’ (9. Jh.), mhd. nutzen, abgeleitet von ahd. nuzza (s. oben), und (das später Umlaut aufweisende jan-Verb) ahd. ginuzzen ‘nützen, Nutzen ziehen’ (9. Jh.), mhd. nutzen, nützen ‘gebrauchen, benutzen, als Nahrung genießen, dienlich sein’ fort. Dazu abnutzen, abnützen Vb. ‘durch anhaltenden Gebrauch Wert und Verwendungsmöglichkeit mindern’ (15. Jh.); vgl. mhd. abenutzen ‘nießbrauchen, den Ertrag nutzen’; ausnutzen, ausnützen Vb. ‘Vorteil aus etw. ziehen, rücksichtslos gebrauchen’ (Ende 15. Jh.); benutzen, benützen Vb. ‘gebrauchen, verwenden’, mhd. benutzen, benützen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Gebrauchsfähigkeit · ↗Nützlichkeit  ●  ↗Utilität  geh.
Synonymgruppe
Gewinn · ↗Nutzeffekt · ↗Plus · ↗Pluspunkt · ↗Vorteil · ↗Vorzug · positiver Aspekt  ●  ↗Benefit  fachspr.
Assoziationen
Synonymgruppe
Sinn · Sinn und Zweck · ↗Sinnhaftigkeit · ↗Ziel · ↗Zweck · Zweckhaftigkeit
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwägung Allgemeinheit Aufwand Kosten Nachteil Risiken Schaden abwägen beiderseitigen bezweifelt erkennbaren gegenseitigen gesellschaftlichen größtmöglichen maximieren medizinischen mehren praktischen stiften therapeutischen unmittelbaren volkswirtschaftlichen wirtschaftlichen ziehen zweifelhaftem ökologischen ökonomischen überwiegt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Nutzen‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Daher ist der Nutzen vergleichsweise klein angesichts des Risikos, ertappt zu werden.
Die Zeit, 27.08.2012, Nr. 34
Um dieses Nutzens willen ist er sogar bereit, die Kirchen in gewissem Umfang zu unterstützen.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 14906
Ein Computer hat keinen Nutzen, wenn er nicht programmiert wird.
Urania, 30.09.1968
Doch auch bei uns wird man das Buch nicht ohne Nutzen, freilich oft mit innerem Widerstreben, lesen.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 130
Er wäre damit mundtot gemacht - das wäre der einzige Nutzen dieses Kaufs.
Tucholsky, Kurt: Ludwig Thoma. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1920]
Zitationshilfe
„Nutzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nutzen>, abgerufen am 29.06.2017.

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