Nymphomanie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Nymphomanie · Nominativ Plural: Nymphomanien
Aussprache 
Worttrennung Nym-pho-ma-nie
formal verwandt mit nymphoman
Wortbildung  formal verwandt mit: ↗nymphoman
DWDS-Vollartikel, 2016

Bedeutung

Psychologie gesteigertes sexuelles Verlangen der Frau
Beispiele:
Kurz gesagt ist Nymphomanie das Verlangen nach viel Sex mit vielen verschiedenen Männern […]. [der-anna-code.com, 08.04.2015]
Unter dem Aktenzeichen F52.7 führt die »Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme« […] unter dem Punkt »Gesteigertes sexuelles Verlangen« die weibliche Form (Nymphomanie) und die männliche Form (Satyriasis) allzu heftig gelebter Erotomanie auf. [onlinetexte.wordpress.com, 09.01.2012]
Nymphomanie gilt, therapeutisch betrachtet, als Sexsucht, als übermäßig gesteigerter Geschlechtstrieb, oft verursacht durch Bindungsängste. [Der Spiegel, 23.04.2011, Nr. 17]
Diese Steigerung der Libido kann unter Umständen bis zur Nymphomanie führen und eine suchtähnliche Entwicklung der Sexualität verursachen. [Die Welt, 08.01.2001]
Psychiater und Sexualpsychologen haben sich mit Nymphomanien befaßt und nach Aussonderung von Psychosen vielfach die Beobachtung mitgeteilt, daß bei den betroffenen Frauen eine überstarke Libido vorlag, während die psychische Hingabefähigkeit fast völlig fehlte. [Borelli, Siegfried / Starck, Willy: Die Prostitution als psychologisches Problem. Springer, 1957, S. 67]
Man nennt diese antisoziale und individuell höchst verderbliche Triebbeschaffenheit Nymphomanie beim weiblichen, Satyriasis beim männlichen Geschlecht. [Rafaeli, Max / Le Mang, Erwin, Die geheimen Liebesmächte, Dresden: Rudolph 1927, S. 186]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Manie · manisch · Nymphomanie · nymphoman · Kleptomanie · Kleptomane · kleptomanisch · Pyromanie · Anglomanie · Anglomane · angloman · Bibliomanie · Bibliomane
Manie f. ‘Besessenheit, Sucht, krankhafte Leidenschaft’. Lat. mania, griech. manía (μανία) ‘Wut, Raserei, Wahnsinn’, abgeleitet von griech. má͞inesthai (μαίνεσθαι) ‘rasen, wüten, von Sinnen, verzückt sein’ (s. ↗mahnen), führt zu medizin.-lat. Mania ‘Tollwut, Tobsucht’. Daraus eingedeutschtes Manie (16. Jh.) wird dann in dem abgeschwächten Sinne ‘Verlangen, Sucht’ allgemein (2. Hälfte 18. Jh., geläufig 19. Jh.). Im medizinischen Bereich gilt es heute für eine Phase des manisch-depressiven Irreseins. Dazu manisch Adj. ‘tobsüchtig, krankhaft erregt’ (Ende 19. Jh.); vgl. griech. manikós (μανικός) ‘rasend, wütend’. Nach antikem Vorbild, vgl. griech. hydromanía (ύδραμανία) ‘Wassersucht’, bildet Manie auch im Dt. verschiedene Komposita und bezeichnet dabei eine krankhafte oder übersteigerte Sucht bzw. eine übertriebene Schwärmerei. Nymphomanie f. ‘Mannstollheit’ (19. Jh.), medizin.-lat. nymphomania (um 1700), vgl. auch frz. nymphomanie (1. Hälfte 18. Jh.); nymphoman Adj. ‘mannstoll’ (20. Jh.), älter nymphomanisch (19. Jh.); s. ↗Nymphe. Kleptomanie f. ‘zwanghafter Trieb zum Diebstahl ohne Bereicherungsabsicht, Stehlsucht’ (Mitte 19. Jh.), gelehrte Bildung der Psychiatrie zu griech. kléptein (κλέπτειν) ‘stehlen’; Kleptomane m. kleptomanisch Adj. (2. Hälfte 19. Jh.). Pyromanie f. ‘krankhafter Trieb zur Brandstiftung’, gelehrte Bildung (19. Jh.) zu griech. pȳr (πῦρ) ‘Feuer’. Außerhalb der Medizin Anglomanie f. ‘übertriebene Liebe zu allem, was englisch ist, kritiklose Nachahmung alles Englischen’ (2. Hälfte 18. Jh.), vgl. voraufgehendes frz. anglomanie (Mitte 18. Jh.); Anglomane m. (Mitte 19. Jh.); angloman Adj. (Ende 19. Jh.). Bibliomanie f. ‘übertriebene Bücherliebe, Büchersammelwut’ (18. Jh.); Bibliomane m. ‘leidenschaftlicher Büchersammler, Büchernarr’ (um 1800).

Thesaurus

Synonymgruppe
Andromanie · Klitoromanie · Mannstollheit · Nymphomanie
Oberbegriffe
Zitationshilfe
„Nymphomanie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Nymphomanie>, abgerufen am 20.09.2020.

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