Obelisk, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Obelisken/Obelisk · Nominativ Plural: Obelisken
WorttrennungObe-lisk
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Obelisk‹ als Letztglied: ↗Holzobelisk · ↗Marmorobelisk · ↗Steinobelisk
eWDG, 1974

Bedeutung

vierkantiger, frei stehender, sich nach oben verjüngender Pfeiler mit einer flachen pyramidenförmigen Spitze
Beispiele:
im Park steht ein Obelisk
wir treffen uns am Obelisk, Obelisken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Obelisk m. ‘frei stehende, nach oben sich verjüngende vierkantige Säule mit pyramidenförmiger Spitze’. Den in der Antike als Kultsymbole der Ägypter bekannten steinernen Monumenten wird wegen ihrer auffälligen Form (zunächst vielleicht in spöttischer Absicht) die Bezeichnung griech. obelískos (ὀβελίσκος), lat. obeliscus gegeben. Das griech. Substantiv bedeutet eigentlich ‘kleiner Spieß’ und ist Deminutivum zu griech. obelós (ὀβελός) ‘Spieß, Bratspieß’, dann auch ‘Obelisk’ und ‘unechte Textstellen kennzeichnender waagerechter Strich’ (s. ↗Obolus). Der lat. Form folgend, erscheint zunächst obiliscus (2. Hälfte 15. Jh.), Obeliscus (16. bis 18. Jh., vereinzelt ein Plur. Obelissen, 16. Jh.) im Dt., wird hier aber erst im 18. Jh. allgemeiner bekannt und zu Obelisk eingedeutscht. Übersetzungsversuche wie Spitzstein, Sonnenspitze, -säule, -finger (17. Jh.), Prachtkegel, Spitzsäule (18. Jh.), Denksäule, -kegel (Campe 1801) finden keine Verbreitung.

Typische Verbindungen zu ›Obelisk‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Obelisk‹.

Verwendungsbeispiele für ›Obelisk‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schließlich sei es nicht ungefährlich, den Obelisken wieder zu zersägen.
Süddeutsche Zeitung, 14.07.2001
Die alte Ordnung steht so fest wie der nahe Obelisk.
Die Zeit, 28.04.1989, Nr. 18
Der Mond gespensterte in den Bäumen, ein Obelisk stand seitwärts drohend da und warf einen scharfen Schatten.
Tucholsky, Kurt: Rheinsberg. In: Werke und Briefe, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 432
Ihre Busse umstanden den Obelisken in der Mitte des Platzes.
Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 956
Kaum weniger zahlreich sind die Götterstatuen, und auch an Obelisken fehlt es nicht.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. II,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1893], S. 25154
Zitationshilfe
„Obelisk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Obelisk>, abgerufen am 03.04.2020.

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