Obelisk, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Obelisken/Obelisk · Nominativ Plural: Obelisken
Aussprache 
Worttrennung Obe-lisk
Wortbildung  mit ›Obelisk‹ als Letztglied: Holzobelisk · Marmorobelisk · Steinobelisk
Herkunft zu gleichbedeutend obelískosgriech (ὀβελίσκος), eigentlich ‘kleiner Spieß’ < obelósgriech (ὀβελός) ‘Spieß, Bratspieß’
eWDG

Bedeutung

vierkantiger, frei stehender, sich nach oben verjüngender Pfeiler mit einer flachen pyramidenförmigen Spitze
Beispiele:
im Park steht ein Obelisk
wir treffen uns am Obelisk, Obelisken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Obelisk m. ‘frei stehende, nach oben sich verjüngende vierkantige Säule mit pyramidenförmiger Spitze’. Den in der Antike als Kultsymbole der Ägypter bekannten steinernen Monumenten wird wegen ihrer auffälligen Form (zunächst vielleicht in spöttischer Absicht) die Bezeichnung griech. obelískos (ὀβελίσκος), lat. obeliscus gegeben. Das griech. Substantiv bedeutet eigentlich ‘kleiner Spieß’ und ist Deminutivum zu griech. obelós (ὀβελός) ‘Spieß, Bratspieß’, dann auch ‘Obelisk’ und ‘unechte Textstellen kennzeichnender waagerechter Strich’ (s. Obolus). Der lat. Form folgend, erscheint zunächst obiliscus (2. Hälfte 15. Jh.), Obeliscus (16. bis 18. Jh., vereinzelt ein Plur. Obelissen, 16. Jh.) im Dt., wird hier aber erst im 18. Jh. allgemeiner bekannt und zu Obelisk eingedeutscht. Übersetzungsversuche wie Spitzstein, Sonnenspitze, -säule, -finger (17. Jh.), Prachtkegel, Spitzsäule (18. Jh.), Denksäule, -kegel (Campe 1801) finden keine Verbreitung.

Typische Verbindungen zu ›Obelisk‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Obelisk‹.

Verwendungsbeispiele für ›Obelisk‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die alte Ordnung steht so fest wie der nahe Obelisk. [Die Zeit, 28.04.1989, Nr. 18]
Dreieinhalbtausend Jahre hat der Obelisk in Ägypten gestanden, dann ist er hierher gekommen. [Die Zeit, 12.08.1988, Nr. 33]
Schließlich sei es nicht ungefährlich, den Obelisken wieder zu zersägen. [Süddeutsche Zeitung, 14.07.2001]
Wo früher der Baum gestanden hat, erinnert ein Obelisk mit Büste an das Wirken des großen Dichters. [Süddeutsche Zeitung, 08.06.1999]
Der Mond gespensterte in den Bäumen, ein Obelisk stand seitwärts drohend da und warf einen scharfen Schatten. [Tucholsky, Kurt: Rheinsberg. In: Werke und Briefe, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 432]
Zitationshilfe
„Obelisk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Obelisk>.

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