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Objekt, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Objekt(e)s · Nominativ Plural: Objekte
WorttrennungOb-jekt
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Objekt‹ als Erstglied: ↗Objektebene · ↗Objektleiter · ↗Objektorientierung · ↗Objektsatz · ↗Objektschutz · ↗Objektsprache · ↗Objektträger · ↗Objektvariable · ↗objektbezogen · ↗objektorientiert
 ·  mit ›Objekt‹ als Letztglied: ↗Akkusativobjekt · ↗Anlageobjekt · ↗Ausbeutungsobjekt · ↗Ausstellungsobjekt · ↗Beschaffungsobjekt · ↗Bezugsobjekt · ↗Darstellungsobjekt · ↗Datenobjekt · ↗Dativobjekt · ↗Demonstrationsobjekt · ↗Einzelobjekt · ↗Erkenntnisobjekt · ↗Erziehungsobjekt · ↗Forschungsobjekt · ↗Genitivobjekt · ↗Handelsobjekt · ↗Informationsobjekt · ↗Inventarobjekt · ↗Investitionsobjekt · ↗Jugendobjekt · ↗Kaufobjekt · ↗Kultobjekt · ↗Kunstobjekt · ↗Liebesobjekt · ↗Lustobjekt · ↗Mietobjekt · ↗Prestigeobjekt · ↗Referenzobjekt · ↗Schutzobjekt · ↗Schwerpunktobjekt · ↗Sexobjekt · ↗Sexualobjekt · ↗Spekulationsobjekt · ↗Streitobjekt · ↗Studienobjekt · ↗Tauschobjekt · ↗Teilobjekt · ↗Untersuchungsobjekt · ↗Vergleichsobjekt · ↗Verkaufsobjekt · ↗Versuchsobjekt · ↗Vorzeigeobjekt · ↗Wertobjekt · ↗Zankobjekt · ↗Zielobjekt · ↗Zuchtobjekt · ↗Übergangsobjekt
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
Gegenstand oder Ziel des Denkens, Handelns
Beispiele:
das neugegründete Unternehmen war das Objekt seiner ständigen Bemühungen
wir wurden zum Objekt der allgemeinen Neugier
das Kind war das Objekt vieler Auseinandersetzungen
etw. am lebenden Objekt demonstrieren
sich am untauglichen Objekt versuchen
ein lohnendes Objekt der Forschung
das ist noch kein Objekt zum Streiten!
ein beleuchtetes Objekt
die Tücke des Objekts
sich plötzlich und unvermutet einstellende Schwierigkeit bei praktischer Tätigkeit
Beispiel:
daß ihm überall die Tücke des Objekts, das heißt des Kostüms und der dazugehörigen Requisiten droht [WintersteinLeben1,84]
Philosophie unabhängig und außerhalb vom Bewusstsein existierende Erscheinung der materiellen Welt
Beispiele:
Naturerscheinungen als Objekte der Erkenntnis
die dialektische Einheit, das dialektische Verhältnis von Subjekt und Objekt
2.
Wertgegenstand, besonders Grundstück
Beispiele:
ein größeres, stattliches, bedeutendes Objekt
er hatte ein geeignetes Objekt gefunden, an der Hand
Interessenten für dieses Objekt sind bereits vorhanden
österreichisch Gebäude
Beispiel:
er wohnt im gleichen Objekt
3.
DDR, Wirtschaft für die Allgemeinheit geschaffene Einrichtung, betriebswirtschaftliche Einheit, besonders Verkaufsstelle, Gaststätte
Beispiele:
das Objekt braucht einen neuen Leiter
ein industrielles, landwirtschaftliches, militärisches Objekt
die neuen Objekte aufsuchen
der Jugendbrigade wurde diese neue Verkaufsstelle als ihr Objekt übergeben
der Leiter des Objekts
die Umgebung unseres Objekts wurde von uns neugestaltet
auf dem Hof des Objekts trieben alle Sport
die Künstler gastierten in Objekten der Nationalen Volksarmee
4.
Sprachwissenschaft Erweiterung des Prädikats, deren Kasus oder präpositionale Verbindung durch das Verb bestimmt wird, Satzergänzung
Beispiel:
in diesem Satz sind mehrere Objekte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Objekt · objektiv · Objektiv · Objektivität · Objektivismus
Objekt n. ‘Gegenstand oder Ziel des Denkens und Handelns, Sache von besonderem Interesse, Vertragsgegenstand’, spätmhd. object (14. Jh.), Entlehnung von spätlat. obiectum ‘Vorwurf, Beschuldigung, Hindernis, Einwand’ (im Mlat. der Scholastik auch ‘sich den Sinnen darbietender Gegenstand, Ziel’), lat. obiecta Plur. ‘Vorwürfe, Beschuldigungen’, Substantivierung des neutralen Part. Perf. von lat. obicere (obiectum) ‘entgegenwerfen, -stellen, vorsetzen, darbieten, vorwerfen’ (vgl. lat. ob ‘entgegen, vor, über etw. hin, wegen, für’ und iacere ‘werfen’). Im Dt. versucht man, Objekt (eigentlich ‘das Entgegengestellte, Vorgeworfene’, noch bis ins 18. Jh. auch mit lat. Flexionsendungen) zunächst mit Gegenwurf zu übersetzen (so schon im 14. Jh.), seit dem Ende des 17. Jhs. tritt ↗Gegenstand (s. d.) teilweise an seine Stelle. Die neuere Philosophie (seit Kant) versteht unter Objekt ‘jede Erscheinung der außerhalb des erkennenden Subjekts und unabhängig von dessen Bewußtsein existierenden Wirklichkeit’. Als grammatischer Terminus steht es für ‘Ziel, auf das sich die Aussage eines Satzes richtet, Satzergänzung’ (Ende 17. Jh.). objektiv Adj. ‘unabhängig vom Subjekt und seinem Bewußtsein existierend, tatsächlich vorhanden, der Wirklichkeit gerecht werdend, sachlich, vorurteilsfrei’ (2. Hälfte 18. Jh., im 18./19. Jh. auch objektivisch, um 1800 verdeutscht mit gegenständlich), wohl ein nlat. objectīvus voraussetzend, doch vgl. in anderem Sinne schon mlat. objectivus ‘der Vorstellung angehörend, zum geistigen Bild von einer Sache gehörig’ (bei Scholastikern), mfrz. objectivement Adv. (15. Jh.), frz. objectif, engl. objective (beide 17. Jh.). Objektiv n. ‘dem Gegenstand zugewandte Linse oder Linsengruppe eines optischen Gerätes’ (1. Hälfte 19. Jh.), verkürzt aus Objektivglas (18. Jh., Gegenbildung zu Okularglas, s. ↗Okular), vgl. gleichbed. frz. objectif m. neben verre objectif (17. Jh.). Objektivität f. ‘die Gegebenheiten der objektiven Realität berücksichtigende Betrachtungsweise, Wirklichkeitstreue, Sachlichkeit’, früher auch ‘Gegenständlichkeit, reale Existenz’ (Ende 18. Jh.), latinisierende Ableitung von objektiv (s. oben). Objektivismus m. seit Anfang des 20. Jhs. gebräuchlicher philosophischer Terminus, in der Erkenntnistheorie und Ethik für das Anerkennen allgemeingültiger Wahrheiten bzw. für das Streben nach objektiven Normen des sittlichen Handelns, Lehre, die Erfahrungswerte des objektiv Gegebenen betrachtet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ding · ↗Etwas · ↗Gegenstand · Objekt · ↗Sache · ↗Teil  ●  Gizmo  engl.
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Assoziationen
Synonymgruppe
Entität · ↗Größe · Objekt · ↗Symbol · ↗Symbolfigur
Unterbegriffe
Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Objekt · ↗Satzergänzung
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Ökonomie
Synonymgruppe
Grundeigentum · Haus und Grundstück · ↗Immobilie · ↗Liegenschaft · unbewegliches Sachgut  ●  Objekt  kaufmännisch · Realitäten  österr., Plural · ↗Betongold  ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angebotspreis Begierde Bild Fotografie Installation Sammlung Skulptur Subjekt Tücke Zeichnung ausgestellt begehrt bewegt bloß dreidimensional durchsuchen einzeln erwerben geeignet gefährdet gewerblich interessant kosmisch lebend obskur teuer untauglich vermieten vermietet zivil

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Objekt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Stadt ist das Objekt, das ideologisch gestaltet wird, sie hat keinen eigenen Wert.
Die Zeit, 13.06.2013, Nr. 23
Nach außen würden sich diese Objekte allerdings dennoch wie Schwarze Löcher verhalten.
Die Welt, 05.04.2005
Bisher waren die Philosophen mit ihren Überlegungen immer von der Welt der Objekte ausgegangen.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 320
Außerdem stehen die betreffenden Objekte unübersehbar mitten in unserer täglichen Praxis.
Spektrum, 1962, Nr. 3, Bd. 8
Die Kenntnisse, welche wir hierüber besitzen, gründen sich auf die Untersuchung besonders günstiger Objekte.
Grell, Karl G.: Protozoologie, Berlin u. a.: Springer 1956, S. 23
Zitationshilfe
„Objekt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Objekt>, abgerufen am 11.12.2019.

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