Obmann, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Obmann(e)s · Nominativ Plural: Obmänner
Aussprache 
Worttrennung Ob-mann
Wortzerlegung  ob2 Mann
Wortbildung  mit ›Obmann‹ als Erstglied: Obmännin  ·  mit ›Obmann‹ als Letztglied: Betriebsobmann · Clubobmann · Hausobmann · Klubobmann · Kulturobmann · Parteiobmann · Straßenobmann · Vereinsobmann
eWDG und DWDS

Bedeutung

jmd., der bestimmte Belange einer kleineren Menschengruppe wahrzunehmen hat
entsprechend der Bedeutung von Obfrau, ObleuteDWDS
Beispiele:
er war Obmann seines Klubs
die Entscheidungen der Obmänner
Jeder Kegelklub darf sich seinen Obmann selber wählen [ BahrHimmelfahrt174]

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ob1 · Obacht · beobachten · Obdach · obdachlos · Obhut · Obmann · obliegen · Obliegenheit · obsiegen · obwalten · obgedacht · obgemeldet · obberührt · obgenannt
ob1 Präp. ‘wegen, auf Grund’, heute ungebräuchlich, jedoch bis ins jüngere Nhd. noch in gehobener oder altertümelnder Ausdrucksweise; die ursprüngliche Funktion der aus einem lokalen Adverb hervorgegangenen Präposition, ein räumliches Verhältnis anzugeben (‘oberhalb von’, vgl. den Ortsnamen Rothenburg ob der Tauber), ist nur im Schweiz. länger bewahrt, während sich sonst nahe verwandtes über (s. d.) durchsetzt. Reste des adverbiellen Gebrauchs begegnen im präfixartigen ersten Glied nominaler und verbaler Komposita (s. unten). Ahd. oba (8. Jh.), mhd. ob(e) Adv. ‘oben, oberhalb’, Präp. ‘über, oberhalb von’, aengl. ufe- (in ufeweard Adj. ‘aufwärts gerichtet, ansteigend, höher, später’, Subst. ‘Oberteil, Außenseite’), anord. of Präp. Adv. ‘auf, über, durch, zwischen, wegen, gegen’, got. uf Präp. ‘unter’ gehen wie aind. úpa ‘gegen, hin, zu’, apers. upā̌ ‘hin, bei, in’, griech. hypó (ὑπό) Präp. ‘unter’, hýpo (ὕπο) Adv. ‘unten’, lat. sub Präp. ‘unter’ auf ie. *upo, *up, *eup ‘unten an etw. heran’, dann ‘(von unten) hinauf, über’ (s. auch auf) zurück. Obacht f. ‘Aufmerksamkeit, Beachtung, Vorsicht’ (Anfang 17. Jh.), namentlich im Obd. verbreitete Zusammensetzung mit Acht2 (s. d., daneben älteres Aufacht, zuerst 16. Jh.); heute vor allem in der Fügung Obacht geben ‘achtgeben, aufpassen’ (19. Jh., älter auch etw. in Obacht nehmen, halten, 17. Jh.); dazu beobachten Vb. ‘(über einen längeren Zeitraum) aufmerksam und genau betrachten, im Auge behalten, einhalten, sorgfältig beachten’ (Mitte 17. Jh., bis Ende des 18. Jhs. auch obachten), im wissenschaftlichen Sprachgebrauch häufig für lat. observāre, frz. observer (s. Observatorium). Obdach n. ‘(vorübergehende) Unterkunft, Bleibe’, ahd. obthah ‘Dach, schützende Einfriedung’ (10. Jh.), mhd. ob(e)dach ‘Dach, Unterkunft, Schutz, Überzug, Baumkrone’, im jüngeren Nhd. meist auf die Sphäre gehobenen Stils beschränkt; dazu von der Verwaltungssprache ausgehendes obdachlos Adj. ‘wohnungslos, ohne Bleibe’ (2. Hälfte 19. Jh., vgl. Asyl für Obdachlose, Ende 19. Jh., Obdachlosenasyl, 20. Jh.). Obhut f. ‘fürsorgliche Beaufsichtigung’ (Mitte 17. Jh.), intensivierende Zusammensetzung mit Hut2 f. (s. d.). Obmann m. ‘wer anderen übergeordnet ist, sie vertritt, Anführer, Vorsteher, Vertrauensmann’, auch ‘Schiedsrichter’, mhd. obeman; im Rechtswesen des 19./20. Jhs. Bezeichnung für den Vorsitzenden und Sprecher der Geschworenen. Als Pluralform steht Obleute (seit Ende 14. Jh.) neben Obmänner. obliegen Vb. heute nur geläufig in unpersönlicher Verwendung etw. obliegt jmdm. ‘etw. ist jmds. (dienstliche) Aufgabe’ (so seit Ende 19. Jh., zuerst obd.; älter etw. liegt jmdm. ob, um 1600), früher ebenfalls jmd. obliegt einer Sache, liegt einer Sache ob ‘jmd. beschäftigt sich mit einer Sache, befleißigt sich ihrer’ (16. Jh.), wohl nach den entsprechenden Gebrauchsweisen von lat. incumbere ‘sich worauf legen, werfen, auf jmdm. lasten’ (spätlat. ‘jmds. Aufgabe sein’); voraus geht ahd. oba liggen ‘obenauf liegen’ (9. Jh.), mhd. obe (ge)ligen ‘oben liegen, die Oberhand gewinnen, siegen, überwinden’, noch fortlebend in frühnhd. obliegen, dann im Nhd. in diesen Bedeutungen nicht mehr üblich. Zum Verb im neueren Sinne stellt sich Obliegenheit f. ‘Aufgabe, Pflicht’ (Ende 17. Jh., den seit Beginn des 16. Jhs. gebräuchlichen substantivierten Infinitiv das Obliegen ablösend). Veraltende Bildungen sind obsiegen Vb. ‘den Sieg davontragen’ (15. Jh.) und obwalten Vb. ‘die Herrschaft ausüben, lenken, leiten’, dann ‘herrschen, vorhanden sein’ (18. Jh.), die höchstens noch in gewählter Rede vorkommen, ferner vorwiegend kanzleisprachliche Partizipialadjektive wie obgedacht, obgemeldet, obberührt (16. Jh.), obgenannt (18. Jh.) ‘oben erwähnt’.

Typische Verbindungen zu ›Obmann‹ (computergeneriert)

AusschußBeispielsätze anzeigen AusschußvorsitzendeBeispielsätze anzeigen CDU-FraktionBeispielsätze anzeigen CSU-BundestagsfraktionBeispielsätze anzeigen CSU-FraktionBeispielsätze anzeigen FDP-BundestagsfraktionBeispielsätze anzeigen FDP-FraktionBeispielsätze anzeigen FinanzausschußBeispielsätze anzeigen FraktionBeispielsätze anzeigen FreiheitlicheBeispielsätze anzeigen FremdenverkehrsverbandBeispielsätze anzeigen GeschworeneBeispielsätze anzeigen JudenratBeispielsätze anzeigen LinksfraktionBeispielsätze anzeigen SPD-BundestagsfraktionBeispielsätze anzeigen SPD-FraktionBeispielsätze anzeigen SchiedsgerichtBeispielsätze anzeigen TourismusverbandBeispielsätze anzeigen TransitforumBeispielsätze anzeigen Unions-FraktionBeispielsätze anzeigen UnionsfraktionBeispielsätze anzeigen UntersuchungsausschußBeispielsätze anzeigen VerteidigungsausschußBeispielsätze anzeigen Visa-UntersuchungsausschußBeispielsätze anzeigen VizekanzlerBeispielsätze anzeigen VolksparteiBeispielsätze anzeigen bildungspolitischBeispielsätze anzeigen designiertBeispielsätze anzeigen geschäftsführendBeispielsätze anzeigen ÖVPBeispielsätze anzeigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Obmann‹.

Verwendungsbeispiele für ›Obmann‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber das finden wir erst später heraus, der Obmann verschweigt es.
Die Zeit, 30.11.2006, Nr. 49
Zum Ende hin habe ich auch meine Prüfung als Obmann gemacht.
Die Welt, 14.10.2003
Auch diese gebietlichen Obmänner waren nur dann Politische Leiter, wenn sie dazu ernannt waren.
o. A.: Einhunderteinundneunzigster Tag. Mittwoch, 31. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 24307
Aber Sie waren doch damals der neue Obmann des Deutschen Auslandsinstituts.
o. A.: Neunzigster Tag. Montag, 25. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 16165
Abermals aus Gutmütigkeit nahm er die Wahl zum Obmann des Büros an.
Reger, Erik [d.i. Dannenberger, Hermann]: Union der festen Hand, Kronberg/Ts.: Scriptor 1976 [1931], S. 315
Zitationshilfe
„Obmann“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Obmann>, abgerufen am 26.01.2022.

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