Obolus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Obolus · Nominativ Plural: Obolus/Obolusse
Aussprache
WorttrennungObo-lus (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Ungültige SchreibungObulus
eWDG, 1974

Bedeutung

scherzhaft kleiner Geldbetrag, Scherflein, kleine Spende
Beispiele:
jmd. entrichtet seinen Obolus
gegen einen Obolus von zwei Euro kann man die Grotte besichtigen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Obolus m. ‘geringer Geldbetrag, besonders als Spende’, meist in der Fügung seinen Obolus entrichten ‘einen kleinen Beitrag leisten, sein Scherflein beitragen’, Übernahme (18. Jh.) von lat. obolus, griech. obolós (ὀβολός), der Bezeichnung für eine kleine griechische Münze (den sechsten Teil einer Drachme, so auch als Massemaß). Der griech. Ausdruck, durch Vokalassimilation hervorgegangen aus älterem obelós (ὀβελός) ‘Spieß, Bratspieß, Obelisk’ (s. ↗Obelisk), läßt erkennen, daß in der Frühzeit eisernes Stabgeld als Tauschmittel verwendet wird. Die im Dt. des 18./19. Jhs. häufige Variante Obole f. beruht wohl auf (ebenfalls aus dem Lat. entlehntem) gleichbed. frz. obole f.

Thesaurus

Synonymgruppe
Almosen · ↗Armengeld · ↗Gabe · ↗Gnadenbrot · Gnadengeschenk · Obolus · ↗Spende · ↗Zuwendung · milde Gabe  ●  ↗Scherflein  ugs.
Assoziationen
  • Obolus · ↗Peanuts · unbedeutende Summe
Synonymgruppe
Obolus · ↗Peanuts · unbedeutende Summe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Entrichtung Fiskus Mannschaftskasse abführen abliefern abverlangen angemessen beisteuern beitragen bescheiden bezahlen entrichten entsprechend erheben finanziell freiwillig fällig gering jährlich kassieren klein leisten monatlich spenden symbolisch verlangen verweigern zahlen zusätzlich überweisen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Obolus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und das alles soll ein dann wieder erhöhter Obolus finanzieren?
Der Tagesspiegel, 12.12.2000
Der 500 bis 700 Mark teure Obolus fällt jährlich rund hundertmal an.
Die Zeit, 09.01.1989, Nr. 02
Vater, Mutter und Kind sammeln Geld, niemand geht weg, alle drängen sich zu ihnen, ihren Obolus zu geben.
Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 86
Die Höhe des Obolus wird sich nach Art und Größe der Festlichkeit richten und zwischen einer und mehreren Mark schwanken.
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 923
Für jedes verkaufte Stück Vieh war ein Obolus zu entrichten.
Hars, Wolfgang: Nichts ist unmöglich! Lexikon der Werbesprüche, München: Piper 2001 [1999], S. 23
Zitationshilfe
„Obolus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Obolus>, abgerufen am 26.06.2019.

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