Ochse, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Ochsen · Nominativ Plural: Ochsen
Aussprache 
Worttrennung Och-se (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Ochse‹ als Erstglied: ↗Ochsenauge · ↗Ochsenfleisch · ↗Ochsenfuhrwerk · ↗Ochsengalle · ↗Ochsengeschirr · ↗Ochsengespann · ↗Ochsenkarren · ↗Ochsenleder · ↗Ochsenmaulsalat · ↗Ochsenschwanzsuppe · ↗Ochsentour · ↗Ochsenwagen · ↗Ochsenziemer · ↗ochsenhaft
 ·  mit ›Ochse‹ als Letztglied: ↗Auerochse · ↗Brummochse · ↗Buckelochs · ↗Buckelochse · ↗Heuochse · ↗Hornochse · ↗Mastochse · ↗Moschusochse · ↗Pfingstochse · ↗Zuchtochse · ↗Zugochse
 ·  mit ›Ochse‹ als Grundform: ↗ochsig

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. kastriertes männliches Tier bei Rindern
  2. 2. [Schimpfwort] dummer Mensch, Dummkopf
eWDG, 1974

Bedeutungen

1.
kastriertes männliches Tier bei Rindern
Beispiele:
ein fetter, feister, magerer Ochse
der Ochse brüllt, käut wieder
den Ochsen vor den Pflug spannen
ein Gespann Ochsen
umgangssprachlichdumm wie ein Ochse
umgangssprachlicher steht wie der Ochse vorm Berg, vorm Scheunentor (= er steht ganz ratlos, dumm da)
umgangssprachlicharbeiten wie ein Ochse
sprichwörtlichdu sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden
2.
Schimpfwort dummer Mensch, Dummkopf
Beispiele:
du bist ein Ochse!
so ein Ochse!
dieser Ochse hat das wieder falsch gemacht
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ochse · ochsen · Ochsenauge
Ochse m. ‘kastriertes männliches Rind’, landwirtschaftlich dagegen auch ‘Zuchtbulle’, ahd. (8. Jh.), asächs. ohso, mhd. ohse, mnd. mnl. osse, nl. os, aengl. oxa, engl. ox, anord. oxi, uxi, schwed. oxe, got. aúhsus, aúhsa führt auf germ. *uhsan-, verwandt mit aind. ukṣā́ ‘Stier’, ukṣáti ‘besprengt, befeuchtet’, toch. B okso ‘Rind, Stier’, kymr. ych ‘Ochse’, mir. oss ‘Hirsch’. Ansetzbar ist ie. *uku̯s-, eine s-Erweiterung der Wurzel ie. *u̯egu̯-, *ū̌gu̯- ‘feucht, netzen’, zu der auch griech. hygrós (ὑγρός) ‘naß, feucht, wäßrig, flüssig, weich, schlaff’, lat. ūvidus ‘feucht, naß’, mnl. wac, nl. wak ‘feucht’ gehören. Auszugehen wäre dann für Ochse von einer Grundbedeutung ‘Befeuchter, (Samen)spritzer’, also ‘(Zucht)bulle’. Falls jedoch eine Bedeutung ‘(kastrierter) Zugochse’ bzw. ‘heranwachsendes Rind’ anzunehmen ist, kann Anschluß an die unter ↗wachsen2 (s. d.) angegebene Wurzel ie. *(a)u̯eg- ‘vermehren, zunehmen’ (mit s-Formans *uks-) erwogen werden; vgl. Zimmer in: Zs. f. vgl. Sprachforsch. 95 (1981) 84 ff. ochsen Vb. ‘eifrig lernen, pauken’ (19. Jh.), eigentlich ‘wie ein als Zugtier verwendeter Ochse schwer arbeiten’, durch die Studentensprache verbreitet (vgl. büffeln). Ochsenauge n. Auge eines Ochsen, eines Rindes; vielfach im bildlichen Vergleich: ‘rundes Dachfenster’ (15. Jh.; vgl. mfrz. frz. œil-de-bœf, 16. Jh.; s. auch ↗Bullauge), landschaftlich ‘Spiegelei’ (16. Jh.), nach seiner Flügelzeichnung ein Tagfalter (19. Jh.), die Augenkrankheit Hydrophthalmus, ‘Augapfelvergrößerung’ (19. Jh.). Schließlich volkstümlicher Name mehrerer Pflanzen (seit dem 17. Jh.) mit großen, gefüllten Blütenköpfchen wie Kamille-, Asternarten, Wucherblume, Löwenzahn u. a. (vgl. Marzell s. v.). Für eine Art Wucherblume (Chrysanthemum) bereits lat. būphthalmus m. (Plinius), griech. būphthalmon (βούφϑαλμον, Dioskorides), zu griech. būs (βοῦς) ‘Rind, Kuh, Ochse’ und griech. ophthalmós (ὀφϑαλμός) ‘Auge’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ochse · kastriertes männliches Rind
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Ochse‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ochse‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ochse‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie hielt den blutigen Kopf eines Ochsen in der Hand.
Bild, 08.07.2004
Wenn sie sie nicht schnell aufessen, machen sie sie zum Ochsen.
Der Tagesspiegel, 21.01.2000
Sie fuhr zwischen seinen Beinen mit wie der Tiger auf dem Ochsen.
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 440
Diese Ochsen haben Bücher vor den Nasen - nie das Leben.
Tucholsky, Kurt: An Hedwig Müller, 24.08.1935. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1935], S. 16541
Dann kamen unsere fünfzig Wagen mit je vierundzwanzig Ochsen bespannt.
Frenssen, Gustav: Peter Moors Fahrt nach Südwest, Berlin: Grote 1920 [1906], S. 67
Zitationshilfe
„Ochse“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ochse>, abgerufen am 23.10.2020.

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