Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Ode, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ode · Nominativ Plural: Oden
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Ode‹ als Letztglied: Antode
Herkunft zu ōdḗgriech (ᾠδή) ‘Gesang, Lied’ < ā́deingriech (ἄδειν) ‘(be)singen’
eWDG

Bedeutung

ernstes, feierliches, lyrisches Gedicht, das in freien Rhythmen erhabene Stoffe und die von ihnen ausgelösten Gefühle in gehobener Sprache darstellt
Beispiele:
eine Ode von Klopstock
die Oden von Horaz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

öde · Öde · veröden
öde Adj. ‘verlassen, leer’, ahd. ōdi ‘leer, verlassen’ (um 1000), mhd. œde ‘leer, unbebaut, unbewohnt’, aengl. īeþe, anord. auðr ‘leer, wüst’, got. auþs oder auþeis ‘leer, verlassen’ (germ. *auþja-) ist vergleichbar mit griech. á͞utōs (αὔτως) ‘gerade so, für sich allein, lediglich, nichtig’, autós (αὐτός) ‘selbst’ (s. auto-), á͞usios (αὔσιος) ‘eitel, vergeblich’, air. ūathad ‘Einzelheit, Vereinzelung’. Erschließbar sind ie. *auto-, *auti̯o-, die als Bildungen mit t-Formans zur Wurzel ie. *au-, *u̯ē̌- ‘herab, weg von’ (wozu auch Westen, s. d.) gestellt werden können. Öde f. ‘Einsamkeit, Verlassenheit, unfruchtbares, unbebautes Land’, ahd. ōdī ‘Einöde, Verwüstung’ (8. Jh.), mhd. œde ‘unbebauter und unbewohnter Grund, Wüste’. veröden Vb. ‘austrocknen, unfruchtbar werden’ (seit 17. Jh.), zuvor schon ahd. firōden ‘verwüsten, zerstören’ (8. Jh.).

Ode f. ‘feierliches lyrisches Gedicht’, Entlehnung (Anfang 17. Jh.) in die dt. Dichtersprache des Barock von lat. ōdē, griech. ōdḗ, unkontrahiert aoidḗ (ᾠδή, ἀοιδή) ‘Gesang, Lied’; zu griech. ā́dein, unkontrahiert aé͞idein (ἀδειν, ἀείδειν) ‘(be)singen’. Einfluß von frz. ode f. (15. Jh.) ist wahrscheinlich. S. auch Komödie, Tragödie, Melodie, Parodie.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ode [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Ode‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ode‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ode‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In den folgenden Oden tritt dann die Vision langsam zurück, zuerst nur an den äußersten Rändern wie ein leichtes Abwelken des Lichtes spürbar. [Le Fort, Gertrud von: Das Schweißtuch der Veronika, Frankfurt a. M.: Fischer 1959 [1928], S. 130]
Die einzelnen Oden lehnen sich inhaltlich an die neun biblischen Oden an. [Vischer, L.: Kanon. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 20214]
Ode seit langer Zeit keine zusammenfassenden Darstellungen mehr versucht worden sind. [Albrecht, Hans u. Buck, August: Humanismus. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1957], S. 37767]
Meine Arbeit ist eher eine Ode an das Spielen auf der Straße. [Die Zeit, 02.02.2009, Nr. 05]
Klingt vielleicht unspektakulär, ist aber eine wundervolle Ode an das Scheitern. [Süddeutsche Zeitung, 05.11.2001]
Zitationshilfe
„Ode“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ode>.

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