Odem, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Odems · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Odem‹ als Letztglied: ↗Lebensodem
eWDG, 1974

Bedeutung

dichterisch Atem
Beispiel:
der Odem des Lebens
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Atem · Odem · atmen
Atem m. ‘vom Körper zur Aufrechterhaltung der Lebensvorgänge aufgenommene und wieder abgegebene Luft, Hauch’. Ahd. ātum (8. Jh.), mhd. ātem, āten hat Entsprechungen in asächs. āðom, mnd. mnl. ādem, nl. adem, aengl. ǣþm (germ. *ēðma-, *ēþma-). Außerhalb des Westgerm. läßt sich mit Sicherheit nur aind. ātmā́ ‘Hauch, Seele, Selbst’ (Stamm ātmán-) vergleichen, ein Zentralwort der altindischen Philosophie. Luthers Bibelübersetzung bevorzugt die landschaftliche Form Odem m. die zum feierlichen Ausdruck gehobener, dichterischer Sprache wird. Sie zeigt die in dt. Mundarten häufige, durch einzelne Wörter (↗Argwohn, ↗Woge, ↗Brodem, s. d.) auch in die Schriftsprache eingedrungene Wandlung von mhd. ā zu nhd. ō; auch inlautendes -d- statt -t- dürfte am ehesten als mundartliche Erweichung aufzufassen sein. atmen Vb. ‘Luft einziehen und ausstoßen’, ahd. ātamōn (10. Jh.), mhd. ātemen, ætemen, vom Substantiv abgeleitet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Atem · ↗Hauch · ↗Luft  ●  Odem  geh., poetisch · ↗Puste  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Chi · ↗Lebenskraft · ↗Mana · Od · Odem · Orgon · Prana

Typische Verbindungen
computergeneriert

Liebe Nase atmen einhauchen göttlich heiß lebendig spüren wehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Odem‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und er blies den Wind seines Odems über das Land.
Süskind, Patrick: Das Parfum, Zürich: Diogenes 1985, S. 154
In diesem heißen Odem verbrennt der Ruß im dahinter sitzenden Filter.
Die Zeit, 01.02.2010, Nr. 05
Zu jener Zeit galt der Wind noch als der Odem des Herrgotts.
konkret, 1993
Warum konnten sie ihr Ziel nicht ohne Rückwärtsblicken verfolgen, weshalb mußte erst giftiger Odem sie anhauchen?
Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6841
Als Gottes Odem leiser ging, schuf er den Grafen Keyserling.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 1044
Zitationshilfe
„Odem“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Odem>, abgerufen am 15.11.2019.

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