Odem, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Odems · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Odem‹ als Letztglied: Lebensodem
Herkunft zu ó͞idēmagriech (οἴδημα) ‘Aufschwellung, Geschwulst’ < oidé͞ingriech (οἰδεῖν) ‘schwellen’
eWDG

Bedeutung

dichterisch Atem
Beispiel:
der Odem des Lebens
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ödem n. ‘krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe’, entlehnt (19. Jh.) aus griech. ó͞idēma (οἴδημα) ‘Aufschwellung, Geschwulst’, zu griech. oidé͞in (οἰδεῖν) ‘schwellen’ (verwandt mit Eiter, s. d.).

Atem · Odem · atmen
Atem m. ‘vom Körper zur Aufrechterhaltung der Lebensvorgänge aufgenommene und wieder abgegebene Luft, Hauch’. Ahd. ātum (8. Jh.), mhd. ātem, āten hat Entsprechungen in asächs. āðom, mnd. mnl. ādem, nl. adem, aengl. ǣþm (germ. *ēðma-, *ēþma-). Außerhalb des Westgerm. läßt sich mit Sicherheit nur aind. ātmā́ ‘Hauch, Seele, Selbst’ (Stamm ātmán-) vergleichen, ein Zentralwort der altindischen Philosophie. Luthers Bibelübersetzung bevorzugt die landschaftliche Form Odem m. die zum feierlichen Ausdruck gehobener, dichterischer Sprache wird. Sie zeigt die in dt. Mundarten häufige, durch einzelne Wörter (Argwohn, Woge, Brodem, s. d.) auch in die Schriftsprache eingedrungene Wandlung von mhd. ā zu nhd. ō; auch inlautendes -d- statt -t- dürfte am ehesten als mundartliche Erweichung aufzufassen sein. atmen Vb. ‘Luft einziehen und ausstoßen’, ahd. ātamōn (10. Jh.), mhd. ātemen, ætemen, vom Substantiv abgeleitet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Atem · Hauch · Luft  ●  Odem  geh., poetisch · Puste  ugs.
Synonymgruppe
Chi · Lebenskraft · Mana · Od · Odem · Orgon · Prana

Typische Verbindungen zu ›Odem‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Odem‹.

Verwendungsbeispiele für ›Odem‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und er blies den Wind seines Odems über das Land. [Süskind, Patrick: Das Parfum, Zürich: Diogenes 1985, S. 154]
Warum konnten sie ihr Ziel nicht ohne Rückwärtsblicken verfolgen, weshalb mußte erst giftiger Odem sie anhauchen? [Bischoff, Charitas: Bilder aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1912], S. 6841]
Zu jener Zeit galt der Wind noch als der Odem des Herrgotts. [konkret, 1993]
In diesem heißen Odem verbrennt der Ruß im dahinter sitzenden Filter. [Die Zeit, 01.02.2010, Nr. 05]
Und manchem Anhänger dieser Klubs mag diese heiße Luft wie der faulige, stinkende Odem eines alten hässlichen Ungeheuers mit 1001 Leben vorkommen. [Süddeutsche Zeitung, 04.03.2002]
Zitationshilfe
„Odem“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Odem>.

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