Odermennig, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Odermennig(e)s · Nominativ Plural: Odermennige
Aussprache 
Worttrennung Oder-men-nig
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

Odermennig
Odermennig
(Kilom691, CC BY-SA 3.0)
hochwachsende, krautige Pflanze mit gefiederten Blättern und gelben, in ährenförmiger Traube angeordneten Blüten, die an Feld- und Wegrändern wächst; Heilpflanze, die zur Behandlung von Entzündungen und Darmerkrangungen genutzt wird
Beispiele:
In ihrem Projekt »Leckereien mit Heilkräften« befassten sich die jungen Forscherinnen mit einem alten, fast vergessenen Heilkraut: Odermennig. Sie extrahierten und analysierten die Wirksubstanzen der Pflanze, konnten eine antibakterielle Wirkung nachweisen und verarbeiteten den bitteren Wirkstoff zu wohlschmeckenden Bonbons und Gummibärchen. [Kieler Nachrichten, 27.10.2017]
Man sagt zu dieser Pflanze, wenn nichts hilft, hilft Odermennig. Das ist die tollste Pflanze von allen. Ja, er hat heute an Bedeutung verloren, weil es viele Pflanzen gibt, die, wie er, bei Problemen des Verdauungssystems und des Harnapparates helfen, aber in Teemischungen für Sänger und Redner ist er immer noch oft anzutreffen. [schorfheidewald.wordpress.com, aufgerufen am 23.01.2014]
Wenn die Tage lang und hoffentlich warm sind, verbreiten sie ihren Duft: Thymian und Majoran, Mädesüß, Odermennig, Schafgarbe und viele andere. Viele Kräuter lassen sich in der Küche verwenden, etwa als Gewürz oder als Tee. [Reutlinger General-Anzeiger, 11.06.2013]
[Wilhelm] Lehmanns Gedichte faszinieren immer wieder durch die Art, wie an scharfen Einzelimpressionen – der Bewegung eines Tiers, der Geste einer Pflanze – ein wahrer biologischer Namenszauber entfaltet wird. Er kannte sie alle: Adonisrose, Augentrost, Bärenklau und Blasentang, Mädesüss und Odermennig so gut wie das Blässhuhn und die Brandgans[…]. [Neue Zürcher Zeitung, 30.01.2010]
Dr. Schaart bezweifelt zwar, dass Geranien‑Extrakt tatsächlich den Fettabbau im Gewebe stimulieren kann, aber andere gefäßaktive Inhaltsstoffe (z. B. Odermennig, ähnlich wie Ruscus) fördern die Durchblutung, schwemmen Schlackenstoffe aus. [Bild am Sonntag, 29.09.2002]
Unsere Kräuternatur ist eine wahre Schatzkammer. Anserine, Augentrost, Beifuß, Berberitze, Bitterklee, […] Labkraut, Meisterwurz, Odermennig, Pestwurz, Wasserdost, Wurmfarn. [Die Zeit, 24.09.1971]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Odermennig m. f. Ackerkraut, häufig an Wegrändern, ehedem als Heilkraut verwendet, ahd. avermonia f. (11. Jh.), mhd. odermenie f. (13. Jh.), frühnhd. oder-, adermeng (15. Jh.), hervorgegangen aus lat. agrimōnia, dieses (unter volksetymologischer Anlehnung an lat. ager ‘Acker’) aus lat. argemōnia, griech. argemṓnē (ἀργεμώνη), zu griech. árgemon (ἄργεμον) ‘weißer Fleck im Auge’, árgemos (ἄργεμος) ‘weiße Flecke auf den Fingernägeln’, griech. argḗs (ἀργής) ‘blendend weiß, glänzend’. Die Pflanze galt als Heilmittel gegen weiße Flecke, in dt. Mundarten (Adermeng, -mennig, -münn, -menneken) bei volksetymologischer Anlehnung an Ader gegen Hämorrhoiden (im Volksmund Goldader). Vgl. Marzell 1, 139 f. u. 1325.
Zitationshilfe
„Odermennig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Odermennig>, abgerufen am 16.05.2021.

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