Offiziersehre, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Offiziersehre · Nominativ Plural: Offiziersehren
Aussprache[ɔfiˈʦiːɐ̯sˌʔeːʀə]
WorttrennungOf-fi-ziers-eh-re
WortzerlegungOffizierEhre
DWDS-Vollartikel, 2020

Bedeutungen

1.
unter Offizieren einer Armee herrschender Ehrenkodex
Beispiele:
Als dieser ihn an seine Offiziersehre als »großer General« und an das Kriegsreglement erinnerte, gab Friedrich ihn am nächsten Tag frei. [Die Zeit, 15.01.2008]
Die Bauern waren sprachlos, und Pfarrer Reinhard Lampe, einer der Begründer der Bürgervereinigung Freie Heide, fragte Anfang der Neunziger einen (westdeutschen) Offizier, ob er es eigentlich mit seiner Offiziersehre vereinbaren könne, sich hier zum Hehler für einen Raub machen zu lassen, der unter Stalin angeordnet worden sei. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.11.2000]
Ich habe im Vertrauen auf Ihre Offiziersehre gegen Abmahnung Ihre Einladung angenommen! [Grimm, Hans, Volk ohne Raum, München: Langen 1926, S. 1076]
Schon diejenige Ehre, die keine Auszeichnung des Individuums bedeutet, entsteht nur innerhalb einer kleineren Gruppe, welche durch die bestimmt umschriebene Ehrenhaftigkeit ihrer Mitglieder sich gegen ihre Umgebung geschlossen, kräftig, unangreifbar erhält: so die Offiziersehre, die Kaufmannsehre, die Familienehre, ja sogar die oft hervorgehobene Spitzbubenehre. [Simmel, Georg, Philosophie des Geldes, Leipzig: Duncker & Humblot 1900, S. 62377]
2.
Wertschätzung, die Offiziere genießen oder jmds. Selbstachtung als Offizier
Beispiele:
Bei den Proben zu »Kabale und Liebe« in den Kammerspielen soll der aufgebrachte Kortner dem vom unerbittlichen Regisseur beleidigten Schauspieler Norbert Kappen, der den Sekretär Wurm spielen sollte, gesagt haben: »Dass Sie sich immer in Ihrer deutschen Offiziersehre gekränkt fühlen müssen.« [Süddeutsche Zeitung, 11.07.2001]
Er wünsche für sich selbst nur, seine Offiziersehre wiederhergestellt zu sehen und erneut an der Ausbildung der jungen Offiziere teilnehmen zu können. [Archiv der Gegenwart 33, 21.05.1963]
Deine Mutter hat es daheim vielen Leuten erzählt, und du weißt auch, daß dein Vater seine Offiziersehre tausendfach besudelt und geschändet hat! [Noll, Dieter, Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1960, S. 476]
»Was der Nationalsozialismus zerstörte, was eine Clique NS-Generale in den Dreck zog – unsere Offiziersehre –, hat General von Seydlitz wiedergewonnen.« [Konsalik, Heinz G., Der Arzt von Stalingrad, München: Kindler 1956, S. 320]
3.
Status eines Offiziers
Beispiele:
»Ich bin Hauptmann der Nationalen Volksarmee. Bitte respektieren Sie meine Offiziersehre [Die Zeit, 04.03.2013 (online)]
Nach Jahren in der »Abteilung für psychologische Kriegsführung«, die damals vor allem gegen das aufständische Volk der Karen kämpfte, erhielt Than Shwe 1960 die Offiziersehren. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.10.2004]
Das Offiziers-Portepee war immer silbergewirkt; schon seit dem 18. Jahrhundert galt es als das eigentliche Standesabzeichen der Offiziere und damit als Symbol der Offiziersehre. [o.A.[bo.], Portepee, in: Süddeutsche Zeitung 05.05.1984, S. 2]

Typische Verbindungen zu ›Offiziersehre‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Offiziersehre‹.

Zitationshilfe
„Offiziersehre“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Offiziersehre>, abgerufen am 01.04.2020.

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