Oheim, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Oheim(e)s · Nominativ Plural: Oheime
Aussprache
eWDG, 1974

Bedeutung

veraltet Onkel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Oheim · Ohm1
Oheim, (aus dem Nd.) Ohm1 m. ‘Onkel’, ahd. ōheim (9. Jh.), mhd. ōheim(e), œheim(e) ‘Mutterbruder, Onkel, Schwestersohn, Neffe, Verwandter’, mit Schwund von h zwischen Vokalen mnd. ōm ‘Mutterbruder, Onkel, Schwestersohn, Neffe’, mnl. nl. oom ‘Onkel’, auch ‘Großvater, Schwager’, afries. ēm, aengl. ēam ‘Onkel’ ist eine verdunkelte Zusammensetzung (germ. *awaheima-), deren erster Bestandteil mit anord. afi ‘Großvater’, āi ‘Urgroßvater’, got. awō ‘Großmutter’, lat. avus ‘Großvater, Ahn’, avia ‘Großmutter’, avunculus ‘Bruder der Mutter’ (s. ↗Onkel), lit. avýnas ‘Oheim (als Mutterbruder)’, apreuß. awis ‘Onkel’, aruss. ujь, vujь, russ. (älter) vuj (вуй) ‘Onkel (als Mutterbruder)’ zu ie. *au̯os ‘Großvater mütterlicherseits’ gehört. Im zweiten Bestandteil sieht Much Germ. (1937) 205 ein Adjektiv germ. *haimaz ‘vertraut’, unmittelbar verwandt mit ↗Heim (s. d.) und den dort genannten kelt. Formen wie akymr. cum ‘lieb, teuer’ (aus kelt. *koimos), vgl. kymr. tad cu ‘Großvater’, eigentlich ‘lieber Vater’, so daß für Oheim von einer Bedeutung ‘der dem Großvater, der Großmutter Vertraute’ ausgegangen werden kann.

Thesaurus

Synonymgruppe
Mutterbruder · Muttersbruder · ↗Onkel · Onkel mütterlicherseits · Onkel väterlicherseits · ↗Vatersbruder  ●  Oheim  veraltet · ↗Ohm  veraltet

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bruder König Vater

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Oheim‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Oheim, der ihn wie einen seiner Söhne behandelte, schickte ihn in die Missionsschule.
Die Welt, 28.02.2004
Oheim ist so ein Wort, es klingt wärmer und gefühlvoller als Onkel, aber es spricht sich nicht so schnell.
Süddeutsche Zeitung, 24.05.2002
Anstatt den Oheim zu umsorgen, legen Max und Moritz Maikäfer in sein Nachtgemach.
Die Welt, 21.06.2005
In Berlin wohnte Günther bei seinem Oheim, dem alten Grafen Eberhardt von Tarniff.
Keyserling, Eduard von: Beate und Mareile, Berlin: Fischer [1903], S. 162
Unter der Vormundschaft seines Oheims, des Großen Kurfürsten, hatte er eine sorgfältige und vielseitige Ausbildung an den Univ.
Pfannkuch, Wilhelm u. a.: Hohenzollern (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1957], S. 45608
Zitationshilfe
„Oheim“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Oheim>, abgerufen am 06.12.2019.

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